Erst sieben Tore hinten, dann Sieg verschenkt

8. September 2019
SG H2Ku Herrenberg – VfL Waiblingen 31.:31 (17:12)
Nervenaufreibender Saisonauftakt der Waiblinger Tiger Girls: im Lokalderby in Herrenberg lief über eine Halbzeit fast nichts zusammen. Nach 35 Minuten lag der VfL sieben Tore zurück (14:21)  Mit einer Aufholjagd hatten die Tigers kurz vor dem Ende beim 31:30 und eigenem Ballbesitz dann doch noch die Hand am Sieg. Fehlende Cleverness und die ausgebliebene Auszeit von der Bank sorgten drei Sekunden vor dem Schlusspfiff dann doch noch für den Ausgleich per Strafwurf. Herrenberg jubelte wie ein Sieger.
  Die Leistung des VfL im ersten Durchgang war angesichts der guten Spiele in der Vorbereitungsphase schlicht ernüchternd. Das Waiblinger Team produzierte gleich serienwiese technische Fehler. Unpräzise Abspiele sorgten für wenig Gefahr und Spielfluss im Angriff. Gegen die Ex-Waiblingerin Laura Waldenmaier im Herrenberger Tor wurden die meisten Würfe tief angesetzt, obwohl gerade da nicht die Schwächen der Keeperin liegen. In der eigenen Abwehr wurde häufig nur reagiert, statt aggressiv verteidigt. Auch Torhüterin Mandy Hoogenboom gab wenig Rückhalt. Caren Hammer tat sich auf der Halblinksposition schwer. Eine Entlastung wäre durch Altina Berisha möglich gewesen, doch die Österreicherin kam nur zu einem kurzen Einsatz. Die SG H2Ku war wesentlich bissiger, die Körpersprache deutlich kämpferischer. Das 1:0 durch Ann Kynast, die im ersten Durchgang als einzige Waiblingerin zu gefallen wusste, sollte für über 50 Minuten die einzige Führung für die Tigers bleiben. Der Gastgeber hebelte die Waiblinger Abwehr oft mit recht einfachen Mitteln aus und zog bis zur 9. Minute auf 6:2 davon. Die folgende Auszeit brachte nur kurzzeitige Besserung (4:6).  Durch vertane Chancen aus besten Wurfpositionen, inklusive vom Siebenmeterstrich, verpassten die Tiger Girls den möglichen Ausgleich. Nach einem kurzen Durchhänger übernahm die SG wieder das Kommando und ging mit einer verdienten 17:12-Führung in die Halbzeitpause.
  Nach dem Seitenwechsel bot sich den knapp 500 Zuschauern in der Herrenberger Markweghalle zunächst das gleiche Bild: der VfL hatte Mühe, sein Tempospiel aufzuziehen, da Herrenberg weiterhin ein gutes Rückzugsverhalten zeigte. Als der Gastgeber nach 34 Minuten zum 21:14 traf, bahnte sich gar eine deutliche Schlappe für den VfL an. Doch plötzlich erwachte der Kampfgeist unserer Tiger Girls. Caren Hammer und die in der ersten Halbzeit auch noch neben sich stehende Aaricia Smits drehten nun auf, Sinah Hagen machte auf der Rückraum Mitte Dampf. Die beiden Außen Simona Nikolovska und Tanja Padutsch sowie die Kreisläuferinnen Louisa De Bellis und Vivien Jäger wurden nun in gute und erfolgreich abgeschlossene Wurfpositionen gebracht. Über die Spielstände von 17:23 und 21:24 rückte der VfL nach 45 Minuten auf 24:25 heran. Herrenberg biss sich an der wesentlich kompakter stehenden Tigers-Abwehr mehr und mehr fest, Mandy Hoogenboom im VfL-Tor steigerte sich. Ein weiterer vergebener Strafwurf verhinderte jedoch den Ausgleich. Herrenberg befreite sich mit zwei Toren in Folge wieder und führte gut neun Minuten vor dem Ende noch immer mit drei Toren Vorsprung (29:26). Nun aber unterliefen dem Gastgeber mehrere technische Fehler. Die Tigers holten jetzt alles raus, was sie mehr als eine Halbzeit lang vermissen ließen. Mit einer Energieleistung schaffte es der VfL, beim 30:29 wieder die Führung an sich zu reißen. Auch deshalb, weil nun Ann Kynast das Siebemeterschießen übernahm und drei Mal sicher verwandelte.
  Die letzten knapp drei Minuten waren ein reines Nervenspiel. Herrenberg glich per Strafwurf aus, Louisa De Bellis traf im Gegenzug zum 31:30 für den VfL. Der nächste Angriff der SG wurde abgewehrt, Waiblingen musste noch etwa 70 Sekunden überstehen. Doch statt erst einen Angriff bis zur Anzeige von passivem Spiel ordentlich aufzuziehen und mit einer Auszeit nochmals einige Sekunden von der Uhr zu nehmen, bekam Herrenberg durch ein Waiblinger Offensivfoul noch eine letzte Chance. Den robusten Abwehreinsatz von Vivien Jäger noch vor der Freiwurflinie ahndete das Schiedsrichtergespann drei Sekunden vor dem Schlusspfiff mit einer Disqualifikation und dem siebten Strafwurf für die SG. Lea Neubrander ließ sich diese Chance nicht entgehen und netzte mit ihrem achten Treffer zum alles in allem gerechten Unentschieden ein.
  Die SG feierte den Punkt wie einen Sieg. Der VfL hingegen darf sich im ersten Heimspiel am nächsten Samstag (18:30 Uhr, Rundsporthalle) gegen den Aufstiegsaspiranten SG 09 Kirchhof nicht nochmals eine solche erste Halbzeit wie in Herrenberg leisten.
  Tigers Waiblingen: Mandy Hoogenboom, Laura Pavic; Altina Berisha (1), Louisa De Bellis (3), Sinah Hagen (3), Caren Hammer (4), Vivien Jäger (2), Ann Kynast (10/3), Simona Nikolovska (3), Tanja Padutsch (3), Alina Ridder, Aaricia Smits (2), Kyra Teixeira da Silva.
Bericht: Frank Moser

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