F1-Korb sichert Waiblingen/Korb Aufstieg

24. April 2017

Tiger Girls – SC Korb 28:33 (17:17)

Letztlich war’s halt doch ein ganz normal-nicht-gutes Handballspiel. Von beiden Seiten mit ehrenwertem Einsatz geführt, verpackt hüben wie drüben in Tagesform, die der geneigte Betrachter schon strahlender gesehen hat. Durch den 33:28 (17:17)-Sieg bei den Frauen des VfL Waiblingen hat der SC Korb der künftigen FSG Waiblingen/Korb den Aufstieg in die 2. Liga gesichert.

Es war keine Handball-Lehrstunde, die die beiden Mannschaften in der Sporthalle des Waiblinger Staufer-Schulzentrums erteilten. Nicht, weil sie nicht wollten oder gar Geschenke bereitgelegt hätten. Die Ursachen sind schnell erforscht: Waiblingen gehört nun mal nicht zu den Spitzenteams der 3. Liga, und Korb ließ sich durch die eigenen Nerven im Auftritt einbremsen.

Wohl war der SC Korb zunächst mit zwei Toren in Führung gegangen, dann indes fand auch der VfL Waiblingen in die Partie und deckte durch zahlreiche Treffer die Schwachstellen der Gäste auf. Deren Abwehr funktionierte fast die gesamte erste Hälfte über weitgehend als Einzel-Stückwerk, es gebrach der erfolgverheißenden Harmonie im Verbund.

Die Waiblingerinnen nutzten das und setzten sich Mitte der ersten Hälfte mit 10:5 ab. Spielerische Antworten vermochten die Korberinnen darauf nur schnipselweise zu geben. Zu viele technische Fehler hinderten die Maschine am runden Lauf. Was sich in der Abwehrarbeit angedeutet hatte, wurde auch im Angriff offensichtlich: Korb tat sich schwer mit der Konzentration aufs Wesentliche, und die Aussicht auf den Aufstieg wirkte immer wieder blockierend auf Körper und Geist.

Immerhin: Die Einstellung stimmte. Und von Aufgeben konnte eh nicht die Rede sein. Caren Hammer und Petra Feucht statuierten ein ums andere Mal Exempel für das „Jetzt erst recht“ des SC Korb, Vanessa Nagler und Lea Gruber nahmen in Einzelaktionen Fahrt auf. Das und die gerne angenommenen Einladungen zum Gegenstoß führten zum 11:11-Zwischenstand, an dem sich bis zur Pause nur die Zahl der Treffer änderte: 17:17. Wobei die insgesamt 34 Tore beiderseits nicht für starke Angriffs- sondern eher für ausbaufähige Abwehrleistungen sprachen.

Was folgte, wird in der Regel mit der Vermutung beschrieben, dass der Trainer in der Pause die richtigen Worte gefunden hat. Zumindest der Korber Trainer Jürgen Krause. Seine Spielerinnen erhöhten jetzt die Taktzahl, rissen sich in der Abwehr am Riemen und pflegten im Angriff das handballerische Gemeinschaftserlebnis. Nach zwölf Minuten stand’s 27:20 für den SC Korb, und die Partie war entschieden. Weil der VfL Waiblingen über keinen Gang mehr verfügte, in den er hätte hochschalten können. Der Rest war Ergebnisverwaltung. Nach dem 33:25 stellten die Korberinnen das Torewerfen ein, die Waiblingerinnen durften noch dreimal treffen, und so kam’s zum 33:28-Endstand, der das Leistungsverhältnis recht trefflich widerspiegelt.

Zum letzten Spiel tritt der VfL am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten HCD Gröbenzell an, der wegen der 20:24-Pleite des TV Möglingen in Bietigheim den Aufstieg ebenfalls schon sicher hat. Der HCD ist die einzige Mannschaft, die Korb die Meisterschaft noch streitig machen könnte. Auf Schützenhilfe ist der SC allerdings nicht angewiesen – schon mit einem Unentschieden im Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim II (Samstag, 29. April, 18 Uhr, Ballspielhalle) ist auch der Titel unter Dach und Fach.

VfL Waiblingen: Ege, Nagy; Grigore (1), Beyerle (2), Frick (1), Bauer (5), Seitzer (5), Remsing (2/1), Szabo (1), Friedrich (2/1), Castro Estrada, Stadler (1), Bagocsi (5), Hagen (3/1).

SC Korb: Idler, Wachter; Staiger (1), Feucht (2), Itterheim (3), Nagler (8), Dirmeier (1), Gruber (8), Buck (1), Holder (5/4), Hammer (2/1), Stumpp (2), Cyklarz, Hojczyk.

Fotos: Lukas Edelmaier [Team MkMedi], mehr Fotos unter http://bit.ly/2pdtwXf

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