Starke erste Hälfte der TIGER-Girls reicht gegen den Spitzenreiter leider nicht

TIGERS Waiblingen - Spreefüxxe Berlin 24:32

Eine Halbzeit spielten die TIGER-Girls auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter aus Berlin. Der VfL drehte dabei einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand in die 15:13-Halbzeitführung. Doch nach dem Seitenwechsel zeigten die Gäste ihre ganze Klasse und gewannen am Ende, wenngleich um ein paar Treffer zu hoch, verdient mit 32:24.

Die TIGERS lieferten im ersten Durchgang nach den zuletzt schwächeren Auftritten eine höchst sehenswerte Leistung gegen den Aufstiegsaspiranten aus der Hauptstadt ab. Bissig und mit klarer Körpersprache in der Abwehr forderte der VfL den Füchsen alles ab. Im Angriff sorgten vor allem Sinah Hagen, Altina Berisha und Judith Tietjen in der Anfangsphase für viel Schwung und die Tore zur 6:3-Führung der Gastgeberinnen (10. Minute). Die Berliner Trainerin Susann Müller nahm daher früh die erste Auszeit - mit Erfolg: Der VfL ließ nun gute Chancen liegen und trug seine Gegenangriffe zu überhastet vor. Bei Berlin stachen die wurfkräftige Vesna Tolic im Rückraum und die flinke Linksaußen Zeliha Puls heraus. Zehn Minuten nach dem Timeout hatten die Füchse das Ergebnis auf 12:8 zu ihren Gunsten gedreht Doch der VfL rappelte sich mit großem Kampfgeist wieder auf. Diesen Einsatzwillen zeigte auch Lulu De Bellis. Die Kreisläuferin setzte sich mehrmals energisch durch. De Bellis' Treffer zum 14:13 bedeutete den erneuten Führungswechsel, nur eine halbe Minute später traf Altina Berisha per Strafwurf noch zumZwei-Tore-Halbzeitvorsprung für die stark aufspielenden TIGER-Girls.

Die Kabinenpredikt der Berliner Trainierin Müller war auch außerhalb der Umkleide hörbar und zeigte sofort mit Wiederbeginn ihre Wirkung. Der VfL indes ließ nach der tollen Vorstellung im ersten Durchgang unerklärlicherweise abreißen. Die wenigen Lücken, die sich in der nun sehr kompakt stehenden Berliner Abwehrmauer noch auftaten, münzte Waiblingen zu selten in Tore um. Keine vier Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatten sich die Gäste die Führung erneut zurückgeholt (17:16). Aaricia Smits, die eine gute Leistung in der Rückraummitte und auf der Halbrechts-Position zeigte, schaffte beim 18:18 in der 37. Minute letztmalig den Ausgleich für den VfL. Auf Seiten der Berlinerinnen fiel nun Tolic nicht nur mehr wegen ihrer Tore auf, sondern auch durch die aus Sicht des VfL überzogene Theatralik bei Waiblinger Abwehraktionen. Man kann dies auch als clever bezeichnen, jedenfalls kassierte der VfL dadurch mehrere Zeitstrafen und Siebenmeter, die Berlin eiskalt verwertete. Doch unabhängig von diesen Entscheidungen war Berlin nun das bessere Team. Über den Kreis ging gegen die kompakte Füchse-Abwehr fast nichts mehr, und mit seinem pfeilschnellen Umschaltspiel nutzten die Gäste nahezu jeden Waiblinger Ballverlust zu Gegentoren. Ein weiteres Plus hatten die Berlinerinnen in Sofie Svarrer Hansen auch auf der Torhüterposition. Nach 50 Minuten (27:20) war die Partie entschieden, dennoch kämpfte Waiblingen bis zum Ende und hätte sich einen geringeren Trefferabstand verdient gehabt.

„Wir schaffen es heute erneut nicht, den Schwung aus einer tollen ersten Halbzeit in die zweite Hälfte mitzunehmen“, analysierte der Waiblinger Coach Thomas Zeitz nach Spielende. „Da müssen wir noch dazulernen, auch was die Cleverness auf dem Feld angeht.“ Berlin habe gezeigt, warum es um den Aufstieg spielt: „ Da wird fast jeder Fehler bestraft. Wir konnten hingegen im Angriff nicht mehr den Druck aufbauen. Nur sechs Tore in 22 Minuten nach der Halbzeit sind halt zu wenig.“

TIGERS Waiblingen:

Zec, Meißner;

Tietjen (3), Nagler, Teixeira da Silva, Schraml, Hagen (4), Klingler, Hammer, Smits (4/2), Padutsch, Berisha (6/2), De Bellis (3), Ridder (4), Jäger.

Spreefüxxe Berlin:

Hübner, Hansen;

Kolosove (2), Tolic (6), Kunde, Höbbel (6/4), Gouvela (2), Svirakova (5), Wagenlader (1), Dekker (2), Puls (7), Baßiner (1).

Bericht: Frank Moser

Fotos: Heiko Potthoff /starkebilder.de

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