F1-Zweites Duell: Korb gegen Waiblingen

1. Dezember 2016

Nach dem Aufeinandertreffen im Verbandspokal steht jetzt das erste Derby in der Liga an

[zvw.de] Nur einen starken Monat nach der Begegnung im Handball-Verbandspokal, die der SC Korb mit 27:21 gewann, kommt es zum erneuten Duell der Drittligisten aus dem Rems-Murr-Kreis. Zum Punktspiel erwarten die Frauen des SC am Samstagabend den VfL Waiblingen. Erneut ist mit einem sehr intensiven Spiel zu rechnen, allerdings ist Korb Favorit.

SC Korb (2. Platz, 14:4 Punkte) – VfL Waiblingen (6. Platz, 9:9 Punkte; Samstag, 20 Uhr). Wenn der Tabellenzweite beim Vorletzten antritt, ist ein Auswärtssieg keine Überraschung. Doch nicht immer werden solche Erfolge souverän herausgespielt. Anders war es bei der Partie der Koberinnen beim TV Brombach – 34:25. „Wer dort mit neun Toren gewinnt, kann nicht unzufrieden sein“, sagt SC-Trainer Jürgen Krause. In der ersten Hälfte habe sein Team zwar noch Schwächen im Abschluss gezeigt, die Brombacher hätten sogar bis zur 40. Minute mitgehalten. „Aber zum Schluss waren wir dann richtig gut.“

Eine ragte heraus: Vanessa Nagler, die 17 Treffer erzielte. Sie habe ihren Kreuzbandriss hervorragend verkraftet und werde von Spiel zu Spiel stärker, so Krause. Das klingt wie eine Drohung. Personell kann der SC derzeit fast aus dem Vollen schöpfen. Fürs Derby werden die zuletzt fehlenden Melanie Cyklarz und Petra Feucht wieder zur Verfügung stehen, Jasmin Dirmeier könnte nach langer Verletzung ebenfalls zum Einsatz kommen. Vielleicht wird auch Hanna Fenske mit dabei sein.

Auf dem Papier ist der SC gegen Waiblingen Favorit, besonders auch nach dem gewonnen Verbandspokalspiel vom 1. November. Krause will davon jedoch nichts wissen und greift in die Weisheiten-Mottenkiste: „Der Pokal hat eigene Gesetze. Ein Punktspiel ist was ganz anderes.“ Dass die Waiblingerinnen zuletzt das Heimspiel gegen Bietigheim II verloren, empfindet der SC-Coach eher als Nachteil für Korb. „Die haben nach diesem Spiel und dem Pokalspiel gegen uns was gutzumachen. Und mit dem Sieg gegen Möglingen haben sie gezeigt, was sie können.“

Korb will vorne bleiben, Waiblingen nicht in Richtung Tabellenkeller rutschen. Beide Teams bräuchten also einen Sieg. „Wir stehen aber ein bisschen mehr unter Druck, weil es ein Heimspiel ist und wir daheim gegen Mannschaften, die hinter uns stehen, keine Punkte lassen dürfen.“ Krause rechnet wie im Pokal mit einem auch körperlich hart geführten Derby. „Ich hoffe für beide Seiten auf gute Schiedsrichter.“

Für die Waiblinger Trainerin Kerstin Zimmermann ist die Favoritenrolle im Derby klar: „Die liegt bei dem, der vorne steht, und das ist Korb. Die Mannschaft steht da zu Recht.“ Besonders beeindruckt ist Zimmermann davon, wie konstant der Gegner in dieser Saison spielt. Das unterscheidet ihn vom Team des VfL Waiblingen. „Wir treten irgendwo ein bisschen auf der Stelle. Das ist eine unschöne Situation.“ Bedient war Kerstin Zimmermann zuletzt nach dem 24:26 im Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim II. Der VfL hatte es verpasst, den überraschenden Erfolg gegen das Spitzenteam TV Möglingen zu nutzen und sich mit einem weiteren Sieg ein schönes Punktepolster auf die Abstiegsplätze zu verschaffen. „Wir haben wie schon gegen Kandel und Brombach Big points vergeben. Ich kann nur hoffen, dass das am Saisonende nicht bestraft wird.“ Gegen Bietigheim sei die Abwehrleistung zwar ordentlich gewesen, aber „vorne haben wir von außen megaviele Chancen liegenlassen.“ Hätten die Waiblingerinnen nur die Hälfte davon genutzt, wären die zwei Punkte locker im Sack gewesen.

Anders als gegen Bietigheim wird vom VfL gegen Korb nicht unbedingt ein Sieg erwartet. Deshalb sei die nächste Partie, auch aufgrund des verlorenen ersten Vergleichs im Pokal, eine vermeintlich leichtere Aufgabe für ihr Team, so Zimmermann. „Wir gehen aber nicht mit Demut ins Spiel. In der Liga kann jeder jeden schlagen. Warum soll uns nicht wie gegen den TV Möglingen eine kleine Überraschung gelingen?“ Allerdings müsse bei Waiblingen alles zusammenpassen, um den SC zu bezwingen. Sehen will die Trainerin von ihrer Mannschaft eine Rückkehr zu alten Stärken: Kampfgeist, schneller Handball, gute Chancenverwertung.

Allerdings hat der VfL einen Ausfall zu beklagen: Luisa Castro hat sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen und wird in der Vorrunde nicht mehr zum Einsatz kommen.

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