M1-Remshalden landet hochverdienten Derby-Sieg

30. Januar 2017

SV Remshalden – VfL Waiblingen 37:26 (18:14)
 

[aw] Im Spitzenspiel der Württembergliga gewannen die Handballer der SV Remshalden das Derby unter den Augen des Bezirksvorsitzenden Dr. Josef Brandl am Ende hochverdient und deutlich mit 37:26. Die SVR bleibt damit unangefochtener Tabellenführer und kann den kommenden Aufgaben mit großem Selbstvertrauen entgegengehen.
In der gut gefüllten Stegwiesenhalle herrschte beste Handball-Stimmung, auch die Gäste-Fans waren zahlreich vertreten. Während Waiblingen auf den verletzten Kreisspieler Lukas Baumgarten verzichten musste, stand hinter dem Einsatz gleich mehrerer Remshaldener Akteure noch ein dickes Fragezeichen. Remshalden kam nur schleppend ins Spiel, leistete sich gleich zu Beginn mehrere technische Fehler und nahm sich überhastete oder unplatzierte Würfe. Der VfL nutzte die Gunst der Stunde und ging mit 2:0 in Führung.


Das konsequent leitende Schiedsrichtergespann Edmund Krieg und Lars Stief schickte schon nach wenigen Minuten gleich zwei Remshaldener vom Feld, und so gab es im Spiel sechs gegen vier viel Platz, den insbesondere Edgar Gneiding für seinen VfL nutzte. Waiblingen zog auf 9:5 (12.) davon. Erschwerend kam für die SVR dazu, dass sich Lukas Hartenstein bei einem Zusammenprall so schwer verletzte, dass er nicht mehr eingesetzt werden konnte. Obendrein ließen ein verworfener Strafwurf und weitere Fehlwürfe trotz doppelter Überzahl die vielen SVR-Fans nichts Gutes ahnen.


Doch der Tabellenführer wehrte sich. Kenneth Eckstein mit einem Gegenstoß und Andreas Huber mit einer energischen Einzelleistung sorgten für den Anschluss (9:10) nach 15 Minuten. Coach Alexander Schurr war dies nicht genug – er legte die Grüne Karte. Offenbar fand er während der Auszeit die richtigen Worte, denn in der Folge erzielte Felix Holczer mit einem Doppelschlag den Ausgleich (11:11) nach 20 Minuten. Marian Rascher, nach langer Verletzungspause wieder mit dabei, setzte seine Nebenleute in Szene, und Hendrik Wiesner, der trotz Schulterproblemen ins Spiel kam, sorgte mit drei Treffern für die 17:13-Führung kurz vor der Pause. Beim 18:14 wurden die Seiten gewechselt. Die Partie war gedreht.

Nur noch knapp zehn Minuten sollte der VfL Waiblingen in der zweiten Halbzeit auf Tuchfühlung bleiben. Richard Babjak traf von außen und Edgar Gneiding für die Stauferstädter aus dem Rückraum. Von da an spielte nur noch der Gastgeber, insbesondere die Außenspieler Moritz Knück und Uli Seybold wurden immer wieder frei gespielt und bestachen durch eine hundertprozentige Trefferquote. So schraubte die SVR das Ergebnis innerhalb von nur zehn Minuten von 21:19 auf 29:20 nach 50 Minuten. Die Basis dafür war allerdings auch die äußerst stabile und bewegliche Abwehr, die den VfL zum Verzweifeln brachte. Mehrere geklaute Bälle, erste und zweite Welle, Remshalden drehte auf und spielte in hohem Tempo. Darüber hinaus hatte Tobias Klemm im Tor der SVR wieder einen guten Tag erwischt und zeichnete sich gleich mehrfach aus.

Waiblingen zog alle Register, brachte den siebten Feldspieler, doch sollte das alles nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. Wie man mit Konzept und dem siebten Akteur auf dem Feld agiert, das zeigte die SVR in der Schlussphase. Gleich fünf Angriffe in Folge wurden auf diese Weise durchgespielt und jeweils von den treffsicheren Außen mit Zählbarem abgeschlossen. Vom 32:24 bis zum 37:24 vergingen lediglich vier Minuten. Danach waren die letzten Treffer des VfL nur noch Kosmetik.

Remshalden gewann am Ende auch in dieser Höhe verdient und kann nun der kommenden „Englischen Woche“ relativ gelassen entgegensehen.


SV Remshalden: Klemm, Mühleisen; Eckstein (2), Klein (1), Tögel (1), Ruge (4/2), Holczer (3), Wiesner (9), Huber (2), Seybold (8), Rascher (1), Hartenstein, Pesch (1), Knück (5).

VfL Waiblingen: Seeger, Krammer (1); Brugger (3), Grüninger (1), Westner, Linsenmaier (4), Rodrigues (3), Luckert (1), Ader, Babjak (4), Gneiding (8/2), Schwarz (1), Müller, Baumann.
Hendrik Wiesner im Anflug: Der Remshaldener (gelbes Trikot) erzielte trotz Schulterproblemen neun Treffer gegen den VfL Waiblingen. Bild: Steinemann

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