F1-VfL Waiblingen entlässt Haiber/Rost

17. Dezember 2015

Nach nur sechs Punkten aus der Vorrunde müssen die Trainer gehen

Einen Platz im vorderen Mittelfeld der 3. Liga Süd hatten die Handballerinnen des VfL Waiblingen angepeilt, doch nach der Vorrunde stecken sie mitten im Abstiegskampf. Sechs Punkte sind eine katastrophale Bilanz. Jetzt hat der Verein reagiert und Trainerin Monika Haiber sowie Co-Trainer Thomas Rost entlassen. Die Nachfolge soll vereinsintern geregelt werden. „Schlecht ist, dass jetzt gesagt wird: Der VfL entlässt mal wieder den Trainer“, befürchtet der Vereinsvorsitzende Steffen Leßig. Tatsächlich sind die Waiblinger dafür bekannt, manche sagen auch berüchtigt, viele Trainer zu verschleißen. Diesmal ist die Entscheidung aufgrund der sportlichen Misere aber nachvollziehbar. Ebenso der Zeitpunkt zum Ende der Vorrunde. In dieser gewann der VfL nur gegen die drei Teams, die derzeit die Abstiegsplätze belegen: Regensburg, Sulzbach, Holzheim. Hinzu kamen desaströse Auftritte wie bei der 19:34-Derbyschlappe in Korb und zuletzt beim 24:31 in Möglingen. Vor der Partie hatte Trainerin Haiber noch betont, dass der VfL, der den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, unbedingt beim Tabellennachbarn gewinnen müsse.

Es gab immer wieder Stimmen, die der erst 30 Jahre alten Trainerin ihre Unerfahrenheit vorwarfen. Hauptverantwortlich fürs Team war sie seit der Rückrunde der vergangenen Saison, die der VfL auf Rang vier beendete. Ihr Rausschmiss jetzt traf sie nicht ganz überraschend. Bereits Anfang Dezember hatte der Verein mit Rückkehrerin Kerstin Zimmermann, derzeit noch bei den SF Schwaikheim, die Trainerin für die kommende Saison präsentiert. Nicht gerade ein Vertrauensbeweis für Haiber. Sie sagt, sie akzeptiere ihre Entlassung. In der Vorrunde war vieles schiefgelaufen. Einiges aber war Haiber und Rost nicht anzulasten: Leistungsträgerin Zofia Fialekova musste aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme früh in der Saison ihr plötzliches Karriereende bekanntgeben. Außerdem fehlt die ebenfalls starke Sinah Hagen seit Wochen verletzt. Oft musste der VfL mit nur acht Feldspielerinnen agieren. Immer wieder, so Haiber, sei das Trainerduo an den Vorstand mit der „nachdrücklichen Bitte“ herangetreten, das Team mit Neuzugängen zu verstärken. Der sei aber nicht nachgekommen worden. „Wir hätten auch niemand aus der zweiten Mannschaft bekommen können.“ Haibers Fazit: „Ich hoffe, die Waiblinger merken, dass sie jetzt was ändern müssen. Die Drittliga-Mannschaft braucht mehr Unterstützung durch den Verein und neue Spielerinnen.“ In einigen Punkten widerspricht der Vorsitzende Steffen Leßig: „Der Kader ist nicht zu dünn, das lasse ich nicht gelten.“ Die im Vergleich zu anderen Teams nur knappe 25:30-Niederlage beim verlustpunktfreien Tabellenführer TSG Ketsch etwa habe gezeigt, dass die Mannschaft des VfL topfit sei. Indirekt lobt Leßig damit auch die Arbeit der Trainer.

Über Verstärkungen sei in der Tat diskutiert worden. Doch die seien nicht zu bekommen gewesen. Haiber habe zwar vorgeschlagen, zwei Spielerinnen von der SG Oßweil-Pattonville, für die sie selbst noch spielt, zu holen. Als Württembergligistinnen hätten diese dem VfL aber wohl nicht weiterhelfen können, sagt Leßig. Da wäre es besser gewesen, den Drittligakader mit Spielerinnen aus der zweiten VfL-Mannschaft zu ergänzen. Dafür habe es „Möglichkeiten genug“ gegeben. Das Team spielte in der Landesliga, wurde aber mangels Personal abgemeldet.

Wer beim Drittligisten an diesem Samstag von 16 Uhr an in der heimischen Rundsporthalle beim Verbandspokalspiel gegen den Landesligisten SG BBM Bietigheim III auf der Bank Platz nehmen wird, steht laut Leßig noch nicht fest. „Wir werden einen Trainer aus unserem Team draufsetzen.“ Oberste Priorität habe ohnehin nicht der Pokal, sondern der Klassenerhalt. „Wir werden aber alles daransetzen, ein ordentliches Spiel zu zeigen.“ Aus der ehemaligen zweiten Mannschaft mit dabei sein „werden Fabienne Fischer und Laura Lier“. Zeitnah will der Verein den Trainer präsentieren, der den Drittligisten in der Rückrunde betreuen soll. Geplant sei eine interne Lösung, so Leßig. Zudem werde daran gearbeitet, das Team in der Winterpause, die nach dem Pokalspiel beginnt, tatsächlich zu verstärken. Das Unternehmen Klassenerhalt startet am 23. Januar 2016 mit der Partie beim Topteam HCD Gröbenzell.

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Trübe Stimmung herrschte in dieser Saison bei Monika Haiber und ihrem
Co-Trainer Thomas Rost oft. Der VfL Waiblingen steckt tief im Abstiegssumpf.
Jetzt hat der Verein die Reißleine gezogen. 
Foto: ZVW Quelle: ZVW.de 17.12.2015

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