F1 – Waiblingen strebt mindestens Platz sieben an

5. September 2018

Quelle: ZVW.de vom 04.09.2018

[ms] Die Handballerinnen des VfL Waiblingen gehen sehr zuversichtlich in ihre zweite Saison in der 2. Bundesliga. Nach dem Ende der FSG mit dem SC Korb ist das Team zusammengeblieben, und es gibt mit dem jungen Dänen Nicolaj Bredekjær Andersson einen neuen, ehrgeizigen Coach. Für ihn ist es die erste Station als Aktiven-Cheftrainer. Ein Risiko, das der Club gerne in Kauf nimmt.

Mit der Verpflichtung eines unverbrauchten, aber auch unerfahrenen Trainers aus dem Ausland hat der VfL Neuland betreten. Und damit auf den gescheiterten Versuch aus der vergangenen Saison reagiert, mit den alten Hasen Jürgen Krause und Kerstin Zimmermann als gleichberechtigtem Duo eine Dauerlösung zu finden. Verein und Trainer hatten sich wegen sportlicher Probleme und abgekühlten Binnenklimas fünf Spieltage vor Schluss getrennt. „Bei der Entwicklung der Mannschaft war das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt der im VfL-Vorstand für den Frauenbereich zuständige Peter Müller. Als Interimstrainer führte Rainer Bay, Coach der zweiten Mannschaft, die FSG noch auf Platz acht.

Frauen 1VfL Waiblingen. Hinten von links: Caren Hammer, Jasmin Dirmeier, Lea Gruber, Vanessa Nagler, Monika Odrowska, Tina Welter, Kyra Teixeira da Silva. Mitte: Geschäftsstellenleiter Nadir Arif, Trainer Nicolaj Bredekjær Andersson, Physio Mia Djuraas, Laura Waldenmaier, Mandy Hoogenboom, Michaela Reemtsema, Co-Trainer Adrian Müller, Vorstandsmitglied Peter Müller (zuständig für den Frauenbereich). Vorne: Beirat Holger Zoller (Frauenbereich), Simona Nikolovska, Chiara Baur, Hanna Hojczyk, Sinah Hagen, Louisa De Bellis, Torwarttrainer Fabian König. Foto: Heike Kranacher

Markus Becker, ein alter Bekannter von VfL-Geschäftsstellenleiter Nadir Arif aus dessen Zeit bei den Stuttgarter Kickers, kam den Waiblingern bei der Trainersuche zur Hilfe und stellte den Kontakt zum jungen Dänen Nicolaj Bredekjær Andersson her. Er passte ins Anforderungsprofil des VfL: topausgebildet als Coach und überdies als Leiter der Jugendakademie beim TTH Holstebro und langjähriger Jugendtrainer geschult in der Weiterentwicklung junger Spielerinnen. Zudem hatte er als Co-Trainer bei hochklassigen Mannschaften im Frauen- und Männerbereich Erfahrungen gesammelt. Das imponierte den Waiblingern. Arif: „Für mich bestand der Reiz auch darin, mal keinen Trainerwechsel innerhalb des Kreises oder Bezirkes zu machen, sondern einen unbekannten Trainer zu holen.“ Und Müller sagt, er sei sofort vom Vorschlag begeistert gewesen: „Ich liebe den skandinavischen Handball.“

Der junge Däne stammt aus einer handballverrückten Familie

Andersson, der gut Deutsch spricht, obwohl er die Sprache nur drei Jahre lang in der Schule gelernt hat, stellte sich sogleich in Waiblingen vor. „Ich fand das schon spannend: Die meisten Spielerinnen sind sehr jung und noch nicht fertig in ihrer Entwicklung.“ Die Chemie stimmte, nach nur kurzer Zeit wurde ein Zweijahresvertrag abgeschlossen. Es sei schon lange sein Wunsch gewesen, mal in Deutschland zu arbeiten, sagt der gebürtige Kopenhagener. Er stammt aus einer handballverrückten Familie: Anderssons Bruder Lasse verdient seine Brötchen beim spanischen Erstligisten FC Barcelona, die Mutter spielte einst in der dänischen Nationalmannschaft. Und auch Nicolaj Bredekjær Anderssons Lebensgefährtin Mia Djuraas, mit der er den fünfjährigen Sohn Carl hat, war früher in der 1. Liga aktiv. Sie wird künftig das VfL-Team als Physiotherapeutin betreuen. Im November kommt das zweite Kind.


