F1 – Uff! Waiblingen schafft den Klassenerhalt

25. April 2016

VfL Waiblingen – TV Möglingen 31:22 (11:10) / Hervorragende Teamleistung nach der Pause. 

Die Handballerinnen des VfL Waiblingen haben dem Druck in beeindruckender Manier standgehalten und sich im letzten Saisonspiel am Sonntag den Klassenerhalt in der 3. Liga gesichert. Nach nervöser erster Hälfte und knapper 11:10-Führung spielte das Team in der heimischen Rundsporthalle klasse und bezwang den TV Möglingen noch deutlich mit 31:22. Der Rest war Jubel.

Gibt es eine Relegation? Oder müssen die drei Letztplatzierten eine Spielklasse runter? Oder steigen doch nur die Mannschaften auf den Plätzen elf und zwölf ab? Diese Fragen waren von offizieller Seite auch am Sonntag noch nicht geklärt. Deshalb musste der Tabellenneunte Waiblingen unbedingt gewinnen, um sich die große Zitterei zu ersparen. Nach der vergebenen Chance im Auswärtsspiel in Bietigheim, in dem der VfL eine Fünf-Tore-Führung verdaddelt und noch mit 27:30 verloren hatte, war der Druck vor dem Saisonfinale gewaltig. Denn Konkurrent Regensburg war nach Punkten gleichgezogen und auch der Vorletzte Sulzbach nur einen Zähler entfernt.

Entsprechend nervös begann der von zahlreichen Fans lautstark unterstützte VfL. Das Team war sichtlich motiviert, doch Fehlabspiele, überhastete Würfe, vergebene Großchancen und Pfostentreffer prägten das Spiel. Da half es nicht, dass Waiblingen obendrein mit nur einer Torhüterin – Tünde Nagy – auskommen musste. Lisa Fleischer hatte sich im Training das Knie verdreht. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss.

Als wäre das noch nicht genug gewesen, folgte im Spiel bereits nach neun Minuten beim Stand von 2:3 der nächste Nackenschlag. Abwehrchefin und Kreisläuferin Zofia Fialekova – sie hatte eigentlich ihre Karriere verletzungsbedingt schon beendet, war in den vergangenen Partien aber angesichts der prekären Tabellensituation noch einmal in die Bresche gesprungen – blieb nach einer Aktion im Möglinger Kreis liegen. Nach der Behandlung hüpfte sie auf einem Bein zur Waiblinger Bank. Allen war klar: Das war’s für die Slowakin. Trainerin Kerstin Zimmermann schlug die Hände vors Gesicht.

Doch die verbliebenen Spielerinnen kämpften und ließen sich nicht von der Verletzung beeindrucken. Cora Goldmann, die in der Defensive und im Angriff eine hervorragende Leistung zeigte, übernahm für Fialekova in der Abwehrmitte. Mara Seitzer traf in der 15. Minute zum 6:4 für den Gastgeber. Besonders überzeugte in dieser Phase Sinah Hagen mit ihrer Übersicht.

Die Führung hielt aber nicht lange. Angeführt von der treffsicheren Denise Geier drehte der TV Möglingen, für den es um nichts mehr ging, die Partie binnen drei Minuten (6:7). Es blieb spannend, vor allem, weil der VfL weiterhin zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt ließ. Dennoch lag er vom 9:8 an (22.) stets in Führung. Beim 11:10 war Halbzeit. Die Zwischenergebnisse der anderen Partien verhießen nichts Gutes. Regensburg führte überraschend gegen den Tabellenzweiten Gröbenzell mit 17:12 und Sulzbach lag gegen Bietigheim II nur mit 13:15 zurück.

Nach der Pause zeigten die Waiblingerinnen, was in ihnen steckt. Sie gingen wesentlich zielstrebiger zu Werke, Torerfolge sorgten für die nötige Stabilität. Von 12:11 zog das Team auf 18:12 (40.) und durch einen Siebenmeter von Annika Friedrich auf 21:14 (44.) davon. Hätte Waiblingen in dieser Saison nicht schon so oft einen Vorsprung verspielt, hätten sich Zuschauer und Trainerin entspannt zurücklehnen können. So aber blieb ein gewisses Misstrauen.

Diesmal aber ließ sich die Mannschaft den Erfolg nicht mehr nehmen. Sie spielte nun im Gegenteil befreit auf und ließ Möglingen keine Chance mehr. Simona Pilekova, die wie Friedrich ihr letztes Spiel für den VfL bestritt, zeigte noch einmal, wie wichtig sie in guter Form für das Team sein konnte. Sie erzielte nicht nur sechs Treffer, sondern glänzte auch mehrmals mit raffinierten Kreisanspielen. Diese wurden von Goldmann regelmäßig verwertet. Doch auch die übrigen Waiblinger Spielerinnen überzeugten – und trafen.

So wurde es am Ende noch deutlich. Trainerin Zimmermann bekam das Lächeln in den verbleibenden zehn Minuten nicht mehr aus dem Gesicht. Beim 29:18 durch Barbara Bagocsi (57.) war die höchste Führung erreicht. Nach der Schlusssirene beim Stand von 31:22 wackelten die Hallenwände, während Bierfontänen das Spielfeld benetzten. Eine durch und durch verkorkste Saison hatte mit dem Klassenerhalt ihr gutes Ende gefunden. Hoffen auf die Relegation oder den direkten Klassenverbleib müssen nun der Tabellenzehnte ESV Regensburg (27:27 gegen den HCD Gröbenzell) und der Elfte HSG Sulzbach/Leidersbach (29:29 gegen die SG BBM Bietigheim II).

VfL Waiblingen: Nagy; Friedrich (4/3), Stadler, Beyerle (2), Frick (4), Seitzer (3), Remsing, Fialekova, Pilekova (6), Barth (1), Goldmann (5), Bagocsi (1), Hagen (5/1).

TV Möglingen: Harjung; Baranski, F. Fischer, (3), Klenk (5), Geier (8/1), Asmuth (4/2), Graner, T. Fischer, Brunn, Georgoudis, Wagner (1), Kirsch (1).

Quelle: ZVW.de 25.04.2016 Fotos: Lukas Edelmaier

 

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