F1 – Aufholjagd der Tiger Girls ohne Happy End

17. November 2019
2. Bundesliga, Frauen: VfL Waiblingen Handball – HC Leipzig 26:27 (10:13)
Mit acht Toren lagen die Tiger Girls gegen den HC Leipzig nach 15 Minuten und einer gruseligen Leistung bereits zurück. Dennoch hätte es nach der anschließenden Aufholjagd noch zu einem Sieg reichen können, vielleicht sogar müssen. Kurz vor Schluss bei eigener 25:24-Führung und Ballbesitz in Überzahl versäumte es der VfL jedoch, den Deckel draufzumachen. Am Ende jubelten die Gäste aus Sachsen über den überraschenden 27:26 (13:10)-Auswärtserfolg.
  Wie schon eine Woche zuvor in Lintfort lief bei den Waiblingerinnen nach zunächst noch passablen Anfangsminuten (2:2) eine knappe Viertelstunde rein gar nichts zusammen. Im Angriff wurden die klarsten Chancen ausgelassen und eine VfL-Abwehr fand nicht statt. Dem jungen Leipziger Team reichten oft einfache Wechsel im Rückraum, um den Waiblinger Abwehrverband auszuhebeln. Tigers-Torhüterin Laura Pavic wehrte noch einige Bälle ab. Doch auch da waren die Gäste reaktionsschneller, schnappten sich die Abpraller und erzielten Tor um Tor. Mit acht Treffern in Folge zog der HC auf 10:2 davon. Beim Spielstand von 11:3 in der 15. Minute glaubten schon jetzt nur noch die Optimisten unter den Waiblinger Anhängern an den vierten Heimsieg im vierten Heimspiel. Mit der Einwechslung von Tigers-Kapitänin Caren Hammer wurde es jedoch ein anderes Spiel. Die VfL-Abwehr zeigte nun eine ganz andere Körpersprache und verteidigte mit der notwendigen Entschlossenheit. Im Angriff fanden die Tiger Girls, allen voran die zwölffache Torschützin Ann Kynast, ihre Treffsicherheit wieder. In der 26. Minute war der VfL wieder auf 10:12 Tore herangerückt. Erst nach zwei überhastet vorgetragenen und somit erfolglosen Waiblinger Angriffen, konnte sich Leipzig wieder etwas befreien und mit der 13:10-Führung zum Pausentee gehen.
  Der zweite Durchgang wurde zum offenen Schlagabtausch. Die Tigers erzielten den ersten Treffer nach Wiederbeginn, doch auch Leipzig war wieder im Spiel. Der HC schrammte im Angriff mehrmals nur knapp am Zeitspiel vorbei, brachte dann aber doch noch den Ball im Waiblinger Gehäuse unter. Daher dauerte es noch bis zur 42. Minute, ehe die nun deutlich besser aufspielende Heimmannschaft erstmals seit dem 2:2 wieder den Ausgleich erzielte (18:18). Dann ließ der VfL jedoch wieder einige Chancen aus. Nach dem Treffer von Jacqueline Hummel zum 24:22 sechs Minuten vor dem Schlusspfiff lagen die besseren Karten wieder auf Leipziger Seite. Doch die Tiger Girls kämpften sich zurück und schafften mit entschlossenem Einsatz und drei Treffern in Folge das 25:24 – die erste Waiblinger Führung in der Partie überhaupt. Und die Tiger Girls hatten das Happy End selbst in der Hand: doch trotz Ballbesitz und Überzahlsituation gelang es dem VfL nicht, die Führung auszubauen. Stattdessen holte sich Leipzig 23 Sekunden vor dem Ende mit einem haltbaren Treffer die 27:26-Führung zurück und wehrte den letzten Waiblinger Angriff erfolgreich ab.
  VfL Waiblingen: Mandy Hoogenboom, Laura Pavic; Ann Kynast (12/4), Kyra Teixeira da Silva (1), Vanessa Nagler, Sinah Hagen (5), Caren Hammer (3), Aaricia Smits, Tanja Padutsch (3), Altina Berisha, Louisa De Bellis, Simona Nikolovska, Alina Ridder, Vivien Jäger (2).
  Bericht: Frank Moser
  Foto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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