F1 – Höhenflug gestoppt

23. Oktober 2017

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 23.10.2017 

FSG Waiblingen/Korb – TV Beyeröhde 20:23 (10:11)

Der Höhenflug des Aufsteigers FSG Waiblingen/Korb in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen ist vorerst gestoppt worden. Nach einer sehr schlechten Leistung in Abwehr und Angriff verlor der Spitzenreiter das Heimspiel in der neuen Staufer-Halle gegen den alles andere als übermächtigen TV Beyeröhde aus Wuppertal mit 20:23 (10:11).

Exemplarisch für das Spiel der FSG war eine Szene in der 40. Minute. In Unterzahl hatten die Gäste ihre starke Torhüterin Dana Centini zugunsten einer sechsten Feldspielerin aus dem Kasten genommen. Das Team vertändelte den Ball, doch statt die Gelegenheit zu nutzen, ihn einfach ins leere Tor zu werfen, startete Waiblingen/Korb ein umständliches Aufbauspiel und langte erst an der anderen Seite an, als Centini schon zurückgekehrt war. Solche Unkonzentriertheiten warfen die FSG die komplette Partie über zurück.

Besonders auffällig war, dass die Gastgeberinnen nie zu ihrem typischen Tempospiel fanden. Dazu gab es viel zu viele leichte Ballverluste, die oft aus Fehlpässen resultierten. Da es mit schnellen Gegenstößen also nicht klappte, musste das Team der Trainer Jürgen Krause und Kerstin Zimmermann ihr Heil im ungeliebten Positionsangriff suchen. Die Aktionen waren jedoch fast immer zu statisch, um die gut organisierte Defensive der Gäste vor Probleme zu stellen. Hinzu kamen unplatzierte Würfe, die zur leichten Beute für Centini wurden.

Und auch in der Abwehr, sonst die große Stärke der FSG, lief nichts zusammen. Die bieder agierenden, aber erfahrenen Gäste nutzten das mit geduldigen Angriffen clever aus. Die erstligaerfahrene Michaela Janouskova stand auf Rechtsaußen regelmäßig frei und wurde mit acht Treffern zur überragenden Spielerin. Zu Anfang hatte immerhin FSG-Torhüterin Tünde Nagy ihr Team vor einem hohen Rückstand bewahrt. In Hälfte zwei allerdings waren weder sie noch ihre Kollegin Nicole Roth dazu in der Lage, der Mannschaft entscheidend zu helfen. In der Vorwoche beim fulminanten Sieg in Buchholz hatten die Torhüterinnen noch mit herausragenden Leistungen geglänzt.

Die ersten 30 Minuten jetzt gegen den TV Beyeröhde waren ausgesprochen torarm, zur 15. Minute stand es gerade mal 4:4. Während einer Auszeit kurz darauf forderte Krause lautstark mehr Bewegung ohne Ball – es half nichts. Mit 4:8 lag die FSG, bei der die 18-jährige Chiara Baur ihr Debüt gab, zur 21. Minute hinten. Zwar kämpfte sich die Mannschaft zum 8:8 zurück, eine Führung gelang jedoch nicht. Beim Stand von 10:11 ging es in die Pause.

Danach behielt das Team des Gästetrainers Martin Schwarzwald stets die Führung. Allen voran Janouskova traf immer wieder. Die angeschlagen in die Partie gegangene Vanessa Nagler hielt die FSG mit Siebenmetertreffern im Spiel. Doch es blieb dabei: Die FSG agierte vorne zu fahrig und hinten zu zaghaft. Das 13:18 von Gästespielerin Mandy Reinharz (49.) war die Vorentscheidung. Auf mehr als drei Tore kam Waiblingen/Korb nicht mehr heran, die 20:23-Niederlage war verdient. Das Team hatte sich selbst geschlagen.

Eines allerdings darf nicht vergessen werden: Die Mannschaft ist sehr jung, da sind Leistungsschwankungen normal. Dass so ein schwacher Auftritt gerade vor heimischem Publikum sein musste, war Pech. Der Sieg zuvor beim Favoriten Buchholz und das Vorrücken auf Tabellenplatz eins hatten hohe Erwartungen geweckt. Jetzt sind das Team des Aufsteigers und die Fans auf dem Boden der Tatsachen zurück. Dennoch: 8:4 Punkte können sich sehen lassen. In den kommenden beiden spielfreien Wochen hat die FSG Zeit genug, die Niederlage aufzuarbeiten.

FSG Waiblingen/Korb: Nagy, Roth; Nagler (5/5), Dirmeier, Gruber (4), Baur, Hammer (2), Stumpp, Odrowska (3), De Bellis (2), Hojczyk (1), Nikolovska (2), Grigore, Hagen (1). TV Beyeröhde: Centini, Weste; Michailidis, Reinarz (2/1), Fabisch (5/2), Ruthenbeck (3), Hufschmidt, Adams (3), Stefes (1), Kinnert, Janouskova (8), Tomlik, Adeberg (1), Knippert.


Monika Odrowska, FSG Waiblingen, strebt dem gegnerischen Tor zu. Bild: Steinemann

Stimmen zum Spiel

Kerstin Zimmermann, Trainerin der FSG Waiblingen/Korb: „Es war unsere mit Abstand schlechteste Saisonleistung. Mit so vielen Fehlpässen und verworfenen Hundertprozentigen kann man kein Spiel gewinnen.“

Jürgen Krause, Trainer der FSG: „Uns ist es von der ersten Minute an nicht gelaufen. So weit sind wir noch nicht, dass wir da den Hebel umlegen können. Aber eine junge Mannschaft hat auch mal solche Spiele drin. Es ist nur schlecht, dass wir jetzt in den zwei spielfreien Wochen mit der Niederlage leben müssen.“

Hanna Hojczyk, Spielerin der FSG: „Wir haben überhaupt gar nicht ins Spiel gefunden. Vorne hat niemand Druck auf die Abwehr gemacht.“

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