F – Ein finanzieller und personeller Kraftakt

30. Juni 2017

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 30.06.2017 von Mathias Schwardt www.zvw.de 

Vorbereitung auf die Zweit- und Drittligasaison der neu gegründeten FSG Waiblingen/Korb 

Vorfreude? Ja! Aber auch Arbeit, Arbeit, Arbeit. Der VfL Waiblingen setzt alles daran, die neue FSG Waiblingen/Korb mit Leben zu erfüllen und die Voraussetzungen für den Klassenverbleib der Handballerinnen in der 2. Bundesliga und der 3. Liga Süd zu schaffen. „Es ist kostenmäßig und personell ein großer Kraftakt“, sagt der VfL-Vorsitzende Dr. Karsten Reichmann.

Die FSG Waiblingen/Korb ist eine große Chance, sich in der Region als eines der Zentren im weiblichen Handball zu präsentieren, Talente anzulocken, aber „nicht aktiv abzuwerben“ (Reichmann), und Fans an sich zu binden. Eine Mannschaft in der 2. und der 3. Liga – wer hat das schon? Doch das Projekt sei auch ein Abenteuer: „In einer eingleisigen Bundesliga hat der VfL noch nie gespielt.“ FSG-Partner SC Korb „ist zu null Prozent finanziell beteiligt“, das heißt, es liegt am Waiblinger Verein, die organisatorischen Herausforderungen zu stemmen. „Da kommt einiges zusammen.“

Vier Punkte nennt der VfL-Vorsitzende. Erstens gelte es, den Übergang vom Hobby- in den semiprofessionellen Bereich so gut wie möglich zu bewältigen. Die tolle Leistung des SC Korb in der abgelaufenen Drittligasaison, die mit der Meisterschaft endete, hatte den Aufstieg in die 2. Bundesliga möglich gemacht. Zweitens muss der VfL parallel versuchen, die FSG II konkurrenzfähig zu machen. Die Hoffnung der Verantwortlichen, die zweite Mannschaft werde in der Baden-Württemberg-Oberliga spielen, hat sich nicht erfüllt. Der Handball-Verband Württemberg pochte darauf, das Team, bisher VfL Waiblingen, in die 3. Liga Süd einzugruppieren. Daraus ergibt sich Reichmanns Punkt drei: „Ein erhöhter finanzieller und personeller Aufwand.“

Besonders zu schaffen, weil ihm hier die Hände gebunden sind, macht dem VfL Punkt vier: die Sanierung der Heimspielstätte Rundsporthalle in Waiblingen. Die Bauarbeiten werden nicht wie vorgesehen im September abgeschlossen sein. Reichmann: „Unser aktueller Kenntnisstand ist, dass die Halle Ende Oktober, Anfang November fertig wird.“ Glücklicherweise können die Vereine auf die Korber Ballspielhalle als Zweitliga-Spielstätte zurückgreifen. Die ersten Heimspiele dort auszutragen, sei ohnehin vertraglich mit dem SC Korb vereinbart gewesen. Jetzt muss die Ballspielhalle eben noch länger als Heimat dienen. Und das ist nicht unbedingt ein Nachteil, besteht doch so die Chance, die Korber Fans für die noch ungewohnte Frauenspielgemeinschaft mit Waiblingen zu begeistern. Zumal im Zweitliga-Kader ja einige Spielerinnen aus der Meistermannschaft des SC stehen werden.

Reichmann schweigt sich zwar zum Etat aus, sagt aber, der Spielbetrieb in beiden Ligen sei gesichert. In Sachen Marketing und Sponsoren „sind wir seit ein paar Wochen volle Pulle unterwegs. Wir versuchen, vorhandene Sponsoren zum Aufstocken zu bewegen und neue zu finden.“ Eine Aufgabe auch für den neuen Marketingleiter Richard Bauer, zuvor unter anderem beim HC Wernau beschäftigt.

Große Töne spucken die Waiblinger nicht. Ziel ist für beide Mannschaften der Klassenerhalt. Der Fokus liege ganz klar auf dem Zweitligateam, so Reichmann. „Wir wollen die 3. Liga relativ günstig laufenlassen.“ Deshalb greift der VfL auch auf einen Trainer aus den eigenen Reihen zurück: Der Sportliche Leiter Nadir Arif, der schon früher das Waiblinger Drittligateam betreut hatte, wird die FSG II coachen und ist deshalb von einigen Verwaltungsaufgaben befreit worden. „Er ist ein Tausendsassa im Verein“, lobt Reichmann. Arif zur Seite stehen als Co-Trainer Jugendkoordinator Jan Kugel, der derzeit die Trainer-B-Lizenz erwirbt, und Julian Strumberger.

Besonders wichtig ist Arif die enge Zusammenarbeit mit den Zweitliga-Coaches Jürgen Krause (Meister mit dem SC Korb) und Kerstin Zimmermann, um ein einheitliches Spielkonzept zu schaffen und die Durchlässigkeit zwischen den Teams zu ermöglichen. Der VfL sehe die zweite Mannschaft vor allem als Talentschmiede. Spielen wird sie in der Waiblinger Stauferhalle.

Begeistert sind die Verantwortlichen vom gleichberechtigten FSG-Trainerduo Zimmermann/Krause, bislang klappe die Zusammenarbeit sehr gut. „Die Aufteilung ist genau richtig“, sagt Arif. Zwei Alphatiere – das soll funktionieren? Reichmann sieht die Skepsis in der Öffentlichkeit gelassen: „Ich glaube, dass beide auch ihre Sorgen hatten. Aber es profitieren beide, und es gibt wahrlich schlechtere Kombinationen.“


Vanessa Nagler (beim Wurf) gehörte in der Drittliga-Meistersaison, hier im Spiel gegen den TV Möglingen (Zweite von links Franziska Ramirez, rechts Anna Tonn) zu den herausragenden Spielerinnen des SC Korb. Zusammen mit der ebenfalls starken Jasmin Dirmeier (links) wird sie jetzt im Zweitliga-Kader der neu gegründeten FSG Waiblingen/Korb stehen. Archivbild: Steinemann

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