F1 – Thomas Zeitz folgt Nicolaj Andersson

22. Januar 2020

Thomas Zeitz folgt im Sommer VfL-Coach Nicolaj Andersson
46-jähriger Trainer wechselt vom Erstligisten 1. FSV Mainz 05 nach Waiblingen

Der VfL Waiblingen Handball hat einen Nachfolger für den zum Saisonende 2019/2020 zum schweizer Meister LC Brühl / St. Gallen wechselnden Coach der Zweitliga-Frauenmannschaft, Nicolaj Andersson, gefunden. Wie VfL-Vorstandsmitglied Peter Müller mitteilt, verpflichtete der Waiblinger Handballverein den 46jährigen Thomas Zeitz als neuen Cheftrainer der VfL-Frauen ab dem 1. Juli 2020. Zeitz trainiert aktuell den Erst-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 und erhält beim VfL einen Zwei-Jahres-Vertrag. Wie sein Vorgänger Andersson ist auch Thomas Zeitz als hauptberuflicher Trainer engagiert.

Der neue VfL-Chefcoach begann schon im Alter von 5 Jahren mit dem Handballspielen bei seinem Heimatverein TSG Ober-Eschbach. Auch deswegen „weil es bei uns im Ort keinen Fußballverein gab“. Als Aktiver schaffte es Zeitz mit Ober-Eschbach bis in die damalige Regionalliga, der heutigen 3. Liga. Weitere Stationen waren die TuS Nieder-Eschbach (Oberliga) und die TSG Oberursel (Landes- und Oberliga), beim letzteren Verein als Spielertrainer. „Ich hatte auch Angebote aus der 1. und der 2. Liga, aber dafür war ich etwas zu faul.“ Bereits mit 17 Jahren startete Zeitz als Jugendtrainer. „2012 habe ich mich dann entschieden, als hauptamtlicher Trainer tätig zu werden.“

Der gelernte Bankkaufmann und Sparkassenfachwirt übernahm im Dezember 2015 während der laufenden Saison das Traineramt beim FSV Mainz 05. Als Krönung feierte Zeitz mit den „Meenzer Dynamites“ in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zum Jahresauftakt errang sein Team einen wichtigen Auswärtssieg im direkten Duell um den angestrebten Klassenerhalt bei den HSG Bad Wildungen Vipers. Vor dem FSV Mainz 05 trainierte Zeitz den Männer-Oberligisten TSG Münster sowie die Frauen-Teams der HSG Mörfelden-Walldorf (Oberliga und 3. Liga), der TSG/DJK Mainz-Bretzenheim (3. Liga und Aufstieg in die 2. Liga) und der TSG Ober-Eschbach (2. Liga). Darüber hinaus war der 46-Jährige von 2006 bis 2016 als Kader- und Stützpunkttrainer beim Hessischen Handballverband und auch als Coach für verschiedene Jugendvereinsmannschaften erfolgreich. Höhepunkt war hier das Erreichen des Halbfinales um die Deutsche Meisterschaft der männlichen A-Jugend.

Zu den Beweggründen für seinen Wechsel nach Waiblingen führt der in Frankfurt am Main geborene Trainer mehrere Gründe an: „Nach viereinhalb erfolgreichen Jahren mit Mainz 05 habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Die Gespräche mit den Verantwortlichen vom VfL Waiblingen waren von Beginn an konstruktiv. Waiblingen hat eine junge und talentierte Mannschaft und eine lange Handballtradition. Die Visionen und Ziele des VfL decken sich mit der von mir gesuchten Konstellation.“ Weiter erläutert Zeitz, dass er im Waiblinger Team noch großes Potenzial sehe. „Es reizt mich sehr, die Mannschaft noch ein ganzes Stück weiter zu entwickeln. Die Vorstellung, im momentan interessantesten Gebiet des deutschen Frauen-Handballs rund um Stuttgart arbeiten zu können, finde ich sehr spannend. Das alles hat mich überzeugt, das Engagement in Waiblingen einzugehen und mit einem ehrgeizigen Team in einem ambitionierten Verein etwas zu bewegen.“

Thomas Zeitz legt großen Wert darauf, das schnelle und moderne Handballspiel mittels guter konzeptioneller Vorarbeit und Stärkung der Eigeninitiative seiner Spielerinnen zu implementieren. Er setze auf  eine offene und ehrliche Kommunikation, was für ihn „nicht nur im Sport heutzutage das A und O ist.“ Bei ihm stehe das Team im Vordergrund, denn nur zusammen könne man etwas bewegen. „Mein Ziel ist es, jede Spielerin ein bisschen besser zu machen sowie den Horizont in Bezug auf das Spiel in der Kleingruppe und in der Gruppentaktik zu erweitern. Dann werden wir automatisch besser.“ Wenn zwischen Trainer, Spielerinnen und den Verantwortlichen im Umfeld die Kommunikation stimme, „werden wir viel Spaß zusammen haben. Und Spaß ist eine der Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten“, so der künftige VfL-Cheftrainer abschließend.

VfL-Vorstandsmitglied Peter Müller hält große Stücke auf den neuen Chefcoach und freut sich sehr über dessen Wechsel zum VfL. „Thomas und seine Handballphilosophie passen sehr gut zu unserem Verein, zu unserer jungen Mannschaft und unserem Bestreben, mit dem Frauenteam mittelfristig in die 1. Bundesliga aufzusteigen.“ Der VfL sei stolz, dass Waiblingen mittlerweile offensichtlich nicht nur für Spielerinnen eine attraktive Adresse ist, sondern auch für Trainer. „Wir hatten weitere Anfragen aus der 1. und der 2. Bundesliga“, ergänzt Rolf-Martin Klingler, Vorstandschef der Waiblinger Handballer.

Bericht / Interview: Frank Moser

Foto: Detlef Gottwald Fotogalerie / FSV Mainz 05

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