F1: Tigers holen sich mit Branka Zec Erstligaerfahrung ins Tor

Einen prominenten Neuzugang vermelden die Verantwortlichen der Tiger Girls: Torhüterin Branka Zec wechselt zur kommenden Saison 2020/2021 vom Erstligisten Frisch Auf Göppingen zum VfL. Die 70-fache slowenische Nationalspielerin unterschrieb bei den Tigers einen Zwei-Jahres-Vertrag.Branka Zec ist nach Vivien David, Judith Tietjen und Mariel Wulf der vierte Neuzugang für das Waiblinger Zweitliga-Team. Während David, Tietjen und Wulf potenzialstarke Nachwuchstalente sind, die sich beim VfL weiterentwickeln sollen, setzt der Verein mit der Verpflichtung der 33-jährigen Zec ganz gezielt auf die umfangreiche Erfahrung, die die Keeperin auf internationaler Ebene und in der deutschen Bundesliga gesammelt hat. "Branka ist noch immer sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert. Von ihrer Erfahrung werden sowohl unsere jüngeren Torhüterinnen im Kader als auch die gesamte Mannschaft profitieren", äußert sich VfL-Vorstandsmitglied Peter Müller zu den Erwartungen und Aussichten für die Verpflichtung der 1,79 Meter großen Slowenin.Die in Ljubljana geborene Branka startete ihre Handballkarriere mit 8 Jahren beim traditionsreichen RK Olimpija. Nach zwei weiteren Stationen in Slowenien (RK Piran und ZRK Velenja) holte der Koblenzer Trainer Ildiko Barna die Torhüterin im Sommer 2013 zu den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern nach Deutschland. Mit dem Wechsel zu Bayer Leverkusen zur Saison 2016/2017 folgte für Branka der Schritt ins Handball-Oberhaus. In Leverkusen stand die Slowenin jedoch zumeist im Schatten der damaligen DHB-Nationaltorhüterin Katja Kramarczyk. Die überschaubaren Einsatzzeiten in der Bayer-Mannschaft sorgten bei Branka durchaus für Frust. Der Spaß am Handball ging zeitweise verloren, ebenso Zec's Platz in der slowenischen Nationalmannschaft. Der Wechsel im Sommer 2018 zu Frisch Auf Göppingen sorgte jedoch wieder für sportlichen und moralischen Aufschwung. Frisch Auf-Trainer Aleksandar Knezevic schenkte Zec das Vertrauen, zudem brachte die heute 33-Jährige durch die Vermittlung einer Arbeitsstelle bei einem großen Göppinger Bauunternehmen weiterhin Sport und Beruf optimal unter einen Hut. Die wieder ansteigenden Leistungen der Torhüterin blieben auch den Verantwortlichen des slowenischen Handballverbands nicht verborgen. Branka kehrte ins Nationalteam zurück und erreichte mit Slowenien die WM-Endrundenteilnahme 2019 in Japan. Zwei Mal war Branka auch EM-Teilnehmerin: 2010 in Norwegen und 2018 in Frankreich. Zudem zog die Torhüterin mit ihrer Nationalmannschaft in das Finale der XVII. Mittelmeerspiele 2013 im türkischen Mersa ein. Slowenien unterlag damals Serbien mit 19:25 Toren.Für ihren Wechsel nach Waiblingen führt Branka Zec sportliche und berufliche Gründe an: "Ich fühle mich zu jung und noch leistungsstark genug, um jetzt schon mit dem Handball aufzuhören. In Waiblingen besteht der sportliche Anreiz, in die erste Liga aufzusteigen." Voraussetzung für eine Fortführung der Handballkarriere war für die 33-Jährige, die im Sommer 2019 ihre Ausbildung zur Bürokauffrau für Büromanagement erfolgreich abgeschlossen hat, dass sie Sport und Beruf miteinander vereinbaren kann. "Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich auch an die Zeit nach dem Handball denken muss", so Branka. "Nachdem ich mit Peter Müller ein erstes Gespräch hatte und mir anschließend mein Arbeitgeber, die Firma Leonhard Weiss in Göppingen, seine Zustimmung signalisierte, war bei mir die Entscheidung für den Wechsel schnell klar. Nun freue ich mich auf diese junge und ehrgeizige Mannschaft. Ich denke, ich werde mit meiner Erfahrung meinen Teil zum Erfolg beitragen können und mich schnell ins Team integrieren", führt die Torhüterin weiter aus. In der wenigen neben Sport und Beruf verbleibenden freien Zeit ist Branka gerne mit Freunden und Familie unterwegs, besucht die Sauna, liest oder malt.Waiblingens künftiger Chef-Trainer Thomas Zeitz freut sich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit der Slowenin: "Mit Branka haben wir eine Top-Verpflichtung getätigt und bekommen eine sehr starke, erfahrene und ehrgeizige Torhüterin. Sie komplettiert unser Torhüterinnen-Trio, welches sicherlich zu den guten in der zweiten Liga gehören wird. Branka ist sehr erfahren, immer noch ehrgeizig und hat sich in den Gesprächen als sehr offen und motiviert gezeigt. Zusammen mit Celina Meißner und Vivien David haben wir auf dieser Position nahezu optimale Voraussetzungen. Auch, weil Branka gerne mit jungen Leuten arbeitet, und alle von dieser Verpflichtung profitieren können".Fabian König, Sportkoordinator und Frauen-Torwarttrainer beim VfL, ergänzt: "Unsere Jüngste im Torhüterinnentrio, Vivien David, startet parallel ja auch ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin. Mit der Erfahrung von Branka und Celina können wir also Vivien behutsam an das Zweitliganiveau heranführen, und sie kann Ausbildung und Sport gut miteinander verbinden."Bericht: Frank MoserFoto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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