F1: Tigers drehen erst in der Schlussviertelstunde auf

2. Handball-Bundesliga, Frauen: TG Nürtingen - VfL Waiblingen 23:23 (11:8)

Nur einen Zähler brachten die Tiger Girls des VfL Waiblingen vom Lokalderby bei der TG Nürtingen zurück. Beim 23:23-Unentschieden (11:8) wachte der Zweitligist erst in der Schlussviertelstunde auf und wendete nach dem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand (15:19) wenigstens noch die Auswärtsniederlage gegen den Tabellenelften ab.Eine Woche nach dem tollen Auftritt und dem Punktgewinn gegen Tabellenführer Buchholz-Rosengarten ließen die Tigers in Nürtingen den notwendigen Biss und Einsatzwillen lange Zeit vermissen. Beim VfL konnten Tanja Padutsch und Altina Berisha nur angeschlagen ins Spiel gehen sowie Vanessa Nagler und Alina Ridder gar nicht mitwirken. Doch diese Umstände ließ Waiblingens Co-Trainer Adrian Müller nach der Partie nur bedingt für den im Angriff lange Zeit doch sehr durchwachsenen Auftritt der Tigers gelten, die über die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterherliefen. "Wir waren nie bei hundert Prozent unseres Leistungsvermögens und haben viel zu viele klare Chancen liegen lassen." Das Waiblinger Spiel war durch eine ungewohnt hohe Quote an technischen Fehlern gekennzeichnet. Dies führte wiederum dazu, dass das Tempospiel nicht in Fahrt kam. Nürtingen ging durch zwei Strafwürfe mit 2:0 in Führung, während der VfL fast sechs Minuten für seinen ersten Treffer durch Caren Hammer benötigte. Die VfL-Kapitänin sorgte auch für den 2:2- Ausgleich. Bis zur 20. Minute (7:7) war es ein ständiges Hin und Her. Die TG Nürtingen legte ein Tor vor, die Tigers egalisierten. Dann schwächelte der ohnehin zuvor schon stotternde Waiblinger Angriffsmotor noch mehr. Angetrieben vom eigenen Publikum nutzte Nürtingen die Schwächen der Tigers und setzte sich bis zum Pausenpfiff auf 11:8 ab.

 Am Geschehen änderte sich auch bis Mitte des zweiten Durchgangs wenig. Zwar stand die Waiblinger Abwehr recht solide, und auch der eine oder andere von insgesamt neun gegen den VfL verhängten Strafwürfen war eher fragwürdig. Die Tigers hingegen erhielten nur zwei Siebenmeter zugesprochen. Doch dieses Ungleichverhältnis war nicht maßgeblich dafür, dass sich Nürtingen weiter absetzen konnte und bis zur 44. Minute die Vier-Tore-Führung (19:15) herauswarf. Bei den Waiblingerinnen fehlten bis dahin schlicht und einfach einige Prozente und die letzte Konsequenz beim Torabschluss. Der Kampfgeist des VfL-Teams erwachte erst in der letzten Viertelstunde. Nun zeigten die Tiger Girls, was in ihnen steckt. Mit deutlich mehr Tempo und Durchschlagskraft holte der VfL Tor um Tor auf. Ann Kynast traf 3:45 Minuten vor dem Ende zum 22:22-Ausgleich. Das Spiel war nun reine Nervensache. Waiblingen verpasste es, zum ersten Mal in der Partie überhaupt, selbst in Führung zu gehen. Indes traf Julia Bauer für Nürtingen zum 23:22. Dem VfL verblieben noch 35 Sekunden, um wenigstens einen Punkt zu retten. Das erledigte die Mannschaft dann mit hoher Konzentration. Erneut Kynast mit ihrem insgesamt sechsten Treffer erzielte den 23:23-Endstand. Unter dem Strich ein leistunsgerechtes, aber für den eigentlichen Anspruch der Waiblingerinnen nicht befriedigendes Ergebnis.

 VfL Waiblingen: Celina Meißner, Laura Pavic; Ann Kynast (6), Kyra Teixeira da Silva, Sinah Hagen (3), Caren Hammer (5), Aaricia Smits (3/1), Tanja Padutsch (1), Altina Berisha (1), Louisa De Bellis (1), Simona Nikolovska (2), Vivien Jäger (1).

 Bericht: Frank Moser

No items found.

Mehr News