F1 „Platz fünf oder sechs wäre toll“

14. September 2016

ZVW.de vom 14.09.2016 von Mathias Schwardt 

Handball, Frauen: Trainerin Kerstin Zimmermann sieht das veränderte Team des VfL Waiblingen auf einem guten Weg

[zvw] Nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison ist das Frauen-Handballteam des VfL Waiblingen qualitativ und in der Breite verstärkt worden. Um den Klassenerhalt wird es diesmal wohl nicht bangen müssen. Trainerin Kerstin Zimmermann ist guter Dinge: „Wir sind einen ganz schönen Schritt nach vorne gekommen. Platz fünf oder sechs wäre eine tolle Sache.“

Geradezu überschwänglich wird die Trainerin, wenn sie über ihre Mannschaft redet. Die Spielerinnen passten charakterlich „sensationell“ zusammen, auch sportlich ergänzten sie sich hervorragend. Dass Zimmermann das derart herausstreicht, liegt in der vergangenen Saison begründet, in der Waiblingen zwar den Verbandspokal holte, aber um ein Haar aus der 3. Liga abgestiegen wäre. Des Öfteren hatte es im Team geknirscht. Weitere Gründe für die sportlichen Probleme waren die zu dünne Personaldecke gewesen sowie die allzu durchsichtige Spielweise. Meist wurde versucht, Rückraumschützin Simona Pilekova in Wurfposition zu bringen. Schaffte es ein Gegner, das zu unterbinden, war Waiblingen seiner gefährlichsten Waffe beraubt.

Der VfL scheint aus dieser Saison gelernt zu haben. Zimmermann, die das Team in der Winterpause vom glücklosen Trainerduo Monika Haiber/Thomas Rost übernommen hatte, und der Sportliche Leiter Nadir Arif bemühten sich darum, den im Kern gleich gebliebenen Kader nach Pilekovas Abschied qualitativ, aber auch in der Breite zu verstärken. Und so ein variableres, schnelleres Spiel zu ermöglichen. Zimmermann ist von den Neuzugängen begeistert: „Das waren echte Glücksgriffe, sie fügen sich hervorragend ein.“ Davon konnten sich die Fans bereits im DHB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten Herrenberg (22:28) überzeugen. Besonders positiv machte die vom TV Nellingen gekommene, erstligaerfahrene Lisa Friedrich auf sich aufmerksam. Laut Zimmermann nimmt sie auch menschlich eine herausragende Rolle im Team ein. Deshalb wird sie die neue Waiblinger Spielführerin.

Auch das Trainerteam des VfL ist namhaft verstärkt worden. Der ehemalige Göppinger Bundesligacoach Vasile Oprea, als Spieler 1984 Olympia-Dritter mit Rumänien, trainiert künftig die Waiblinger Torhüterinnen. In der Vorbereitung habe die Mannschaft schon einen sehr gefestigten Eindruck gemacht, so Zimmermann. Nicht recht zufrieden war sie allerdings mit den Testspielen gegen höherklassige Gegner. Stets sei der VfL chancenlos gewesen.

Dennoch habe sich das Team erkennbar weiterentwickelt. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Beschäftigt hat sich die Mannschaft auch mit den Regeländerungen, insbesondere, was den Einsatz des siebten Feldspielers beim gleichzeitigen Verzicht auf einen Torwart betrifft. Zimmermann sieht diese sehr offensive Variante skeptisch. Es habe sich gezeigt, dass sie zu vielen Gegentoren führt. „Deshalb ist es wichtiger zu wissen, wie man sie verteidigt, als zu wissen, wie man sie spielt.“

Die Stärke der Liga und damit auch das Leistungsvermögen des VfL Waiblingen könne sie nur schwer einschätzen, sagt die Trainerin. Hochzufrieden wäre sie aber, wenn das Team am Ende auf Platz fünf oder sechs landen würde. Das Auftaktprogramm sei „richtig gut“, der VfL muss nicht gleich gegen Favoriten ran. Am Samstag geht’s zum ersten Spiel nach Regensburg. Auch der ESV wäre in der vergangenen Saison fast abgestiegen. Für den VfL wird’s also eine Standortbestimmung.

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VfL Waiblingen. Hinten von links: Mara Seitzer, Nina Beyerle, Barbara Bagocsi, Madeleine Barth, Lisa Friedrich, Tabea Bauer, Trainerin Kerstin Zimmermann, Athletiktrainer Dirk Wüllbier. Mitte: Cora Goldmann, Stephanie Frick, Cornelia Langenberg, Sinah Hagen, Yvonne Stadler, Simona Nikolovska, Physio Kerstin Wüllbier. Vorne: Bianca Ionita, Lisa Fleischer, Tünde Nagy. Bild: m2 s2

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