F1 – Arbeitssieg der FSG im letzten Heimspiel

13. Mai 2018

FSG Waiblingen/Korb –  HSG Hannover-Badenstedt 31:28 (18:16)

[ak] Die FSG Waiblingen/Korb gewinnt ihr letztes Heimspiel der ersten 2.Ligasaison mit 31:28 gegen den Vorletzten HSG Hannover-Badenstedt. Das Ergebnis darf man getrost in die Kategorie Arbeitssieg einordnen, der aber verdient an die FSG ging. Der Partie war anzumerken, dass es für beide Teams um nichts mehr ging, man sich aber gerne ehrenvoll verabschieden wollte.

Waiblingen/Korb hat den Klassenerhalt geschafft, kann sich aber in der Tabelle am letzten Spieltag gegen die Füchse Berlin noch nach oben arbeiten. Die Norddeutschen sind nicht nur sportlich abgestiegen, sie ziehen sich auch aus finanziellen Gründen aus dem zweiten Oberhaus zurück.

Den Zuschauern wurde von beiden Teams dennoch handballerische Schonkost geboten, mit üppigen Einlagen an technischen Fehlern und Torwürfen zum Haareraufen. Im Defensivverhalten konnte die FSG nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Dabei fing das Spiel für die Gastgeberinnen eigentlich so gut an:

Nachdem mit den Torhüterinnen Nicole Roth, sie folgt dem Ruf der ersten Liga nach Neckarsulm, und Tünde Nagy, sie kehrt in ihre Heimat Ungarn zurück, Bianca Grigore (hartnäckige Knieverletzung), Sina Stumpp (Auslandsstudium), Torwarttrainer Hartmut Hammer und Physio Juliane Schneider angemessen offiziell verabschiedet waren, bestimmte die Spielgemeinschaft Waiblingen/Korb die ersten zehn Minuten ganz klar und setzten sich aus einer ordentlich aufgestellten Abwehr heraus auch dank dreier Tore von der pfeilschnellen Rechtsaußen Simona Nikolovska auf 8:4 ab.

Es wäre  ein Leichtes gewesen, die leicht auszurechnende Gäste, bei denen allein Jana Pollmer gefährlich war, schon jetzt frühzeitig auf die Verliererstraße zu schicken. Das Team von Interimscoach Rainer Bay versäumte die Gelegenheit und musste fortan um den späteren Erfolg unnötig hart kämpfen. Keine drei Minuten benötigte der Gegner, um zum 9:9 auszugleichen.

Dann brachte Bay  Caren Hammer und Sinah Hagen – und damit neuen Schwung ins FSG-Spiel. Hammer musste allerdings kurz darauf schon wieder für zwei Minuten zurück auf die Bank, Zeitstrafe.

Die beiden Unparteiischen hatten bei einem Gegenstoß der Gäste  eine Notbremse von ihr gesehen. Es war nicht die erste umstrittene Entscheidung. In Unterzahl kassierten die Gastgeberinnen das 9:11, Lea Gruber und Vanessa Nagler konnten aber zum 11:11 in der 18. Minute ausgleichen. Es ging aber weiter hin und her. Für die Gäste traf Pollmer höchst Schritte-verdächtig, allerdings ungeahndet, zum 12:14.Bis zur Pause verflachte die Partie, Hagen traf zum 15:16-Anschluss und  Monika Odrowska drehte zum Halbzeitpfiff den Spieß um, 18:16 für die FSG.

Gehaltvoll muss die Ansprache von Bay in der Kabine gewesen sein. Mit einem Blitzstart erhöhten die Gastgeberinnen zunächst in sieben Minuten auf 22:16, um in den folgenden neun Minuten den Vorsprung völlig unverständlich und fahrlässig wieder zu verspielen.  Für die FSG-Anhänger ein schwer verdaulicher Happen. Im Angriff Würfe mitten aufs Tor, Aufbaukost für die Gäste-Torfrau, in der Abwehr keine Ordnung und lasches Zupacken, Bay wechselte durch, ohne Erfolg.

Das Heimteam besann sich aber dann immer  wieder auf seine Qualitäten. Hammer tankte sich zum 23:23-Ausgleich durch, Hagen bediente Louisa De Bellis am Kreis, die zur 25:24-Führung traf. Wieder war es Hammer, die sich den Ball vom Gegner schnappte und die nach vorn gestürmte Hagen sah, die sicher zum 27:24 in der 52. Minute verwandelte. Für Beruhigung sorgte das aber immer noch nicht. Die Gäste kamen zum 27:26-Anschluss. Bay brachte nochmals Torhüterin Nicole Roth, die im ersten Durchgang glücklos agierte, in der Schlussphase aber zum Rückhalt wurde. Monika Odrowska lieferte in der 56. Minute mit ihrem neunten Treffer zum 29:26 die Vorentscheidung. Hagen traf zum 31:27, das 31:28 durch die Gäste wurde zur Makulatur.

Rainer Bay: „Wir haben es heute nicht konsequent gespielt und es uns unnötig schwer gemacht. Wir haben verpasst, die Führung nach zehn Minuten auszubauen, Hannover hat gut verteidigt gegen unseren Rückraum. Es war ein ständiges Auf und Ab, wir hatten zu viele Schwächephasen. Für die Spielerinnen war das letzte Heimspiel ein emotionales Ereignis, die Saison war für sie  sehr bewegend.“

FSG: Waldenmaier, Roth, Nagy, Nagler (2), Dirmeier, Gruber (4), Odrowska (9/3), Hammer (4), De Bellis (1), Nikolovska (5), Hagen (5/1), Hojczyk, Teixeira da Silva (1), Baur, Grigore

Fotos: Heike Kranacher www.smartmediadesign.de

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