F1 – FSG entlässt Krause und Zimmermann

13. April 2018

Quelle: ZVW.de vom 12.04.2018

Das Duo Jürgen Krause/Kerstin Zimmermann ist bei der FSG Waiblingen/Korb Geschichte. Fünf Spieltage vor Saisonschluss in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen hat der neue Vorstand des VfL Waiblingen die gleichberechtigten Trainer entlassen. Die Verantwortlichen sehen das Saisonziel Klassenverbleib in großer Gefahr und werfen den Coaches Fehler vor.

Das Ende hatte sich schon seit längerem angedeutet. Nach überragendem Zweitliga-Saisonstart als Aufsteiger (Jürgen Krause mit dem SC Korb) und dem Sprung auf Platz eins begann es sportlich zu kriseln. Es folgte Anfang Februar die Nachricht, Krause verlasse zum Saisonende das Team aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem bei der FSG federführenden VfL Waiblingen. Anfang März entschied dann auch Kerstin Zimmermann, dem Verein den Rücken zu kehren und nach der Runde zum Drittligisten TV Möglingen zu wechseln. Nicht erst seitdem gibt es Stimmen aus dem Umfeld der FSG, mit der oft beschworenen Harmonie zwischen Trainern, Mannschaft und Verein sei es nicht mehr weit her.

Und das ist so geblieben, auch wenn es inzwischen beim Handballverein VfL einen neuen Vorstand gibt. Karsten Reichmann hat sich wie angekündigt nach zwei Jahren als erster Vorsitzender zurückgezogen, die neue Führung besteht seit März aus drei gleichberechtigten Mitgliedern (ein ausführlicher Bericht folgt): Rolf Klingler (Sprecher), Peter Müller (Frauenbereich) und der bisherige zweite Vorsitzende Frank Ader (Männerbereich).

Schon bei einer Niederlage in Mainz hätten die Trainer gehen müssen

Kaum im Amt, sehen sich die Verantwortlichen inklusive des Sportlichen Leiters Nadir Arif nun dazu gezwungen, die Trainer-Reißleine zu ziehen. Vier Punkte hat die FSG zwar jetzt Vorsprung auf den ersten von zwei Abstiegsplätzen. Doch mit der sportlichen Leistung ist die Vereinsführung nach zuletzt 3:9 Punkten nicht zufrieden, sie sieht den Klassenverbleib in großer Gefahr. Zudem sei der Druck aus dem Umfeld, etwas zu unternehmen, riesig gewesen, sagt Klingler. Arif ergänzt: „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Mitgliedern und Sponsoren.“ Der Vorstand lässt keinen Zweifel daran, dass Krause und Zimmermann wohl schon im Fall einer Niederlage am siebtletzten Spieltag in Mainz entlassen worden wären. Doch die FSG siegte 26:24, die Trainer durften vorerst weitermachen.

Die Alarmglocken schrillen lassen hatte bereits die 28:29-Niederlage beim Tabellenletzten Gröbenzell. Der verlorene Punkt und die schlechte Vorstellung zuletzt beim 23:23 gegen Nürtingen hat schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Die FSG hatte in beiden Partien jeweils sehr deutlich geführt. Den Hauptgrund für die Punktverluste sehen die VfL-Chefs in falschen Entscheidungen des Trainerduos. Kritisiert wird insbesondere Krauses Hang, das Team in Spielen munter durchzuwechseln. „Damit hat er früher Erfolg gehabt“, sagt Klingler. „Aber die Taktik ist in den letzten Spielen nach hinten losgegangen.“ Fehler dürften freilich gemacht werden, erklärt Müller. „Aber uns hat gefehlt, dass darauf reagiert wird.“ Zimmermann stehe da genauso in der Verantwortung.

Trainingssteuerung missfiel dem Verein

Zudem sei der Eindruck entstanden, dass die Trainer das Team nicht mehr richtig erreichten. Klinglers Beispiel: Gegen Nürtingen habe sich die in der ersten Hälfte starke Torhüterin Tünde Nagy zur Pause wohl zugunsten von Nicole Roth selbst ausgewechselt. Und obwohl es bei Roth nicht lief, habe sie bis zum Ende durchspielen dürfen.

Auch die Trainingssteuerung hat den Verantwortlichen missfallen. Die Trainer hätten dem Team eine Woche vor dem wichtigen Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Nürtingen freigegeben und die FSG dann in nur drei Trainingseinheiten auf die Partie vorbereitet.

FSG steht vor immens wichtigen Spielen in Trier und Hannover

Aus solchen Gründen trauen Klingler, Müller und Arif den Trainern nicht mehr zu, den Tabellenneunten zu Siegen in den immens wichtigen Spielen jetzt in Trier (13.) und am vorletzten Spieltag gegen Hannover (14.) zu führen. Auch wenn Arif betont: „Sportlich sind wir eigentlich super zufrieden damit, was die junge Mannschaft an Punkten geholt hat.“ Doch in der Liga gehe es nun mal sehr eng zu.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Mannschaft noch besser dastünde, wären ihr aufgrund eines zeitweise falschen Spielerpasses von Kyra Teixeira da Silva nicht drei Punkte abgezogen worden. Nadir Arif hatte den Fehler auf seine Kappe genommen. Er sagt allerdings auch: „Als Ausrede lasse ich das nicht gelten.“ Denn das Team und damit die Trainer hätten auch so genügend Möglichkeiten gehabt, Zähler für den vorzeitigen Klassenverbleib zu sammeln. Aber eben einige liegenlassen.

Kommunikation hat nicht funktioniert

Nicht funktioniert hat auch die Kommunikation zwischen Trainern und Vereinsführung. Arif räumt den Fehler ein, keine Trainingseinheit und kein Auswärtsspiel besucht zu haben. „Das wird mir nicht noch mal passieren.“ Allerdings gibt es in Sachen Informationsaustausch auch einiges, was ihn an den Trainern geärgert hat. Etwa die Nachricht von Zimmermanns Wechsel nach Möglingen. „Davon habe ich aus der Zeitung erfahren.“

Glänzend dagegen sei die Kommunikation mit dem Trainer der Drittligamannschaft, Rainer Bay. Der soll nun parallel bis zum Saisonende auch die FSG I coachen. Arif lobt dessen Ruhe und Handballverstand, das Team der FSG II habe unter ihm und Co-Trainer Jan Kugel große Fortschritte gemacht. „Rainer Bay hat unser vollstes Vertrauen“, bekräftigt Peter Müller. Bleiben wird auch Torwarttrainer Hartmut Hammer. Arif will dem Interimstrainerteam ständig zur Seite stehen. Und mit dafür sorgen, dass der zur neuen Saison kommende dänische Coach Nicolaj Andersson und sein Co-Trainer Adrian Müller ein Zweitliga-Team statt eines Absteigers übernehmen können.


Das Heimspiel gegen Nürtingen war für die Trainer Jürgen Krause und Kerstin Zimmermann das letzte bei der FSG. Das Team (von links die Spielerinnen Sina Stumpp, Hanna Hojczyk, Lea Gruber, Sinah Hagen und Louisa de Bellis) soll nun mit einem Interimstrainer den Klassenverbleib schaffen. Foto: Ralph Steinemann

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