F1 – Mit Harmonie zum Klassenverbleib

7. September 2017

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung 07.09.2017 Mathias Schwardt 

Waiblingen. Die Vorfreude auf die erste Saison in der 2. Bundesliga ist riesig bei den Handballerinnen der FSG Waiblingen/Korb, die sich bislang als harmonische Einheit präsentieren. Der Aufstieg war die Belohnung für die Klasseleistung des SC Korb, der in der vergangenen Drittliga-Saison Erster wurde. Ziel ist es nun, so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.
Die meistgestellte Frage im Vorfeld lautete: Jürgen Krause und Kerstin Zimmermann als gleichberechtigte Trainer der FSG, kann das gutgehen? Beim Redaktionsgespräch zeigt sich: offenbar ja. Der Meistermacher des SC Korb und die Trainerin, die mit dem VfL Waiblingen zuletzt Achter in der 3. Liga Süd wurde, scheinen ausgezeichnet zu harmonieren. Schließlich kennen sich beide seit Jahrzehnten, Zimmermann war einst Spielerin unter Krause. Es wird viel gelacht, Aussagen des anderen werden bestätigt und ergänzt. Wie läuft sie denn nun, die Zusammenarbeit? „Ich find’s geil. Man diskutiert alles, und es klappt so gut“, sagt Krause. Und Zimmermann schwärmt: „Wir wussten, dass es funktioniert, aber hätten nicht gedacht, dass es so gut funktioniert.“ Eigentlich handle es sich sowieso um ein Trainer-Dreierteam. Hartmut Hammer sei nicht nur wegen seiner ruhigen Art enorm wichtig, sondern überdies ein ganz hervorragender Torwarttrainer.

Für Tempo-Handball braucht’s eine junge Mannschaft

Den Coaches hilft, dass sie derselben Handball-Philosophie anhängen. Die FSG soll aus einer kompakten, aggressiven Abwehr heraus im Eiltempo nach vorne spielen. Für Tempo-Handball braucht’s eine junge Mannschaft – und die hat Waiblingen/Korb. Mit 30 Jahren ist Neuzugang Monika Odrowska die Älteste im Team. Gleich sieben Spielerinnen sind erst 20 Jahre alt, einige andere sogar jünger.

Sechs Neuzugänge

Im 19-köpfigen Kader, der zahlreiche Wechsel ermöglicht, stehen sieben Akteurinnen aus der Korber Meistermannschaft: Caren Hammer, Vanessa Nagler, Lea Gruber, Sina Stumpp, Hanna Hojczyk, Jasmin Dirmeier und Lisa Fleischer. Wobei Letztere als Torhüterin während der Saison vom VfL nach Korb gewechselt war. Aus dem ehemaligen Waiblinger Team haben es außerdem Torhüterin Tünde Nagy, Tabea Bauer, Sinah Hagen, Simona Nikolovska, Elena-Bianca Grigore und Luisa Castro in den Zweitliga-Kader geschafft. Hinzu kommen sechs Neuzugänge, darunter große Talente wie die U-17-Europameisterin Laura Waldenmaier, eine 16 Jahre alte Torhüterin.

Harmonie – die Grundvoraussetzung für tolle Leistungen

Von Anfang an hätten sich alle prächtig verstanden, so die Trainer. Das sei auch ein großes Verdienst von Spielführerin Caren Hammer. Harmonie – die Grundvoraussetzung für tolle Leistungen wäre damit schon mal gegeben. Nun können Trainer ja viel reden, doch die jüngsten Ergebnisse bestätigen die Einschätzung der beiden. Besonders stark war der Auftritt der FSG beim Vorbereitungsturnier „Lotto-Cup“ in Ludwigsburg. Das Team schlug mit der Neckarsulmer SU, der HSG Bensheim-Auerbach und dem PSV Eindhoven (Holland) gleich drei Erstligisten und wurde Achter unter 19 Mannschaften.

Die Mannschaft muss Spiele im Kollektiv gewinnen

Die FSG habe als Kollektiv überzeugt. Das ist ihre Stärke, weil sie dadurch schwer auszurechnen ist. Die Trainer wissen aber auch, dass aus dem Vorteil schnell ein Nachteil werden kann, sollten Spielerinnen mal einen schlechten Tag haben. Denn die FSG verfügt über keine überragend wurfgewaltigen Leistungsträgerinnen, die mit neun, zehn Toren mal schnell im Alleingang die Kohlen aus dem Feuer holen können. Zudem wird das FSG-Team den Gegnern oft körperlich unterlegen sein, was vor allem der Jugend geschuldet ist. Das habe sich beim Lotto-Cup bei den Niederlagen gegen den Liga-Konkurrenten BSV Sachsen Zwickau und mehr noch gegen den Erstligisten Leverkusen gezeigt.

