F1-Unruhe rund ums Team des VfL Waiblingen

5. Dezember 2015

Trainerin Monika Haiber muss zum Saisonende Kerstin Zimmermann Platz machen, Torhüterin Tünde Nagy fällt fürs nächste Spiel aus

Es ist der nächste Nackenschlag für die Drittliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen: Torhüterin Tünde Nagy fällt fürs Heimspiel gegen Bietigheim II mit einer Knieverletzung aus. Zudem wurde am Mittwoch, wie berichtet, bekannt, dass der Verein in der nächsten Saison nicht mehr mit Trainerin Monika Haiber plant. Viel Unruhe also, die das Team nicht gebrauchen kann. Haiber sagt, sie und ihr Co-Trainer Thomas Rost seien überrascht gewesen, als ihnen von Vereinsseite der Abschied zum Saisonende mitgeteilt wurde. Nachfolgerin wird Kerstin Zimmermann. Von ihrem bisherigen Verein SF Schwaikheim (Württembergliga) wird als Co-Trainerin und Torhüterin auch Johanna Johansson zum VfL Waiblingen wechseln.

Zwar ist Monika Haiber die Enttäuschung anzumerken: „Es ist traurig, dass ich mit dieser Mannschaft nicht weiterarbeiten darf. Ich habe von ihr viel gelernt.“ Doch sie fügt hinzu, sie können die Entscheidung verstehen: „Waiblingen will neue Wege gehen. Da ist es legitim zu sagen, wir wollen auch ein neues Trainerteam.“ Für sie selbst sei es gut, so früh in der Saison Bescheid zu wissen. Jetzt könne sie sich in Ruhe neu orientieren. Wenn ein Trainerwechsel öffentlich gemacht wird, bringt das Unruhe in ein Team. Beim VfL aber hat Haiber ein gutes Gefühl: „Ich glaube nicht, dass die Entscheidung die Mannschaft so tangiert hat.“ Das wäre auch fatal, denn Waiblingen steht nur einen Platz vom ersten Abstiegsrang entfernt. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Drittletzten HSG Sulzbach/Leidersbach. Und der hat ein Spiel weniger absolviert als der VfL.

Ein anderes Problem hat der Württembergligist SF Schwaikheim: Er muss für die kommende Saison einen neuen Coach finden. Günter Kubach, der Kerstin Zimmermann einst zum Verein lotste, bedauert es zwar, dass die Trainerin nach Waiblingen wechselt. „Aber das ist ein normaler Vorgang. Ich habe dafür Verständnis.“ Überrascht sei er nur davon gewesen, dass es sie zurück zum VfL zieht. „Sie hat aber gesagt, nach vier Jahren bei uns sucht sie eine neue Herausforderung.“ Die Zusammenarbeit mit der Trainerin sei stets sehr gut gewesen. Und erfolgreich: Zimmermann führte Schwaikheim von der Bezirksliga bis in die Württembergliga. Derzeit steht der Aufsteiger für alle überraschend auf Platz eins. Zwar hält Kubach diese Spielklasse für eine „super Liga“ für die Sportfreunde. Gegen einen weiteren Sprung in die Baden-Württemberg-Oberliga hätte er jedoch nichts einzuwenden. Auch wenn’s schwierig werden würde für die Sportfreunde: „Dann müssen wir uns verstärken.“ Viel Geld dafür habe der Verein allerdings nicht zur Verfügung. Kubach sagt, er habe am Sonntag von Zimmermanns Entscheidung erfahren. Den frühen Zeitpunkt in der Saison findet er gut. Denn jetzt habe der Verein genügend Zeit, um sich nach einem Nachfolger umzuschauen. Kubach wünscht Kerstin Zimmermann für die neue Aufgabe in Waiblingen alles Gute: „Sie wird das schaffen.“

VfL Waiblingen (9. Platz, 6:12 Punkte) – SG BBM Bietigheim II (8. Platz, 6:10 Punkte; Freitag, 20.30 Uhr). Zuletzt kassierte Waiblingen beim Tabellenersten TSG Ketsch eine 25:30-Niederlage. Zwar wären ihr Punkte freilich lieber gewesen, sagt Monika Haiber. „Aber wir können mit dem Ergebnis gut leben.“ Denn gegen die Übermannschaft der Liga haben andere Teams schon schlimme Klatschen eingesteckt. Sehr zufrieden war die Trainerin des VfL Waiblingen mit dem Kampfgeist ihrer Mannschaft: „Die Einstellung hat zu 100 Prozent gestimmt.“ Doch es gab erneut personelle Rückschläge beim Drittligisten. Torhüterin Tünde Nagy musste mit einer Knieverletzung raus, sie wird im kommenden Spiel fehlen. Auch die ohnehin angeschlagene Simona Pilekova zog sich eine Verletzung am Fuß zu. Sie wird aber am Freitag wohl ebenso auf die Zähne beißen wie die ebenfalls angeschlagene Annika Bier.

Voraussichtlich muss Waiblingen die Partie gegen Haibers alten Verein SG BBM Bietigheim mit acht Feldspielerinnen und nur einer Torhüterin bestreiten. Die SG hat zuletzt beim 40:21-Kantersieg gegen Regensburg in der zweiten Mannschaft Erstliga-Spielerinnen eingesetzt. Haiber befürchtet wegen der WM-Pause der 1. Liga, dass zumindest Linda Mack und Stine Baun Eriksen auch gegen Waiblingen in der 3. Liga zum Einsatz kommen werden. „Bietigheim II braucht die Punkte.“ Ebenfalls sehr stark einzuschätzen ist die Ex-Bundesliga-Spielerin Annamaria Ilyes. Dennoch sieht Monika Haiber den VfL Waiblingen nicht chancenlos im Heimspiel in der Rundsporthalle. „Ich glaube an diese Mannschaft. Mit einer Leistung wie gegen Ketsch können wir was holen.“

Quelle: 04.12.2015

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