Tiger Girls wieder mit dem besseren Schlussspurt!

27. Oktober 2019

Handball, 2. Bundesliga, Frauen: Tigers Waiblingen – TG Nürtingen 33:26 (16:13)

Ein Déjà-vu erlebten die Zuschauer am Freitagabend in der Waiblinger Rundsporthalle, die den 29:21-Erfolg der Waiblinger Tiger Girls in der 2. Runde des DHB-Pokals gegen die TG Nürtingen knapp drei Wochen zuvor miterlebt hatten. Und natürlich auch die Teams selbst: Denn Spielverlauf und Endergebnis ähnelten auch im Zweitliga-Duell  dem Pokalspiel der Lokalrivalen. Bis zum 21:21-Zwischenstand nach knapp 43 Minuten hatte das Team von TG-Trainer Stefan Eidt den anfänglichen Rückstand aufgeholt und hatte gute Chancen, das Spiel dieses Mal zu seinen Gunsten zu drehen. Doch wieder bewiesen die Waiblingerinnen in den Schlussminuten die höheren Kraftreserven und verließen am Ende erneut als Sieger das Spielfeld. Mit 33:26 fiel der Erfolg dieses Mal nur um ein Tor knapper als im DHB-Pokal aus.

Die Tiger Girls legten vor 420 Zuschauern einen fulminanten Start hin. Trotz eines vergebenen Strafwurfs zog der Gastgeber nach zehn Minuten auf 8:3 davon. Dabei nutzte Altina Berisha ihre durch den erneuten krankheitsbedingten Ausfall von Caren Hammer längeren Einsatzzeiten nicht nur für Tore aus dem Rückraum sondern überzeugte auch mit schönen Kreisanspiele auf Louisa De Bellis oder Vivien Jäger. In der Folgezeit aber unterliefen dem VfL im ständigen Versuch, mit Tempogegenstoßspiel den schnellen Torerfolg zu erzielen, mehrere überhastete Abspielfehler. Nina Fischer und der Doppelschlag von Nürtingens Top-Scorerin Sarolta Selmeci, die  am Ende 11 Torerfolge verbuchte, brachten die Gäste schnell wieder heran (6:8). Die Waiblinger Defensive antizipierte und unterband mehrmals mit Erfolg Nürtingens Kreisanspielversuche. Dafür klafften jedoch links wie rechts immer wieder Lücken auf durch die fehlende Abstimmung , insbesondere zwischen Außen- und Halbspielerinnen. So war beim 12:11-Spielstand für den VfL nach knapp 25 Minuten der komfortable Vorsprung aus der Anfangsphase fast wieder aufgebraucht. Erst in den Schlussminuten vor dem Pausenpfiff stabilisierte sich die Waiblinger Abwehr wieder, und im Angriff wurden die Chancen wieder konsequenter verwertet. Tanja Padutsch mit zwei ihrer insgesamt fünf  Treffer von Rechtsaußen, dazu je ein Tor der bärenstarken Kreisläuferin Vivien Jäger und von Linkshänderin Ann Kynast aus dem Rückraum verschafften dem VfL mit dem 16:13-Halbzeitstand wieder etwas Luft.

Doch auch dieser Vorsprung wurde aufgebraucht. Ähnlich wie im DHB-Pokalspiel gab Nürtingen längst nicht auf und schaffte bis zur 43. Minute den Ausgleich (21:21). Das Spiel drohte zu kippen, weil der VfL in dieser Phase wieder einige Chancen liegen ließ und die Abwehr zu leicht auszuhebeln war. Tigers-Coach Nico Andersson zog  folgerichtig die grüne Time-Out-Karte und rief sein Team wieder zu Konzentration und klarer Spielstruktur auf. Die Tigers befreiten sich aus der kniffligen Situation, zeigten nun wieder erfolgreichen Tempohandball und Spielzüge, die nicht selten zum Zunge schnalzen waren. Zudem entschärfte die im zweiten Durchgang eingesetzte Tigers-Keeperin Laura Pavic einige stramme Würfe der Gäste. Doch es sollte noch weitere zehn Minuten dauern, bis der Widerstand der kampfstarken Nürtingerinnen tatsächlich gebrochen war. Denn bis zum 25:27 blieb die TG noch auf Schlagdistanz. Erst in den Schlussminuten stand die Waiblinger wieder stabil. Vorne lief es nun nahezu perfekt. Und einmal mehr profitierte der VfL von der Breite und Ausgeglichenheit seines Kaders: Alle zehn eingesetzten Feldspielerinnen trafen ins Nürtinger Gehäuse.

Waren es im Pokalspiel noch sechs Treffer in Folge, die den VfL auf die Siegerstraße brachten, sorgte heuer ein 4:0-Tore-Lauf zum 31:25 nach 57 Minuten für die finale Entscheidung. In der Schlussminute steuerte Aaricia Smits noch zwei Strafwurftreffer zum 33:26-Endstand bei. Erneute Parallele zum DHB-Pokal-Erfolg: der letzte VfL-Treffer markierte wiederum die höchste Waiblinger Führung der gesamten Partie.

Tigers-Trainer Nico Anderssson zeigte sich erleichert und zufrieden mit dem dritten Sieg im dritten Liga-Heimspiel, nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen, “ … auch wenn wir noch einige Ups and Downs im Spiel hatten. Aber die Angriffsleistung war wieder viel besser als noch vor zwei Wochen in Freiburg.“

Nürtingens Trainer Stefan Eidt hingegen war über Spielverlauf- und -ergebnis naturgemäß enttäuscht, nachdem der erste Saisonsieg vergangene Woche über Freiburg eine große Aufbruchstimmung bei der TG entfachte. „Wir haben es aber heute nicht geschafft, die Konzentration, wie noch gegen Freiburg, 60 Minuten lang hochzuhalten.“

Während die TG Nürtingen nun zwei Wochen Zeit hat, um sich bis zum Heimspiel gegen den TVB Wuppertal zu sammeln, geht es für die Tiger Girls schon am kommenden Samstag auf die lange Fahrt an die dänische Grenze zu den Nordfrauen aus Harrislee. Dort ertönt dann um 20 Uhr der Anpfiff zur DHB-Pokal-Achtelfinalbegegnung zwischen den beiden Liga-Konkurrenten.

VfL Waiblingen: Mandy Hoogenboom, Laura Pavic; Ann Kynast (7), Kyra Teixeira da Silva (1), Sinah Hagen (3), Aaricia Smits (4/3), Tanja Padutsch (5), Altina Berisha (5), Louisa de Bellis (2), Simona Nikolovska (2), Alina Ridder (2), Vivien Jäger (2), Caren Hammer, Jule Schraml, Lisa Kristmann.

Bericht: Frank Moser

Foto: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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