F1-Spielgemeinschaft Waiblingen/Korb

27. März 2017

Der VfL Waiblingen Handball und der SC Korb haben für ihre Frauenmannschaften in der Saison 2017/2018 eine Spielgemeinschaft vereinbart. Ein erster Anlauf zur SG war im letzten Dezember gescheitert. Nachdem sich seither die personellen und konzeptionellen Rahmenbedingungen bei den Korber Handballern geändert haben, sah auch Dr. Karsten Reichmann, erster Vorsitzender des VfL Waiblingen Handball, die Chance, die ursprünglich von ihm abgelehnte Spielgemeinschaft doch noch einmal in Angriff zu nehmen.

Geführt wurden die Verhandlungen zwischen den Handball-Nachbarn hauptsächlich von Karsten Reichmann, dem Waiblinger Sportdirektor Nadir Arif und von Rolf Gruber, der dem Vorstand des Hauptvereins SC Korb angehört. Hinzugezogen wurden immer wieder auch Vertreter der Korber Handballabteilung.

Wobei ein erster gemeinsamer Nenner recht schnell benannt werden konnte: Allen Korber wie Waiblinger Vertretern ging und geht es darum, den Spielerinnen der aktuellen Korber Mannschaft „die zweite Liga zu ermöglichen, sofern sie sich die Meisterschaft in der dritten Liga holen“, so Rolf Gruber. Karsten Reichmann pflichtet dem Kollegen vom Verhandlungstisch bei. „Es wäre Blödsinn, die Zweit-Liga-Lizenz verfallen zu lassen und die Korber Mädchen der Früchte ihrer Arbeit zu berauben.“

Nach einer ersten Kontaktaufnahme haben Rolf Gruber und Nadir Arif binnen elf Tagen in mehreren Sitzungen zunächst die Rahmenbedingungen für die Spielgemeinschaft aufgestellt und dann den entsprechenden Vertrag formuliert. Dieser Vertrag gilt sowohl für die zweite als auch für die dritte Liga. In beiden Fällen wird die derzeitige Waiblinger Mannschaft, die den Klassenerhalt in der dritten Liga sicher hat, als zweites Team der Spielgemeinschaft in der Baden-Württemberg Oberliga gemeldet. Die erste Mannschaft spielt dann je nach Ausgang erneut in der dritten oder als Aufsteiger in der zweiten Liga. Die aktuelle zweite Korber Mannschaft tritt als drittes Team der Spielgemeinschaft nach derzeitigem Stand in der Bezirksklasse an.

Stark gemacht für diese Lösung hat sich nach Angaben von Karsten Reichmann in den vergangenen Wochen auch Jürgen Krause, der zum Ende der laufenden Saison als Trainer von Korb nach Waiblingen wechselt. Begleitet wird er dabei von sieben SC-Spielerinnen, die vom Sommer an für die SG auf Punktejagd gehen. Dies allerdings nur eine Saison lang. Bei der Spielgemeinschaft handelt es sich um eine Zweckgemeinschaft, nach einem Jahr werden aus den ersten und zweiten Mannschaften der SG wiederum Teams des VfL Waiblingen Handball, die dritte Mannschaft firmiert dann wieder als SC Korb.

Vertraglich vereinbart wurde dabei, dass zum Zeitpunkt der Trennung keine der Mannschaften aus ihrer jeweiligen Klasse zurückgezogen werden muss. Großen Wert legt Rolf Gruber auch auf den Vertragsbestandteil, wonach den Korber Handballern aus der einjährigen Partnerschaft „keinerlei Verbindlichkeiten entstehen“. Im Gegenteil, den Korbern und ihren Sponsoren wird Werbeplatz auf den SG-Trikots und auf den Trainingsanzügen eingeräumt.

Außerdem werden mindestens drei bis fünf der Heimspiele, gleich ob dritte oder zweite Liga, in der Korber Ballspielhalle ausgetragen. Für die Waiblinger Partner kein Beinbruch, deren heimische Rundsporthalle wird renoviert und der Ausweichort Stauferhalle ist nicht gerade überaus beliebt. Und damit sich alle SG-Spielerinnen in Korb heimisch fühlen, werden Kerstin Zimmermann und Jürgen Krause ihre Spielerinnen einmal wöchentlich dort zum Training bitten.

Wenn die SG dann in der Korber Halle einläuft, wird sie das in den Korber Farben gelb und blau tun. Auch das wurde vertraglich festgelegt. Wobei es sich bei gelb-blau um die Auswechseltrikots handelt, die ersten Trikots prangen im Waiblinger schwarz-weiß.

So sind’s denn alle Beteiligten zufrieden. Rolf Gruber und der Vorstand des Hauptvereins sind zwar Vertragspartner und waren auch „von Anfang an für die Spielgemeinschaft“, haben die endgültige Entscheidung jedoch der Handballabteilung überlassen, die damit leben muss und mehrheitlich auch sehr gut leben kann. Aus Waiblingen schließlich grüßt Karsten Reichmann und bedankt sich „ganz herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und die angenehme Atmosphäre während der Verhandlungen und Gespräche“.

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