Engagiert: Coach Andersson.    Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Für Trainer und Verein birgt die Zusammenarbeit Chancen – und Risiken. „Aber ich steh’ voll dahinter“, so Müller. „Wir sitzen im gleichen Boot, beide Seiten wollen Erfolg.“ Andersson, dessen Karriere als Spieler bereits mit 19 Jahren verletzungsbedingt endete, verfügt über die höchste Trainerlizenz und setzt auf moderne Methoden. Per App lässt sich der Leistungsstand jeder Spielerin genau verfolgen. Auch weil der Coach viel Wert auf Krafttraining lege, gebe es bislang keine Verletzungen zu beklagen, betont Müller.

Trainer hat die Abwehr umgestellt

Auch sonst sind die Eindrücke auf beiden Seiten positiv. Müller: „Die Handschrift des Trainers ist schon zu sehen.“ Andersson: „Die Spielerinnen sind sehr ehrgeizig und wollen Neues lernen.“ Der Coach setzt auf das Spielprinzip „Agieren statt reagieren“. Die größte Umstellung gebe es in der Abwehr, stets müsse das Team versuchen, Bälle herauszufangen. Die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Adrian Müller, der schon als Jugendlicher beim VfL spielte, dem neuen Torwarttrainer Fabian König sowie VfL-II-Coach Bay sei erstklassig. Um die Durchlässigkeit zwischen Zweitliga- und Oberligateam zu gewährleisten, gibt es wöchentlich gemeinsame Trainingseinheiten. Andersson lobt zudem die Kommunikation mit der Vereinsführung: „Wenn ich was brauche, rufe ich einfach Nadir an.“

In der Vorbereitung hat das Team, Neuzugänge sind die Luxemburger Außenspielerin Tina Welter (vom Konkurrenten Trier) und die holländische Torhüterin Mandy Hoogenboom (Rosengarten), beim international besetzten Toto-Lotto-Cup in Ludwigsburg überzeugt. Der VfL wurde Siebter unter 16 Mannschaften und trotzte dem Erstligisten und späteren Turniersieger HSG Bad Wildungen ein Remis ab.

Andersson: „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“

Die Saisonziele lauten, konstantere Leistungen abzurufen und besser abzuschneiden als in der vergangenen Saison. Weil es in der Liga sehr viel Bewegung bei Kadern und Trainern gegeben hat, seien die Gegner schwer einzuschätzen, so Arif und Müller. Aus den Ergebnissen der Saison 2017/18 schließt Andersson aber: „Jeder kann jeden schlagen.“

Die weiteste Anfahrt muss der VfL zum Spiel bei einem Aufsteiger unternehmen. Der TSV Nord Harrislee ist direkt an der dänischen Grenze beheimatet, für Andersson wird es also fast ein Heimspiel. Weil auch die Spielorte der weiteren Liganeulinge – Erstligaabsteiger HC Rödertal (Sachsen) sowie Aufsteiger HSG Gedern/Nidda (Hessen) und TuS Lintfort (Nordrhein-Westfalen) – recht weit von Waiblingen entfernt liegen, sind laut Peter Müller die Anfahrtskosten für den VfL im Vergleich zur vergangenen Saison von 30 000 auf 40 000 Euro gestiegen. Wie hoch der Gesamtetat ist, lässt der Verein im Dunkeln. „Aber wir bewegen uns da im Mittelfeld der Liga.“

Los geht’s für die Waiblinger Mannschaft am Samstag, 8. September, mit dem Heimspiel gegen den mit nur einem Punkt aus Liga eins abgestiegenen HC Rödertal. Die ersten beiden Auftritte zu Hause muss der VfL in der ungeliebten Staufer-Halle bestreiten, bevor am 20. Oktober nach dann über eineinhalb Jahren Sanierung endlich die Premiere in der Heimspielstätte Rundsporthalle ansteht. Ein Grund mehr, sich auf diese Saison zu freuen.

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