F1 – Vermeidbare Niederlage gegen den Titelaspirant

11. Oktober 2015

SV Allensbach – VfL Waiblingen Handball 27:25 (10:15)

[sl] Zwei unterschiedliche Halbzeiten sahen die 300 Zuschauer in der Riesenberghalle in Allensbach. Der VfL hatte den Zweitliga-Absteiger nahe an der ersten Heimniederlage, verpasste es jedoch, trotz einer Top-Leistung, den Sack zu zumachen.

Gleich in der ersten Spielminute entschärfte Torhüterin Tünde Nagy den ersten Rückraumwurf der Allensbacher. Im Gegenzug scheiterte Sinah Hagen zwei Mal am Gebälk und so dauerte es bis zur 4. Spielminute bis der erste Treffer für die Gastgeber viel. Waiblingen bekam nun die anfangs sehr zerfahrene Partie besser in den Griff und punktete häufig von den Außenpositionen. Mit dem 6:3 für den VfL durch Stephanie Frick sah sich SVA Trainer Claus Ammann bereits in der 11. Spielminute gezwungen die erste Auszeit zu nehmen. Die Spielerinnen vom Bodensee agierten nun aggressiver in der Abwehr und schafften in der 14. Spielminute den 6:6 Ausgleichstreffer. Trainerin Moni Haiber schickte nun neben Pilekova auch Fialekova aufs Feld, die mit zwei verwandelten Siebenmetern in Folge, die Waiblinger wieder mit 9:7 in Führung brachte. In Unterzahl erhöhte Pilekova sogar noch auf 11:7 was die zweite Auszeit von Allensbach zur Folge hatte. Anders als bei der ersten Auszeit zeigte diese Maßnahme keine Auswirkung bei den Gastgebern. Im Gegenteil, Waiblingen leistete sich kaum Fehler im Angriff und der SVA warf einen Ball nach dem anderen weg. Wiederum Pilekova in Unterzahl erhöhte zum 13:8 (28’) und schaffte somit zum ersten Mal einen fünf Tore Vorsprung. Die 3-2-1 Abwehr der Allensbacher erinnerte zu diesem Zeitpunkt eher einer Manndeckung aus der Jugend und so gelang es den beweglichen Waiblingern immer wieder zu enteilen. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff hielt Tünde Nagy mit ihrer 12 Parade noch einen Siebenmeter. Zwölf technische Fehler von Allensbach, eine klasse Abwehr des VfL und eine nahezu fehlerfrei Angriffsleistung führten zur 15:10 Halbzeitführung. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Allensbach bereits mit dem Kopf beim Spitzenspiel, am kommenden Wochenende, in Ketsch ist.

Das dieses Spiel sich in der zweiten Halbzeit so nicht fortsetzt war zu vermuten. So positiv wie die erste begann so negativ startet der zweite Spielabschnitt. Drei Ballverluste im Angriff durch den VfL und drei Tore in Folge des SVA und die Gastgeber waren beim 13:15 wieder auf Tuchfühlung. Es dauerte ganze fünf Minuten, ehe Nina Beyerle zum ersten Mal einnetzte. Waiblingen war jetzt wieder im Spiel angekommen und erzielte einen sehenswerten Treffer durch Mara Seitzer, die einen Tempogegenstoß abfing und praktisch von der Mittellinie zum 17:14 verwandelte. In der 40. Spielminute lag der VfL immer noch mit drei Toren in Front und die Überraschung war greifbar nahe. Es folgte eine doppelte Zeitstrafe gegen den VfL und nach zwei viel zu früh versuchten Abschlüssen klingelte es hinten zweimal zum 20:19 (47`).

Ein erneuter Fehlwurf im Angriff ermöglichte es den Gastgeber durch Svenja Hübner den 21:21 Ausgleich zu erzielen. Erhielt der SVA in der 48. Spielminute noch eine gelbe Karte so quittierten die Schiedsrichter Morlok/Lay die Waiblinger Aktionen konsequent mit zwei Minuten (insgesamt 6 Mal). Der SVA zog mit zwei Treffern in Folge auf 23:21 weg. Der VfL erneut in Unterzahl und dann in doppelter Unterzahl nach der roten Karte gegen Fialekova kam durch eine schöne Einzelaktion von Pilekova und einer Glanzparade von Nagy nochmals auf 22:23 heran. Marissa Remsing markierte in der 55. Spielminute sogar den 23:23 Ausgleich, was noch jeden Spielausgang offen ließ. Vielleicht überrascht von der eigenen Courage und dem möglichen Auswärtserfolg nutzen die etwas routinierteren Gastgeber zwei technische Fehler des VfL und entschieden die Partie mit 27:25 für sich. „40 Minuten waren wir die bessere Mannschaft und haben uns dann in den letzten 20 Minuten noch den Schneid abkaufen lassen“, so Trainerin Moni Haiber auf der Pressekonferenz. Zwar mit leeren Händen aber mit der Gewissheit mit den Spitzen-Teams der Liga mithalten zu können, trat der VfL die Heimreise vom Bodensee an.

Am kommenden Sonntag kommt es für den VfL zu einem Highlight. Im Vorspiel der Bundesligabegegnung TVB Stuttgart 1898-SC Magdeburg bestreitet Waiblingen das Vorspiel gegen Sulzbach/Leidersbach in der Porsche Arena. Bereits über 100 Waiblinger haben sich dafür schon ein Ticket gesichert.

VfL: Lisa Fleischer; Tünde Nagy; Annika Bier (1), Nina Beyerle (2), Stephanie Frick (3), Mara Seitzer (5), Marisa Remsing (3), Zofia Fialekova (2/2), Simona Pilekova (5/2), Erna Kozar-Topalovic, Cora Goldmann (2), Sinah Hagen (2), Katharina Leßig.

Foto:  SV-Allensbach Homepage

Foto-Serie Homepage SV Allensbach und der Bericht Homepage SV Allensbach

Pressebericht Südkurier

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