F1 - Entscheidung in den Schlussminuten: 31:27!

Handball, 2. Bundesliga, Frauen: VfL Waiblingen - HSV Solingen-Gräftrath 31:27 (14:11)

Ein schweres Stück Arbeit hatten die Tiger Girls gegen Aufsteiger HSV Solingen-Gräfrath zu verrichten. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff stand es noch Unentschieden (26:26). Erst mit einem energischen Schlussspurt war der 31:27-Sieg für die Tigers unter Dach und Fach.

 Dabei hatte es für den VfL in der Rundsporthalle gut begonnen: Die Tigers legten ein 4:0 vor und kassierten selbst erst nach knapp acht Minuten den ersten Gegentreffer. Doch trotz der Führung vermisste man beim VfL den letzten Biss. Insgesamt gingen beide Teams kein allzu flottes Tempo. Der Aufsteiger aus Solingen, der vor Wochenfrist durch seinen ersten Saison-Heimsieg erstmals die rote Laterne in der Tabelle an Bremen abgegeben hatte, kam nun besser ins Spiel. Gegen eine sehr offensiv agierende Waiblinger Abwehr nutzen die Gäste immer häufiger den freien Raum dahinter. Nach elfeinhalb Minuten war die Waiblinger Führung wieder dahin, Franziska Penz glich für die Gäste zum 5:5 aus. Die Umstellung auf eine defensivere Abwehr und die Einwechslung von Aaricia Smits brachten ab Mitte der ersten Halbzeit wieder den VfL in Vorlage. Die Belgierin im Waiblinger Dress sprühte, wie auch Kreisläuferin Vivien Jäger, vor Einsatzfreude und Kampfgeist. Die beiden waren maßgeblich daran beteiligt, dass sich der VfL bis kurz vor der Pause wieder etwas absetzen konnte (14:10). Der letzte Angriff vor dem Halbzeitpfiff wurde jedoch einmal mehr zu ungenau abgeschlossen. Die Gäste verkürzten noch vor dem Pausentee (14:11).

 Auch nach dem Seitenwechsel war es ein Spiel mit Licht und Schatten. Das ein oder andere Mal blitzte das Potenzial der Tiger Girls mit überlegten Kreisanspielen oder erfolgreichen Tempogegenstößen auf. Doch vieles blieb durch Ungenauigkeiten und fehlendem Tempo auch erfolglos im Abschluss. Der Aufsteiger aus Solingen verfügte zwar über die geringeren individuellen Stärken, machte dies aber durch deutlich mehr Einsatzwillen wett. Als gleich drei Tiger Girls innerhalb von 77 Sekunden auf die Strafbank geschickt wurden, witterte der Gast Morgenluft. Bis zum 18:16 behauptete der VfL noch die knappe Führung. Doch Waiblingen wurde sichtlich nervös, verlor im Angriff zu leicht die Bälle und offenbarte hinten große Abwehrlücken Nach vier Treffern in Serie führte Solingen-Gräfrath eine Viertelstunde vor Schluss mit 20:18. Zum Glück aus Waiblinger Sicht übernahm nun Kapitänin Caren Hammer die Verantwortung. Mit energischen Einsatz und vier Treffern innerhalb von nur etwas mehr als drei Minuten riss Caren ihr Team aus der zwischenzeitlichen Lethargie und Verunsicherung. Doch noch hielten die Gäste dagegen. Dadurch mündete die zuvor über weite Strecken doch eher durchschnittliche Zweitligapartie noch in eine flotte und spannende Schlussphase. Bis zur 57. Minute und dem 26:26-Zwischenstand zitterten die Tigers-Fans und hofften die Gäste. Doch in den letzten vier Minuten wiesen die Waiblingerinnen den Aufsteiger  in seine Grenzen. Solingen-Gräfrath kam nun in jedem Angriff in Zeitspielnot und fabrizierte dadurch einige Fehlpässe. Der VfL zeigte dafür seine Tempogegenstoß-Qualitäten und kam mit einem 5:1-Tore-Lauf noch zum 31:27-Sieg.

 VfL Waiblingen: Celina Meißner, Laura Pavic; Ann Kynast (1), Vanessa Nagler (3), Kyra Teixeira da Silva, Sinah Hagen (1), Caren Hammer (6), Aarcia Smits (8/3), Tanja Padutsch (3), Altina Berisha (1), Louisa De Bellis (1), Simona Nikolovska (2), Alina Ridder (1), Vivien Jäger (4).

 Bericht: Frank Moser

 Foto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net --> Traf gegen Solingen-Gräftrath 8 Mal ins gegnerische Tor: Tiger Girl Aaricia Smits

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