TIGERS-Girls in Leipzig lange Zeit souverän, müssen nur am Ende noch kurz zittern

45 Minuten lang legten die TIGER-Girls einen souveränen Auftritt im Auswärtsspiel beim HC Leipzig hin und führten mit bis zu sechs Toren Vorsprung. Erst in den Schlussminuten wurde es nochmals eng und spannend, als der HCL mehrere Zeitstrafen gegen den VfL zum 24:25-Anschlusstreffer nutzte. Doch der VfL behielt die Nerven und am Ende mit 29:27 Toren (14:11) auch verdient die Oberhand.

Der TIGERS benötigten in Leipzig rund fünf Minuten, um die Müdigkeit der 450 Kilometer langen Anfahrt abzuschütteln. Nach dem 0:2-Rückstand stand der VfL in der Abwehr jedoch sehr solide. Lediglich bei den Kreuzbewegungen des HCL im Rückraum mit abschließendem Pass auf die starke Kreisläuferin Stefanie Hummel sah die TIGERS-Defensive nicht immer gut aus. Dafür lief es im Waiblinger Angriff zunehmend besser, sowohl aus dem Positionsspiel heraus, als auch im schnellen Gegenstoßspiel. Die TIGER-Girls trafen insbesondere von den Außenpositionen durch Alina Ridder und Tanja Padutsch sowie aus dem Rückraum, in dem Altina Berisha auf Halblinks einen sehr guten Nachmittag hatte. Mit einem 5:0-Tore-Lauf innerhalb von acht Minuten drehte der VfL den 2:3-Rückstand in die 7:3-Führung nach vierzehneinhalb Minuten. 

Angesichts der Niederlagenserie in den letzten Wochen und dem Rückstand wirkte das junge Leipziger Team nun recht verunsichert. Der HCL vergab einige Angriffe durch unpräzise Abspiele oder scheiterte an der guten VfL-Keeperin Branka Zec. Einziges Manko der insgesamt sehr abgeklärt und souverän auftretenden Waiblinger Mannschaft war die nachlassende Chancenverwertung ab Mitte des ersten Durchgangs, die eine höhere Halbzeitführung (14:11) verhinderte.

Mit Spannung erwarteten die Waiblinger Anhänger, die das Spiel im Livestream verfolgten, den Auftakt in die zweite Hälfte. Denn da kam der VfL in den vergangenen Partien immer nur schwer wieder in Fahrt. Nicht jedoch so in Leipzig: Die TIGER-Girls waren sofort wieder präsent und bauten die Führung rasch auf 17:12 aus. Auch in der Folgezeit blieb der VfL lange das bessere und abgeklärtere Team, ließ Leipzig auf maximal vier Tore heranrücken. TIGERS-Trainer Thomas Zeitz hatte bis zur 50. Minute (25:20) kaum Auswechslungen vorgenommen. Der erste Tausch war in der 21. Minute Vanessa Nagler für Sinah Hagen. Vanessa fügte sich nahtlos ins Waiblinger Spiel ein und gefiel als treffsichere Torschützin. Im zweiten Durchgang standen dann Sinah Hagen (im Wechsel für Waiblingens beste Werferin Altina Berisha) und Vanessa Nagler phasenweise gemeinsam auf der Platte. Aaricia Smits verschaffte Caren Hammer auf Halbrechts einige Minuten Verschnaufpause.

Ob dem VfL konditionell die Puste auszugehen schien oder das Team nach dem lange Zeit souveränen Auftrittzu früh die Konzentration herunterfuhr, war von außen betrachtet nicht eindeutig zu sehen. Dass es in den letzten acht Minuten aber dann doch noch spannend wurde und die TIGER-Girls um den Sieg zittern mussten, hatten wohl die wenigsten nach dem bisherigen Spielverlauf erwartet. Allerdings musste der VfL nun auch häufig in Unterzahl spielen und verlor einige Bälle durch unpräzise Abschlüsse und technische Fehler. Leipzig witterte Morgenluft und schaffte knapp sechs Minuten vor dem Schlusspfiff den 24:25-Anschlusstreffer durch Julia Weise. Der VfL wackelte, fiel aber nicht: Sinah Hagen im Eins gegen Eins, Vivien Jäger mit energischem Einsatz vom Kreis und zwei Mal Altina Berisha gegen die nun offene Manndeckung des HCL machten den Deckel endgültig zugunsten der TIGER-Girls drauf.

 "Die Mädels haben heute die Vorgaben sehr gut umgesetzt und vor allem auch mit hoher Konzentration durchgezogen", äußerte sich ein sehr zufriedener Waiblinger Trainer Thomas Zeitz zum Auswärtserfolg. "Ich bin schon sehr stolz auf das Team, wie es die Ruhe und den Matchplan beibehalten hat. Am Ende müssen wir zwar etwas zittern, auch bedingt durch mehrere Zeitstrafen gegen uns. Doch der Sieg war verdient."

HC Leipzig: Krober, Kruger, Kreitczick; Uhlmann (2), Glimm, Seidel, Weise (6), Theilig,Ferber-Rahnhofer, Greschner, Lotta Ropcke (1), Lilli Ropcke (5), Maier (1/1),J. Hummel (5/1), S. Hummel (7).

TIGERS Waiblingen: Zec, Meißner; Tietjen, Nagler (4) , Teixeira da Silva, Schraml, Hagen (3), Klingler, Hammer (1), Smits (2/2), Padutsch (5), Berisha (10/2), DeBellis, Ridder (2), Jäger (2).

Text: Frank Moser

Foto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.de --> Tanja Padutsch im Hinspiel gegen den HC Leipzig

No items found.

Mehr News