37:22! - TIGER-Girls überrollen die Red Sparrows

Zur Halbzeit (15:12) sah es für die TIGER-Girls im württembergisch-badischen Derby gegen die HSG Freiburg noch nicht nach einem klaren Erfolg aus. Doch im zweiten Durchgang rollte der TIGERS-Express auf Hochtouren. Am Ende gelang dem VfL mit dem 37:22 gegen die Red Sparrows sogar der bislang höchste Saisonsieg.

 

Nach Vivien David, Mariel Wulf und Lulu De Bellis musste Tigers-Trainer Thomas Zeitz kurzfristig auch noch auf Altina Berisha verzichten. Doch die daraus resultierende veränderte Anfangsformation der TIGER-Girls war in der Abwehr sofort präsent und im Angriff mit Volldampf unterwegs. Nach fünf Minuten stand´s schon 4:0, 150 Sekunden später (Spielstand 6:2) nahm Gästecoach Ralf Wiggenhäuser die erste Auszeit.

Der VfL blieb aber auch danach das bessere Team, ließ nun allerdings gute Tormöglichkeiten aus, zumal sich HSG-Keeperin Svenja Wunsch steigerte. Die TIGERS lagen ständig in Führung, konnten sich jedoch nicht vorentscheidend absetzen. Freiburg kämpfte sich immer wieder heran. Daher war beim VfL trotz der 15:12-Halbzeitführung durchaus noch Skepsis für den zweiten Durchgang angesagt.

Der Treffer der besten VfL-Werferin Sinah Hagen (12 Tore) zum 16:12 gleich nach Wiederbeginn sollte jedoch der Auftakt für einem rasanten TIGERS-Auftritt in den zweiten 30 Minuten sein. Da Caren Hammer schon vor der Pause mit zwei Zeitstrafen belegt wurde, stellte Thomas die Abwehr erneut um. Nun standen Waiblinger Formationen auf dem Parkett, die man so in dieser Saison noch nie gesehen hatte. Doch es funktionierte auch in den veränderten Zusammensetzungen hervorragend - ein Beleg für die starke Bank der TIGERS.

Was von den Red Sparrows noch auf den Waiblinger Kasten kam, war für die überragende TIGERS-Keeperin Celina Meißner meist eine sichere Beute. Und nicht nur das: Celina läutete mit ihren genauen Pässen auch gleich viele erfolgreiche Tempogegenstöße ein.

Auf Linksaußen kam nach der Halbzeit Lena Klingler zu ihrem ersten längeren Einsatz im TIGERS-Team - und die 20-Jährige nutzte ihre Chance beeindruckend und eiskalt: Fünf Mal warf Lena auf das Freiburger Tor, fünf Mal schlug der Ball auch ein. Auch Lisa Kristmann aus dem Perspektivkader kam zu ihrem ersten Zweitliga-Einsatz in dieser Saison. Und auch sie hatte mit ihren zwei Toren vom Kreis eine hundertprozentige Trefferquote.

Freiburg kämpfte zwar, war aber gegen die entfesselten TIGER-Girls chancenlos. Der VfL ließ sich auch durch das ungleiche Zeitstrafenverhältnis (5:0 gegen die TIGERS) nicht aus dem Konzept bringen. Nach einem 6:0-Tore-Lauf zum 24:15 (43. Minute) war die Frage nach dem Sieger geklärt. Aber die TIGER-Girls ließen trotz der klaren Führung die Zügel nicht schleifen und hatten nun richtig Spaß an der Partie. Die HSG spielte oft sehr lange Angriffe, die das Schiedsrichtergespann recht großzügig laufen ließ. Aber sobald der VfL in Ballbesitz kam, rollte der Angriffs-Express wieder erfolgreich an.

Das Sahnehäubchen auf ihre Leistung setzen die TIGERS mit dem Tor zum 37:22-Endstand: Lena  Klingler von Linksaußen leitete den herrlichen Kempa-Trick  auf Vanessa Nagler ein. Krönender Abschluss unter einen starken Auftritt der TIGER-Girls.

 „Es freut mich sehr für die Mädels, dass sie sich für ihre engagierte Leistung und Einstellung mit diesem klaren Sieg belohnt haben“, gab ein sehr zufriedener Waiblinger Trainer Thomas Zeitz nach Spielende zu Protokoll.  „Wir waren zwar schon in der ersten Halbzeit das bessere Team, haben da aber noch zu viele Chancen liegen gelassen. Diesen Schwung wollen wir nun in die nächsten Partien mitnehmen.“

 

TIGERS Waiblingen:

Meißner, Zec;

Tietjen (3), Nagler (3), Teixeira da Silva (1), Schraml, Hagen (12), Klingler (5), Hammer (1), Smits (2/2), Padutsch (4), Kristmann (2), Ridder (2), Jäger (2).

 

Red Sparrows Freiburg:

Wunsch, D’Arca;

Person (1), Baum (4), Makelko (1), Chaumet, Durr (1), Spinner (3), Schmitt, Disch, Hartl (2), Zeides (3), Ehret, Villavicencio (2), Lipps (2/1).

 

Text: Frank Moser

Fotos: Heiko Potthoff

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