wJD – Ein Spiel wie Yin und Yang

24. Oktober 2016

SV Stuttgarter Kickers – VFL Waiblingen Handball 21:22 (13:7)

[ab] Am Sonntag ging es für die Mädels zu den Stuttgarter Kickers, welche davor erst ein Spiel und 2:0 Punkte hatten. Man wollte an die Leistung in der 2. Hälfte der vergangenen Woche anknüpfen und keinen Krimi bis zum Schluss machen.

Den Start verschliefen die Mädels komplett und bereits nach 50 Sekunden lagen die Waiblinger mit 2:0 hinten. Ähnlich schlecht ging es weiter. In der Abwehr waren die Young Tigers viel zu langsam auf den Beinen und ließen die Stuttgarter immer frei aufs Tor werfen. Im Angriff fehlte gegen die Manndeckung jegliche Bewegung und die Ballführerin wusste oft nicht, wohin sie denn den Ball passen solle, da sich niemand freilief. Nach 17 Minuten stand es 13:6 für die Kickers. Es sah so aus, als würde es dieses Mal keinen Krimi geben. Unsere Mädels wurden überrannt und waren komplett überfordert. Immerhin schaffte man es, kein weiteres Tor in Halbzeit 1 zu kassieren und noch ein weiteres zu werfen. Halbzeitstand war also ein trauriges 13:7 gegen unsere Waiblingerinnen.

In der Halbzeitpause wurde es laut in der Kabine. Fehlender Wille, mangelnder Kampfgeist und eine Körpersprache die dies deutlich zeigte waren unter anderem Thema. Die Halbzeit und das Spiel wurden abgehakt, man fing wieder bei 0:0 an, wollte Halbzeit 2 gewinnen und zeigen, dass man es deutlich besser kann.

Ein komplett anderes Bild bot die 2. Halbzeit und die Mädels gingen motiviert aus der Kabine. Die Mannschaft nahm den Kampf an, die Abwehr stand sehr gut, war aggressiv und verteidigte intelligent. So konnten viele Ballgewinne erzielt werden und kam doch ein Ball aufs Tor, konnte man sich auf den starken Rückhalt verlassen. Im Angriff wurde schnell gespielt, das Umschaltverhalten war besser und die Risikobereitschaft fürs Tempospiel war da. Die Leistung war deutlich besser und innerhalb von 10 Minuten kämpften sich die Bundesliga Nachwuchsspielerinnen auf ein 14:13 heran und zwang den Gastgeber zu einer frühen Auszeit. Die Kickers kamen besser organisiert zurück und konnten noch im selben Angriff ein Tor erzielen. Doch unsere Mädels setzten nach und konnten beim Stand von 15:15 das erste Mal nach dem 0:0 ein Unentschieden verbuchen. Damit wollte man sich aber nicht begnügen und gab weiterhin alles. Kurze Zeit später kam die erste Führung mit 16:17 und beim Stand von 18:20 für unsere Mädels dachte man, das Spiel sei gedreht. Doch diese starke Aufholjagd hat viel Kraft gekostet und die Spielerinnen brauchten eine kurze Pause und bekamen sie in der Auszeit. Kurz nach der Auszeit bekam man leider eine Zeitstrafe und die Kickers nutzten den 7 Meter und die kurzen Abstimmungsschwierigkeiten in Angriff und Abwehr zum Ausgleich. 20:20 und es ging in die letzte Minute. Der erste Treffer gehörte den Waiblingerinnen und die Freude war groß, doch vielleicht zu groß, denn nur 16 Sekunden später trafen die Kickers zum Ausgleich. Aber auch unsere Mädels spielten wieder schnell nach vorne. Die Kickers verschoben komplett auf die Linke Seite, wo der Ball war, um dort keinen Durchbruch zuzulassen, doch unsere Spielerinnen erkannten die Situation, spielten den Ball auf die andere Seite, wo ein komplett freier Wurf möglich war, der die erneute Führung und den Sieg bedeutete. Die kurze, verbliebene Zeit reichte den Kickers nicht mehr für ein Tor und die Young Tigers dürfen sich nach einer bockstarken 2. Halbzeit zurecht Sieger nennen.

Auch wenn das mit der entspannten Schlussphase wieder nicht geklappt hat, sind doch alle froh über den Sieg und die bockstarke 2. Halbzeit. Es war eine klasse Mannschaftsleistung zu der jede Spielerin ihren Teil beitrug. Doch erneut war die erste Halbzeit mehr als nur verkorkst. Es muss daran gearbeitet werden, von der ersten Sekunde an Gas zu geben. Denn im nächsten Spiel gegen die HBI Weilimdorf/Feuerbach ist eine solche Aufholjagd nur schwer vorstellbar.

Für die YoungTigers spielten:
Chantal Schmid – Romy Autenrieth, Ellen Koril 1, Sarah Kraatz 7/1, Jane Thanner, Maren Keil 9, Melanie Schork 1, Elisa Basso 2, Joana Höfer und Amelie Endreß 2

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