F2 – Waiblingen/Korb II völlig überfordert

13. Mai 2018

Quelle: ZVW.de vom 11.05.2018

3. Liga Süd, Frauen, Rückblick: Sang- und klangloser Abstieg der FSG II mit gerade einmal vier Pluspunkten

Wer aus 22 Spielen nur vier Punkte holt, hat in der Liga nichts zu suchen. Folgerichtig ist deshalb der Abstieg der Handballerinnen der FSG Waiblingen/Korb II in die Baden-Württemberg-Oberliga. Das Team, das künftig für den VfL Waiblingen antreten wird, war in der 3. Liga Süd nicht wettbewerbsfähig, trotz einer Steigerung in der Rückrunde unter dem neuen Coach Rainer Bay.

Dass es nicht leicht werden würde, den Klassenverbleib zu sichern, war schon vor dem Saisonstart klar gewesen. Nach der Gründung der FSG Waiblingen/Korb war die zweite Mannschaft anders als vom verantwortlichen VfL erhofft nicht in die Oberliga, sondern in die 3. Liga eingruppiert worden. In dieser hatten in der vorangegangenen Saison der SC Korb und die Waiblinger gespielt. Ersterer wurde unter Coach Jürgen Krause Meister und sicherte der FSG den Aufstieg in Liga zwei, während der VfL in der Klasse blieb. Deshalb, so der technische Leiter der 3. Liga Horst Keppler damals, sei die FSG II logischerweise auch in dieser Spielklasse geblieben.

Die Frauenspielgemeinschaft war mit heißer Nadel gestrickt worden, der Fokus lag ganz klar auf der ersten Mannschaft. Parallel wurde versucht, ein wettbewerbsfähiges Drittligateam auf die Beine zu stellen. So schlecht sah’s nicht aus: Spielerinnen wie Lisa Friedrich, Tabea Bauer und Luisa Castro waren bereits in der Vorsaison im Kader des VfL gewesen, hinzu kamen vielversprechende Neuzugänge wie Torhüterin Michaela Reemtsema (Rückkehrerin), Carolin Wolf, Annika Luckert (in der Vorsaison Torschützenkönigin in der Oberliga für die SF Schwaikheim) sowie die talentierte Tochter des Ex-Weltmeisters Markus Baur, Chiara. Wie Letztere sollte auch Torhüterin Laura Waldenmaier, gerade Europameisterin mit der deutschen U 17 geworden, je nach Situation und Entwicklung in beiden FSG-Teams zum Einsatz kommen. Als Trainer der zweiten Mannschaft fungierte der Sportliche Leiter Nadir Arif.

Doch dann gingen die Probleme los. Die Vorbereitung auf die Saison lief miserabelst. Wegen der Sanierung der Rundsporthalle und der Salierhalle habe das Team nur einmal pro Woche gemeinsam trainieren können, so Arif vor Saisonbeginn. Viel zu wenig, um ein schlagkräftiges Team zu formen. Das Unternehmen Klassenverbleib werde deshalb „brutal schwer“. Entsprechend begann die Drittliga-Saison, die FSG kassierte empfindliche Niederlagen gegen Möglingen und in Haunstetten. Am dritten Spieltag setzte sich Zweitliga-Coach Krause mit auf die Bank und tatsächlich gelang ein 24:22-Erfolg gegen den Abstiegskonkurrenten SG Ottersheim.

Was danach aber geschah, war furchtbar: Das Team verlor trotz des zeitweisen Einsatzes von Krause 16 Partien in Folge. Schon nach der siebten Pleite hatte Nadir Arif sein Traineramt niedergelegt. Als Grund nannte er seine zu große berufliche Belastung in der Waiblinger Zentralklinik. In dieser hatte es Anfang April 2017 gebrannt, Arif räumte ein, vielleicht unterschätzt zu haben, „was da noch alles auf mich zukommt“.
Bay: „Auch im taktischen Bereich gab es Dinge aufzuarbeiten“

Nachfolger als Coach wurde Anfang Dezember Rainer Bay, der in der Saison 2015/16 die Bundesliga-A-Jugend der SV Remshalden trainiert hatte. Wunderdinge wurden von ihm freilich nicht erwartet. Wegen der sehr schlechten Vorbereitung habe die Mannschaft besonders im konditionellen Bereich keine Grundlage gehabt. „So hat man in der Liga keine Chance.“ Doch auch im taktischen Bereich „gab es Dinge, die aufgearbeitet werden mussten, vor allem in der Defensive“. So etwas braucht Zeit, und die hatte die FSG II nicht: Die Niederlagenserie hielt an, obwohl besonders Torhüterin Reemtsema eine tolle Saison gespielt habe.

Immerhin zeigte die Mannschaft trotz der Langzeitverletzung der Spielmacherin Lisa Friedrich (Kreuzbandriss zehn Spieltage vor Schluss) zum Saisonende hin, dass sie sich weiterentwickelt hatte. Die Ergebnisse wurden knapper, es wären sogar noch ein paar Pünktchen mehr drin gewesen. Am drittletzten Spieltag gab’s mit dem überraschenden 28:27 in Freiburg den zweiten Saisonsieg. An Ottersheim kam das Team aber nicht mehr vorbei, auch die kleine Chance auf die Relegation war vertan.

Für den Verein sei der Abstieg kein Beinbruch, so Bay. In der kommenden Saison geht’s in der Baden-Württemberg-Liga weiter. „Da wollen wir uns ein bisschen konsolidieren und uns im vorderen Mittelfeld etablieren.“

Abschlusstabelle
1. TuS Metzingen II 22 637:550 32:12
2. SG BBM Bietigheim II 22 643:555 32:12
3. TSV Haunstetten 1892 22 603:524 31:13
4. SV Allensbach 22 603:537 29:15
5. HSG Freiburg 22 610:563 27:17
6. TV Möglingen 22 671:627 25:19
7. TSG Ketsch II 22 591:603 24:20
8. ESV 1927 Regensburg 22 618:629 21:23
9. TSV Kandel 22 552:632 19:25
10. TS Herzogenaurach 22 524:555 15:29
11. SG Ottersheim 22 534:662 5:39
12. FSG Waiblingen-Korb II 22 542:691 4:40


Gegen das zweitschlechteste Team der Liga, die SG Ottersheim, feierte die FSG ihren einzigen Heimsieg. Hier versucht sich Annika Luckert gegen Christina Völker (8) und Meike Silaghi (18). Die Waiblingerin Lisa Friedrich (2) hatte im weiteren Saisonverlauf großes Pech: Sie fiel mit Kreuzbandriss aus. Bild: Steinemann

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