F1-Großer Kampf beim Ligaprimus

30. November 2015

TSG Ketsch – VfL Waiblingen Handball 30:25 (14:10)

[sl] Mit einem etwas mulmigen Gefühl reisten die Waiblinger Handballerinnen zum Spitzenreiter nach Ketsch. Auf der einen Seite war da der nach wie vor sehr dünne Kader des VfL und auf der anderen Seite mussten selbst Top Clubs wie der SV Allensbach eine 11 Tore Niederlage in Ketsch einstecken. Die Devise hieß sicherlich erstmal Schadensbegrenzung.

Bis zum 3:4 durch einen verwandelten Siebenmeter von Annika Bier konnte der VfL das gefürchtete Tempospiel der Ketscher unterbinden. Torfrau Tünde Nagy parierte einige Bälle in der Anfangsphase und hielt auch den ersten Siebenmeter von Katrin Schneider. Dann die erste Schrecksekunde für die Waiblinger, Simona Pilekova verletzte sich bei einer Angriffsaktion und konnte vorerst nicht weiterspielen. Sichtlich geschockt unterliefen dem VfL technische Fehler im Angriff und das Ketscher Tempospiel kam in Gang. Sechs Tore in Folge gaben beim 9:3 Zwischenstand dem Gastgeber eine scheinbare Sicherheit. Der VfL war aber wieder parat und verkürzte durch Frick und Goldmann zum 9:5, was die Trainer Frank und Löbich zur ersten Auszeit der Gastgeber bewog. Bis zur Halbzeit hielt dann der vier Tore Vorsprung der TSG und beim 14:10 wurden die Seiten gewechselt.

Bis zur 40. Minute (18:14) änderte sich wenig am Spielverlauf. Pielkova konnte wieder eingesetzt werden und die siebenfache Torschützin, Erna Kozar-Topalovic, konnte sich das ein oder andere Mal am Kreis durchsetzen. Einen weiteren Rückschlag musste der VfL doch dann mit der Verletzung von Torfrau Tünde Nagy einstecken, die bis dahin sehr gut hielt und sich bei einer Abwehraktion so verletzte, dass sie nicht weiter spielen konnte. Ketsch nahm Pilekova zudem noch und in Manndeckung, erzielte fünf Tore in Folge und war binnen fünf Minuten zum 24:14 auf ein uneinholbaren 10 Tore Vorsprung enteilt. Ein Überraschungserfolg war somit, eine viertel Stunde vor Schluss, nicht mehr möglich und nun ging es lediglich noch darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen. Der VfL ließ sich nicht hängen, brach auch konditionell nicht ein wie in den vergangenen Partien, sondern kämpfte bis zum Schluss aufopferungsvoll und erzielte mit der 30:25 Niederlage noch ein respektables Ergebnis.

Bereits am kommenden Freitagabend gastiert die Bundesligareserve der SG BBM Bietigheim um 20:30 Uhr in der Rundsporthalle. Neben der seit Rundenbeginn dort eingesetzten ehemaligen rumänischen Nationalspielerin Annamarie Ilyes werden die Gäste, aufgrund der Pause in der 1. Bundesliga wegen der Handball Weltmeisterschaft der Frauen in Dänemark, sicherlich noch weitere Erstligaspielerinnen einsetzen. Der ESV Regensburg musste dies bereits an diesem Wochenende schmerzlich erfahren, als sie in der Bietigheimer Viadukthalle mit 40:21 aus der Halle geschossen wurden. Also wiederum ein schwerer Brocken für den VfL, der mit Platz 9 in der Tabelle auf dem ersten Nichtabstiegsplatz rangiert. Mit einer kampstarken Leistung wie jetzt in Ketsch müsste für den VfL im Heimspiel jedoch etwas Zählbares in eigener Halle herausspringen können.

VfL: Lisa Fleischer; Tünde Nagy; Annika Bier (2/1), Nina Beyerle (1), Stephanie Frick (4), Mara Seitzer (2), Marisa Remsing (2), Simona Pilekova (6), Erna Kozar-Topalovic (7/3), Cora Goldmann (1).

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