F1-Waiblingen Favorit, Korb Außenseiter

23. September 2016

ZVW.de vom 23.09.2016 von Mathias Schwardt

Handball, 3. Liga Süd: VfL empfängt den Chaosclub HSG Pforzheim, der SC muss zum Topfavoriten HCD Gröbenzell

Die Drittliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen stehen vor dem ersten Heimspiel. Beim Gegner Pforzheim geht es drunter und drüber: Trainer freigestellt, Spielerinnen meutern. Der VfL ist Favorit – anders als der SC Korb. Er muss beim meistgenannten Aufstiegskandidaten HCD Gröbenzell antreten, der in der vergangenen Saison Zweiter wurde.

VfL Waiblingen (2:0 Punkte) – HSG TB/TG 88 Pforzheim (0:2 Punkte; Sonntag, 15 Uhr). Nach hartem Kampf sicherte sich der VfL in Regensburg einen knappen 30:29-Auftaktsieg. „Etwas glücklich, aber nicht unverdient“, lautet das Fazit von Kerstin Zimmermann. Die Waiblinger Trainerin schätzt die Stärke des ESV wesentlich höher ein als in der vergangenen Saison, als er – wie auch der VfL – fast abgestiegen wäre. Es sei diesmal ein Schlagabtausch „mit zwei offenen Abwehrreihen“ gewesen. Dafür war Zimmermann von der Offensive ihres Teams sehr angetan. Eine Spielerin hebt die Trainerin heraus: „Sinah Hagen war sehr, sehr gut. Sie hat druckvoll gespielt und am Ende Verantwortung übernommen.“ Allerdings sei die Rückraumakteurin böse gefoult worden und laboriere jetzt an einer schweren Hüftprellung.

Ihr Einsatz im ersten Heimspiel ist ebenso fraglich wie der von Tabea Bauer, die sich im Training einen Nasenbeinbruch zugezogen hat. Sicher fehlen werden Barbara Bagocsi (Muskelfaserriss) und Neuzugang Sarah Hagen, die mit der A-Jugend des TV Nellingen in der Bundesliga spielen wird. Trotz dieser personellen Probleme sind die Waiblingerinnen im ersten Heimspiel Favorit. Oder zumindest „leichter Favorit“, wie es Zimmermann formuliert. Denn Spiele gegen angeschlagene Gegner seien immer unangenehm. Und die HSG Pforzheim ist ein sehr angeschlagener Gegner. Schon vor dem Auftaktspiel gegen den TV Brombach (24:31) wurde der erst im Sommer gekommene Trainer Zoran Stavreski freigestellt. Daraufhin weigerten sich drei ebenfalls aus Mazedonien stammende Neuzugänge, gegen Brombach anzutreten. Als Interimscoach fungierte der Trainer der HSG-Männer, Matthias Schickle.

Mit welcher Mannschaft das Team am Sonntag anreisen wird, ist unklar. Zimmermann weiß allerdings eines: „Regensburg spielt einen wesentlich schnelleren Handball als Pforzheim.“ Die HSG setze auf lang ausgespielte Angriffe. So etwas ist zermürbend für jeden Gegner. Deshalb wird es auch darauf ankommen, wie schnell die Schiedsrichter Zeitspiel anzeigen. Mit dem Heimpublikum im Rücken will der VfL Waiblingen einen Sieg einfahren.

HCD Gröbenzell (2:0 Punkte) – SC Korb (0:2 Punkte; Samstag, 17.30 Uhr). Nicht nur wesentlich besser als nach der schlechten Vorbereitung befürchtet, sondern richtig gut präsentierten sich die Korberinnen im ersten Spiel beim hochgehandelten TV Möglingen. Der SC unterlag nur mit 23:24. „Ich war sehr zufrieden mit unserem Spiel“, lobt Trainer Jürgen Krause. „Ein Punkt wäre verdient gewesen.“ Doch der hochkarätige Neuzugang des TVM, Franziska Ramirez, habe einen Glanztag erwischt. Ansonsten seien beide Mannschaften, typisch für einen Rundenauftakt, sehr nervös gewesen. „Man braucht drei, vier, fünf Spiele, um in eine Saison reinzukommen. Außer, man ist Gröbenzell.“

Ein eleganter Übergang des Trainers zur nächsten Partie: Im zweiten von drei Auswärtsspielen muss Korb zum Topfavoriten der Liga. In der vergangenen Spielzeit war der HCD Gröbenzell Zweiter geworden. Diesmal scheint kein Weg an diesem eingespielten Team, das sich obendrein punktuell verstärkt hat, vorbeizuführen.

Mit 32:24 fertigte der HCD im Auftaktspiel die Gäste der SG BBM Bietigheim II ab. Krause hat ein Video von der Partie gesehen und war beeindruckt: „Gröbenzell ist richtig gut drauf. Bietigheim hat nicht schlecht gespielt und trotzdem mit acht Toren verloren.“ Die offensive 3:2:1-Abwehr des HCD agiere sehr stark, „fast dänisch oder norwegisch“ sei das Umschaltspiel des Teams zu nennen. „Das geht alles ganz, ganz schnell.“ Selbst wenn es dem Gegner gelinge, ein Tor zu erzielen, sei die Gefahr nicht gebannt, denn Gröbenzell spiele eine so gute schnelle Mitte, dass innerhalb kürzester Zeit ein eigener Treffer möglich sei.

Zwar trainiere die Korber Mannschaft gut und werde von Woche zu Woche stärker. „Ich glaube aber nicht, dass wir in Gröbenzell einen Punkt mitnehmen. Aber wir werden versuchen, den Gegner zu ärgern, und das Spiel so eng wie möglich halten.“ Lana Holder und Vanessa Nagler werden trotz Rückenproblemen spielen, Caren Hammer plagt sich immer noch mit ihrer Fußverletzung herum. Sie komme aber immer besser in Form. Ebenfalls positiv: Kreisläuferin Melanie Cyklarz, die im Auftaktspiel privat verhindert war, steht dem SC Korb wieder zur Verfügung.

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