F1-Waiblingen will Stärke zeigen

31. Oktober 2015

Für den VfL geht es darum, die Derby-Pleite abzuhaken und jetzt gegen Holzheim zu glänzen

Die bittere 19:34-Derbyschlappe beim SC Korb und der ganz schlechte Auftritt haben bei den Drittliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen Spuren hinterlassen. Im Heimspiel gegen den punktlosen Tabellenletzten TV Holzheim soll nicht nur ein Sieg her. Der VfL will diesmal auch wieder zeigen, was er wirklich kann: druckvoll spielen mit Aggressivität und Tempo.

VfL Waiblingen (7. Platz, 4:6 Punkte) – TV Holzheim (12. Platz, 0:12 Punkte; Samstag, 20 Uhr). „Es war eine katastrophale Leistung von uns, ein Kollektivausfall. Da gibt es nichts rumzudiskutieren“, sagt VfL-Trainerin Monika Haiber. In Korb ließ Waiblingen alles vermissen, was die erfahrene Mannschaft sonst auszeichnet. Besonders augenfällig waren die fehlende Spritzigkeit und die extrem hohe Fehlerquote in Abwehr und Angriff.

Die Spielerinnen seien heiß gewesen aufs Derby und hätten unbedingt gewinnen wollen, so Haiber. Doch dann liefen die ersten zehn Minuten der Partie ganz schlecht. „Es war eine Abwärtsspirale, wir haben es nicht geschafft, uns wieder rauszureißen.“ Der VfL habe drucklos und ohne Tempo gespielt. Und vorne nichts getroffen. In der nur knapp verlorenen Partie beim Topteam SV Allensbach (25:27) etwa sei das Team viel besser aufgetreten als jetzt in Korb.

Haiber betont, sie und Co-Trainer Thomas Rost hätten die Fehler nach der Derbypleite ganz klar angesprochen. Sehr positiv bewertet sie die Reaktion: „Die Mädels haben gesagt: ,Okay, gehen wir raus und trainieren, weil wir’s besser machen wollen.‘“ Nach einem solchen Spiel sei es egal, welcher Gegner als Nächstes folgt. Ob gegen den Ersten oder den Letzten – es gehe darum, das Derby abzuhaken und zu zeigen, was man wirklich kann.

In der Rundsporthalle stellt sich das punktlose Schlusslicht TV Holzheim vor. „Er ist im Zugzwang und muss unbedingt punkten.“ Schon deshalb dürfe das Team nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Spielerinnen von Trainer Robert Genius sind im Schnitt nur 20 Jahre alt, wie in der vergangenen Saison lautet das Ziel Klassenerhalt. „Es ist eine schnelle Mannschaft, die viel ins Eins-gegen-eins geht“, so Haiber. Freilich will sie mit dem VfL gewinnen. Sie möchte aber auch sehen, „dass wir uns um 100 bis 200 Prozent gegenüber dem Spiel in Korb steigern“. Und die Trainerin ist davon überzeugt, dass das auch gelingt. Der Kader ist vollzählig.

HSG Sulzbach/Leidersbach (10. Platz, 2:8 Punkte) – SC Korb (4. Platz, 7:3 Punkte; Samstag, 17 Uhr). Die beste Saisonleistung seines Teams gesehen hat SC-Coach Jürgen Krause beim 34:19-Derbysieg über den VfL Waiblingen. Vor allem in der Abwehr standen die hoch motivierten Korberinnen sehr sicher, mit ihrer Schnelligkeit im Spiel nach vorne überforderten sie den VfL. Dennoch: „Dass das Ergebnis so deutlich wird, hätte von uns keiner gedacht.“ Die Waiblingerinnen hätten einen schlechten Tag erwischt. „Aber wir haben’s ihnen schon schwer gemacht. Sie haben keine Lösungen gefunden, unsere Abwehr zu knacken.“ Besonders in der ersten Hälfte spielte die Ex-Waiblingerin Lana Holder überragend. Das sieht auch Krause so: „Sie wird von Woche zu Woche wichtiger. Sie zu holen, war ein richtiger Duselgriff von mir.“

Trotz der Topleistung seines Teams hat der Trainer aber auch Kritikpunkte gefunden: hier und da Unkonzentriertheiten in der Abwehr, besonders zu Beginn, sowie immer mal wieder Fehler im Spiel nach vorne. „Auch wir haben noch Luft nach oben.“ Wobei man erst mal 34 Tore erzielen muss.

Ins nächste Spiel gehen die Korberinnen als Favorit. „Wir nehmen diese Rolle auch an.“ Gastgeber HSG Sulzbach/Leidersbach sei allerdings nicht zu unterschätzen. „Die Mannschaft ist besser, als es das Ergebnis darstellt.“ Jürgen Krause verweist auf die nur recht knappe 23:28-Niederlage zuletzt in Allensbach und das zeitweise enge Spiel gegen Waiblingen in der Stuttgarter Porsche-Arena (24:27).

Das Team um Spielertrainerin Ruta Latakaite-Willig sei körperlich robust. Korb müsse mit seinem jungen Team dagegenhalten. „Wenn man Sulzbach spielen lässt, tut man sich schwer.“ Krause hofft, dass der Derbysieg seiner Mannschaft Selbstvertrauen gegeben hat. Pausieren wird die angeschlagene Sandra Staiger, unklar ist noch, wer im Tor des SC stehen wird.

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In Korb hat sich der VfL Waiblingen (beim Wurf Stephanie Frick)
weit unter Wert verkauft. Gegen den TV Holzheim sollen wieder
zwei Punkte her, und zwar mit überzeugender Leistung. Foto: ZVW

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