22:26-Niederlage der F1 im Derby - Kuties abgezockter und zielstrebiger

Mit einem 26:22-Sieg (14:11) entführte die Herrenberger "Kuties" verdient beide Punkte aus der Waiblinger Staufer-Halle. Der TIGERS-Angriff erlaubte sich im Angriff zu viele Fehlwürfe, während die SG in einem durchwachsenen Württemberg-Derby das abgezocktere und zielstrebigere Team stellte.

 

Bis zum 2:2 gestalteten die TIGER-Girls die Begegnung noch ausgeglichen. Dochgegen eine kompakt stehende Gästeabwehr tat sich der VfL-Angriff sehr schwer. Nach dem 4:5-Anschlusstreffer durch Caren Hammer blieben die TIGER-Girls fünf Minuten ohne weiteren Torerfolg, die Gäste hingegen zogen auf 8:4 davon. Dieser Trefferabstand sollte bis zum Pausenpfiff auch nur noch wenig variieren. Obwohl sich auch der Herrenberger Angriff nicht als Tormaschine entpuppte, gelang es dem VfL nicht, die Fehler der Gäste entscheidend zu nutzen. Zu häufig landeten die Würfe der TIGERS neben und über dem Gehäuse oder waren zu zentral auf das von Keeperin Laura Waldenmaier ohnehin gut bewachte Herrenberger Tor platziert.

Das Schema zog sich über das ganze Spiel hinweg durch. Eine Aufholjagd des VfL scheiterte immer wieder an der eigenen Wurfschwäche oder an unnötigen Ballverlusten. Herrenberg hingegen ließ sich durch seine Fehler nicht aus dem Konzept bringen. Die SG-Angreiferinnen wirkten insgesamt zielstrebiger und waren von allen Positionen aus torgefährlich. Alle Spielerinnen hatten sich am Ende in die Torschützenliste eingetragen. Symptomatisch für den Spielverlauf auch die letzten Szenen vor dem Halbzeitpfiff. Vorne vergab der VfL eine weitere gute Möglichkeit zum 11:13, Herrenberg konterte stattdessen eiskalt zum 14:10.

Als Lena Klingler nach Wiederbeginn auf 12:14 für den VfL verkürzte, hoffte man auf Seiten der TIGERS wieder, das Spiel doch noch zu drehen. Zumal  VfL-Torhüterin Celina Meißner gleich mehrere gehaltene Bälle pfeilschnell zu direkten Tempogegenstöße verwertete.  Doch wieder vergab der Gastgeber durch verpasste Einwurfmöglichkeiten oder Ballunsicherheiten eine Ergebnisverbesserung. Herrenberg überstand auch diese kurze Phase der Unsicherheit wieder souverän und zog erneut auf fünf Tore davon (17:12, 35. Minute).

Den Einsatzwillen konnte man dem VfL sicherlich nicht abstreiten. Doch die Gäste zwangen mit ihrer kompakten Abwehr die TIGERS immer wieder zu Würfen aus weniger aussichtsreichen Positionen. Im eigenen Angriff bewies das Team von SG-Trainer Mike Leibssle einfach mehr Zug zum Tor. Knapp zehn Minuten vor dem Ende hatten die Kuties durch den Treffer von Carolin Tuc zum 24:17 die Partie endgültig für sich entschieden. Waiblingens Trainer Thomas Zeitz brachte noch die siebte Feldspielerin und stellte den Angriff um. Immerhin gelang den TIGERS in der Schlussphase noch die Ergebniskosmetik zum 22:26-Endstand. Mehr war an diesem Abend für den VfL jedoch nicht drin.

TIGERS-Coach Thomas Zeitz hatte sich nach der klaren Niederlage in Solingen ein besseres Spiel seiner Mädels gewünscht, zumal gegen die auch nicht überragend spielenden Herrenbergerinnen mehr drin gewesen wäre. „Der Unterscheid war, dass Herrenberg das eingespieltere Team hat und sich durch seine Fehler nicht verunsichern ließ. Die sind immer wieder mit viel Zug und Zielstrebigkeit in den Angriff gegangen. Wir hingegen haben durch unsere Fehlwürfe immer mehr an Vertrauen verloren“, so Thomas. „Ich hatte gehofft, dass wir da heute schon ein Stück weiter in der Entwicklung sind. Aber das ist ein längerer Prozess, den wir Schritt für Schritt weitergehen werden.“ Dem nun anstehenden Auswärtsspiel bei Tabellenführer Sachsen Zwickau kann Thomas durchaus etwas Positives abgewinnen: „Da können wir befreit aufspielen, weil wir in der absoluten Außenseiterrolle sind.“

VfL Waiblingen:

Zec, Meißner;

Tietjen (4), Nagler (5/2), Teixeira da Silva, Schraml(2), Hagen (2), Klingler (4), Hammer (3), Padutsch, Berisha, Kristmann (1),Ridder (1), Jäger.

SGH2Ku Herrenberg:

Waldenmaier, Ebert;

Schöneberg (2), Blanke (3/1), Tuc (4), Bok (5), Buhler(1), Seeger (1), Voth (1), Neubrander (4), Hiller (2), Beddies (3).

Beitrag: Frank Moser

Fotos: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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