F1: Im Schlussspurt noch einen Punkt geholt - 22:22

SG 09 Kirchhof – VfL Waiblingen 22:22 (12:8)

Am Ende der Partie zwischen der SG 09 Kirchhof und den TIGER-Girls kam bei keinem der beiden Teams richtiger Jubel auf. Beim Gastgeber nicht, da er eine Dreiviertelstunde den VfL im Griff hatte und schon mit 19:13 führte. Bei den TIGERS nicht, da sie in der Schlusssekunde den Sieg verpassten.

Ein Waiblinger Erfolg wäre angesichts des Spielverlaufs aber auch mehr als schmeichelhaft gewesen. Zwar bog der VfL mit einer starken Schlussphase ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch in einen Teilerfolg um, doch zuvor offenbarten die TIGERS über weite Strecken ihre aktuelle Offensivschwäche.

Die abstiegsbedrohte SG zeigte in der Stadtsporthalle Melsungen von Beginn an mehr Biss. Angeführt von der besten Kirchhofer Torschützin Diana Sabljak ging der Gastgeber schnell mit 2:0 in Führung. Dabei stand die VfL-Abwehr gar nicht mal so schlecht und auch Torhüterin Branka Zec hielt ordentlich. Das Problem war der Waiblinger Angriff, der wenig Durchschlagskraft bewies. Kirchhofs Abwehr verschob sehr gut und deckte je nach Ballbesitzseite die jeweils andere TIGERS-Halbspielerin zu. Dies führte vermehrt zu Würfen aus wenig aussichtsreichen Positionen und zu Fehlpässen. Aber auch der Gastgeber ließ bis Mitte der ersten Halbzeit einige Chancen liegen, die TIGERS glichen zum 5:5 aus (13. Minute). Danach unterliefen dem VfL jedoch wieder zu viele Fehler. Mit einem 7:2-Lauf zog die SG innerhalb von knapp zwölf Minuten auf 12:7 davon. Wenigstens gelang TIGERS-Kreisläuferin Vivien Jäger, die sowohl in der Abwehr als auch im Angriff ein gutes Spiel machte, noch der Treffer zum 8:12-Halbzeitstand.

Der Start in den zweiten Durchgang war beidseits geprägt von zahlreichen technischen Fehlern sowie gehaltenen Bällen der Torhüterinnen Branka Zec (VfL) und Frederikke Siggaard (SG). Im TIGERS-Angriff sorgte vor allem die erneut emsige Sinah Hagen für Torgefahr. Sinah war es auch, die Waiblingen in der 39. Minute auf 11:13 heranbrachte. Doch das Spielgeschehen änderte sich kaum. Der VfL-Angriff tat sich weiterhin schwer. Der TIGERS-Trainer Thomas Zeitz brachte nun die siebte Feldspielerin, nach einem Waiblinger Fehlwurf traf indes SG-Torhüterin Siggaard zum 17:11 ins verwaiste Waiblinger Tor (43. Minute). Als Kirchhof auch nach 46 Minuten noch mit sechs Toren führte (19:13), schien die Partie gelaufen.

Doch plötzlich spielten die TIGER-Girls wie verwandelt. Die Abwehr war nun viel aggressiver, beim Umschaltspiel und im Positionsangriff wurde nun richtig Tempo gemacht. Dem Gastgeber indes schwanden zunehmend die Kräfte. Die letzten sechs Minuten, der VfL war bis auf zwei Tore herangerückt, boten nun die Spannung und den Handball, den man sich über die gesamte Partie hinweg schon gewünscht hatte. Nach Mariel Breugels‘ Treffer zum 22:20 sah es so aus, als könnte die SG den dringend benötigten Sieg über die Zeit retten. Doch Caren Hammer und Aaricia Smits (per Strafwurf) sorgten für den 22:22-Ausgleich für die TIGER-Girls.

Und es hätte fast noch zum Waiblinger Sieg gereicht: Nach einem erneuten Ballverlust des Gastgebers, tauchte Tanja Padutsch Sekunden vor dem Ende nach einem schnellen Gegenstoß frei vor dem Kirchhofer Gehäuse auf, scheiterte jedoch an der SG-Torhüterin. Es wäre aber auch ein äußerst schmeichelhafter VfL-Sieg gewesen, angesichts der sehr verhaltenen Vorstellung der Waiblingerinnen über 45 Minuten. Beide Teams sehen sich bereits am kommenden Samstag (18:00 Uhr) wieder, dann in der Waiblinger Staufer-Halle.

SG 09 Kirchhof: Siggaard (1), Jurcevic; Özcelik (3), Schaffrick (1), Harder, Evjen (3/3), van der Linden (1), Sabljak (7), Beugels (3), Immelnkamper, Kavaliauskaite, Schlegel (2), Prauß, Sauerwald, Spatz (1).

VfL Waiblingen: Zec, Meißner; Tietjen, Nagler (1/1), Teixeira da Silva, Schraml, Hagen (8), Klingler (1), Hammer (3), Smits (3/2), Padutsch (3), Berisha, Kristmann, Ridder, Jäger (3).

Beitrag: Frank Moser

Foto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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