F1-Der VfL am Tiefpunkt

13. Dezember 2015

TV Möglingen – VfL Waiblingen Handball 31:24 (19:8) 

Mit einem Sieg im Derby gegen den TV Möglingen wollte sich der VfL im letzten Vorrundenspiel etwas Luft zu den Abstiegsrängen verschaffen. Es kam jedoch anders als gedacht, in der 41. Spielminute beim Stand von 24:9 drohte sogar ein Debakel. Auch der Gastgeber Möglingen stand in dieser Partie mächtig unter Druck. Nur einen Punkt besser als der VfL und mit fünf Niederlagen in Folge, benötigte auch der TV beide Punkte.

Sichtlich nervös begannen beide Teams und leisteten sich viele technische Fehler. Waiblingen ging durch Marisa Remsing in Führung, welche jedoch die Einzige im gesamten Spielverlauf bleiben sollte. Der TV Möglingen legte seine Anfangsnervosität ab und zog Tor um Tor davon. Der VfL leistete sich teilweise haarsträubende Fehlpässe im Angriff und so war Trainerin Moni Haiber in der 16. Spielminute, beim Spielstand von 11:2, bereits gezwungen, die zweite Auszeit zu nehmen.
Waiblingen stellte die Abwehr auf eine 4:2 Formation um, im Angriff änderte sich leider nicht viel. Die meist unvorbereitete Abschlüsse führten nicht zum Erfolg. Lediglich Einzelaktionen von Pilekova und Bier und zahlreiche ausgelassene Torwurfchancen der Möglinger verhinderten, dass deren Vorsprung deutlicher anwuchs.
Erst in der 29. Spielminute gelang dem VfL der erste schön heraus gespielte Treffer, den Mara Seitzer von Rechtsaußen zum 18:7 verwandelte. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff konnte die fünffache Torschützin Marisa Remsing den 19:8 Pausenstand erzielen.

Die mitgereisten Zuschauer auf der gut besetzten Tribüne hofften nun, dass der VfL mit einem anderen Gesicht aus der Kabine kommen würde. Diese Hoffnung wurde jedoch schnell zerstört. Waiblingen stellte auf eine 3:3 Abwehr um, was die Begegnung zu Beginn der zweiten Hälfte in ein Parteiballspiel veränderte. Der VfL konnte, den zuerst überraschten Möglingerinnen zwar in der Abwehr den einen oder anderen Ball klauen, vertändelte die sich dadurch ergebenen Torschancen jedoch leichtfertig und meist zu überhastet. Erst in der 38. Spielminute gelang Mara Seitzer der erste Treffer des VfL in der zweiten Halbzeit, da stand es bereits 22:8 für den TV, dessen Sieges-Plan dadurch voll aufging. Sina Klenk, mit dem Treffer zum 24:9, markierte den höchsten Vorsprung der Gastgeber an diesem Abend (41.). Der TV wechselte nun munter durch und nahm das Tempo etwas aus dem Spiel. Der VfL nutzte diese Mini-Chance und konnte binnen neun Minuten den Rückstand zum 27:20 halbieren (53.). Die kurzfristig aufkeimende Hoffnung wurde durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Pilekova, fünf Minuten vor dem Ende, zerstört und die Gastgeber schaukelten den sieben Treffer Vorsprung zum 31:24 Endstand und dem ersten Heimsieg nach Hause.

Die mit Abstand schwächste Leistung des VfL führte zu dieser, auch in dieser Höhe durchaus verdienten, Niederlage. Mit nur sechs Pluspunkten aus der Vorrunde stehen die Waiblinger jetzt voll im Abstiegskampf und könnten, bei noch zwei ausstehenden Spielen der HSG Sulzbach/Leidersbach, im schlimmsten Fall, noch auf einem Abstiegsplatz überwintern. Nun ist guter Rat gefragt.

VfL: Lisa Fleischer; Tünde Nagy; Annika Bier (3/2), Nina Beyerle, Stephanie Frick (2), Mara Seitzer (5), Marisa Remsing (5), Simona Pilekova (4), Erna Kozar-Topalovic (4/1), Cora Goldmann (1).

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