F1 – Pokal-Krimi ohne Happy-End für Waiblingen

4. November 2018

DHB-Pokal, Frauen: SV Union Halle-Neustadt – VfL Waiblingen 30:29 (14:12)

[fmo] Das war schade: in einem wahren Achtelfinal-Krimi verpassten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen beim Bundesligisten SV Union Halle-Neustadt nur knapp die Pokal-Überraschung. Beide Fanlager erlebten in Halle eine dramatische Achterbahnfahrt. Am Ende gab nur die etwas höhere Routine des Gastgebers den minimalen Ausschlag für das knappe Pokal-Aus des VfL. Der Siegtreffer zum 30:29 für Halle fiel 17 Sekunden vor dem Schlusspfiff.

Der VfL benötigte in Halle rund zehn Minuten, um Respekt und Nervosität abzulegen. Bis dahin hatte der Gastgeber bereits eine 7:3-Führung herausgeworfen. Doch das junge Waiblinger Team fand zunehmend besser ins Spiel, agierte in der Abwehr gegen die körperlich überlegenen Hallenserinnen nun deutlich aggressiver. Vorne ließ Waiblingen zunächst noch drei glasklare Chancen nach Tempogegenstößen allein vor dem gegnerischen Tor liegen. Dennoch wurden die Gastgeberinnen nervös, als sie den erhöhten Widerstand des VfL spürten. Nach siebzehn Minuten erzielte Waiblingen den 6:7-Anschlusstreffer, wenig später brachte die bärenstarke Lea Gruber den VfL beim 12:11 in Führung. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs schlichen sich beim VfL ein paar wenige kleine Fehler ein. Halle-Neustadt nutze diese mit seiner Routine und Erstligaerfahrung aus und ging mit einer 14:12-Führung in die Halbzeitkabine.

Als der Gastgeber nach Seitenwechsel auf 15:12 erhöhte, schien sich der Favorit absetzen zu können. Doch Waiblingen mobilisierte alle Kraftreserven, wollte unbedingt die Chance auf das Pokal-Viertelfinale wahren. Mit erfrischendem Tempo-Handball wirbelte der VfL die Abwehr von Halle durcheinander. Oft waren die Waiblinger Angreiferinnen einfach zu flink und konnten von der SV-Abwehr häufig nur auf Kosten von Zwei-Minuten-Strafen gestoppt werden. Mit einem 8:0-Tore-Lauf drehte der VfL das Spiel und führte nach 38 Minuten mit 20:15. Die Pokal-Sensation war greifbar nahe. Angetrieben vom lautstarken Publikum rappelte sich der Gastgeber jedoch wieder auf. Drei schnelle Tore hintereinander in nur zwei Minuten gaben Halle-Neustadt nochmals Auftrieb. Zudem zeigte die Umstellung auf eine offensivere Abwehr mit der vorgezogenen Deckung auf der Mittelposition ihre Wirkung. Der VfL kam nun nicht mehr so einfach mit dem seinem Tempospiel zum Erfolg. Beim Stand von 21:19 vergab der VfL einen Strafwurf, im Gegenzug kassierte Waiblingen trotz zweifacher Überzahl den Anschlusstreffer. Nun war das Momentum auf Seiten des Gastgebers. Knapp sieben Minuten vor dem Schlusspriff hatte der Bundesligist dem Spiel erneut eine Wendung verpasst und sich auf 29:25 abgesetzt. Die Messe schien gelesen. Doch Waiblingen gab nicht auf. Und tatsächlich: Simona Nikolovska, die treffsichere Tina Welter mit zwei weiteren Toren und Lea Gruber mit ihrem zehnten Treffer schafften 47 Sekunden vor dem Ende nochmals den Ausgleich (29:29). Mehr Dramatik ging nicht. Noch einen Ball in der Abwehr gewinnen, der VfL hätte den Traum vom Viertelfinale wahr werden lassen können. Doch Halle-Neustadt behielt die Nerven, netzte den Ball 17 Sekunden vor der Schlusssirene zum 30:29 ein. Der letzte VfL-Angriff brachte nichts mehr ein, Halle feierte einen knappen und äußerst glücklichen Pokal-Sieg.
Ein sichtlich enttäuschter, aber auch klar analysierender VfL-Coach Nicolaj Andersson brachte es direkt nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: sein Team absolvierte eine klasse Partie, doch die wenigen kleinen Fehler bestrafte der Bundesligist mit seiner Routine und Erfahrung aus Waiblinger Sicht einmal zu viel. Doch nach der ersten Enttäuschung über das knapp verpasste DHB-Pokal-Viertelfinale kann das VfL-Team stolz auf die gezeigte Leisung sein. Diesen Schwung gilt es nun in das anstehende Liga-Heimspiel gegen die TG Nürtingen am kommenden Samstag (18:15 Uhr, Rundsporthalle) mitzunehmen.

VfL Waiblingen: Hoogenbomm, Waldenmaier; Kristmann, Nagler (2), Teixeira da Silva, Dirmeier (1), Gruber (10), Hagen (2), Bauer, Hammer (3), Odrowska (5/2), Hagen de Bellis, Hojckyk, Nikolovska (2), Welter (4)

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