„Die Vorbereitung war gut – leider!“

Die Schwierigkeiten sind also bekannt, dennoch hat die FSG Waiblingen/Korb bislang einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Krause sagt lachend: „Die Vorbereitung war gut – leider!“ Denn vor der vergangenen Saison hatte er mit Korb eine katastrophale Vorbereitung erlebt. Und wurde später Meister. Heißt das: tolle Generalprobe, miese Vorstellung? Selbstverständlich nicht. Zimmermann sagt: „Es ist gut, dass man sieht, dass wir offensichtlich eine sehr gute Arbeit mit der Mannschaft machen. Aber die Leistung muss man dann auch in der Saison abrufen.“

Ein paar Wermutstropfen gibt’s freilich auch. In der Vorbereitung hatte Korb in der Regel nur eine Torhüterin zur Verfügung. Lisa Fleischer fällt nach Meniskus-OP bis mindestens Januar aus, Tünde Nagy biss sich zwar lange durch, laboriert aber an Knieproblemen und Laura Waldenmaier fehlt aufgrund von U-17-EM und Urlaub seit einem Monat. Auch Neuzugang Nicole Roth musste öfter passen, da sie ein Doppelspielrecht beim Deutschen Meister Bietigheim hat und dort aushelfen musste, weil eine Torhüterin erkrankt ist. Dafür sprang bei der FSG Michaela Reemtsema aus der Drittliga-Mannschaft in die Bresche. Und präsentierte sich laut Trainern stark.

Zum Zweitliga-Auftakt nach Herrenberg

Was die Vorbereitung wert war, wird sich erstmals am Samstag, 9. September, zeigen. Dann geht’s zum Zweitliga-Auftakt nach Herrenberg. Das Derby gleich zu Anfang schmeckt Zimmermann und Krause nicht. Doch vielleicht gelingt sogar ein erster Schritt in Richtung frühzeitiger Klassenverbleib. Es wird nur zwei Absteiger geben. Die Mitaufsteiger SG Kirchhof und HCD Gröbenzell „müssen wir hinter uns lassen“, fordert Krause. Und wer wird Meister? Auch da sind sich die Trainer einig: keine Ahnung, klare Favoriten gibt es nicht.

Die FSG Waiblingen/Korb wird in dieser Saison sowieso andere Sorgen haben. Noch mal Krause: „Sollten wir so spielen können, wie am ersten Tag beim Lotto-Cup, dann traue ich uns den Klassenerhalt zu. Sollten wir Ausfälle haben, dann wird’s schwer.“ Ein Blick zu Zimmermann, sie nickt.

Trainerteam
Jürgen Krause (61), Kerstin Zimmermann (50), Hartmut Hammer (54, Torwarttrainer)

Abgänge
Sarah Wachter (TV Nellingen), Anja Itterheim (SF Schwaikheim II), Lena Idler (pausiert), Steffi Ege (SG BBM Bietigheim III), Lana Holder, Barbara Bagocsi (beide Karriereende), Melanie Cyklarz, Jessica Krug (beide dritte Mannschaft), Nina Beyerle (TSV Schmiden), Cora Goldmann (HSG Mannheim), Stephanie Frick, Mara Seitzer (beide TSV Wolfschlugen), Marisa Remsing (TSV Köngen), Sandra Staiger (TV Möglingen)

Zugänge
Laura Waldenmaier (FA Göppingen, Jugend), Monika Odrowska (BSV Sachsen Zwickau), Annika Luckert (SF Schwaikheim), Chiara Baur (SV Allensbach), Nicole Roth (Doppelspielrecht Erstligist SG BBM Bietigheim), Louisa De Bellis (SG BBM Bietigheim II)

Kader
Tor: Nicole Roth (22), Laura Waldenmaier (16), Tünde Nagy (29), Lisa Fleischer (24)

Rückraum: Caren Hammer (24, Spielführerin), Vanessa Nagler (20), Lea Gruber (20), Tabea Bauer (20), Chiara Baur (18), Sina Stumpp (20), Monika Odrowska (30), Annika Luckert (20), Sinah Hagen (20)

Außen: Hanna Hojczyk (20), Simona Nikolovska (26), Elena-Bianca Grigore (27)

Kreis: Jasmin Dirmeier (19), Louisa De Bellis (19), Luisa Castro (22)

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