F1-Korb nimmt Waiblingen auseinander

26. Oktober 2015

SC Korb – VfL Waiblingen 34:19 (18:9) / Grandiose Teamleistung des Aufsteigers, VfL katastrophal

Wer ist bei den Frauen das stärkste Handball-Team im Rems-Murr-Kreis? Zumindest am Samstagabend lautete die Antwort eindeutig: der SC Korb. Im Drittliga-Derby in der heimischen Ballspielhalle nahm der Aufsteiger vor rund 300 verblüfften Zuschauern den desolat auftretenden VfL Waiblingen auseinander. Fußend auf einer überragenden Abwehr gewann Korb 34:19.

Wie es sich für ein Derby gehört, war die Halle voll. So einen Verlauf hatte allerdings niemand erwartet. Auch beide Trainer, Jürgen Krause (SC) und Monika Haiber, waren von einem ganz engen Spiel ausgegangen. Doch daraus wurde nichts. Denn Korb wirkte mit seiner jungen, spielfreudigen Mannschaft von Beginn an höchst motiviert und war drückend überlegen. Die erfahreneren Gäste dagegen agierten ohne jedes Feuer, obwohl sie sich vorgenommen hatten, nach dem trotz des 27:24-Erfolges schwachen Auftritt in der Porsche-Arena gegen Sulzbach/Leidersbach jetzt im Prestigeduell ihr wahres Gesicht zu zeigen.

Zwar hatte der VfL oft Pech mit Würfen an Latte oder Pfosten, das konnte aber den Gesamteindruck nicht verwischen. Fahrig bis luschig trat die Mannschaft auf und spielte den Korberinnen mit zahllosen technischen Fehlern sowie überhasteten Abschlüssen in die Hände. Dass die Gäste im Angriff nicht viel zu bieten hatten, lag aber vor allem auch an der bombensicher stehenden Defensive des SC. Coach Krause hatte mit seiner Aufstellung überrascht: Alle drei Torhüterinnen – Lena Wolf, Stefanie Ege und Sarah Wachter – spielten und zeigten eine gute Leistung. Dagegen hielten die VfL-Torfrauen Lisa Fleischer und die zuletzt herausragende Tünde Nagy kaum einen Ball.

Von Beginn an ging die Korber Mannschaft mit einem irrwitzigen Tempo zu Werke, das die behäbigen Gäste überforderte. Obwohl alle SC-Spielerinnen ihren Teil zum Erfolg beitrugen, ragte in Hälfte eins eine heraus: die erfahrenste, Lana Holder. Die Ex-Waiblingerin warf vor der Pause sechs ihrer insgesamt acht Treffer und schien überall zu sein. Bereits nach zehn Minuten, beim Stand von 3:8 aus VfL-Sicht, nahm Monika Haiber die erste Auszeit. Besser wurde das Spiel der Gäste danach aber nicht. Erst in der 13. Minute gelang dem VfL der vierte Treffer zum 4:9.

Jetzt erhöhte Korb die Schlagzahl richtig. Das Team spielte wie entfesselt, die Partie war schon vor der Pause entschieden. In der 21. Minute kam endlich Nagy für die glücklose Fleischer ins VfL-Tor. Auch ihr flogen die Bälle jedoch um die Ohren. Krause wechselte bei Korb wie gewohnt munter durch, und bis zum Spielende trugen sich fast alle Spielerinnen in die Torschützenliste ein. In der 25. Minute führte der SC durch ein Holder-Tor erstmals mit zehn Treffern (15:5), beim 18:9 war Halbzeit.

Danach ließ der Gastgeber die Zügel kurz ein wenig lockerer, auf mehr als acht Tore kam Waiblingen aber nicht mehr heran. Immerhin, die seit Saisonbeginn angeschlagene Rückraum-Akteurin Simona Pilekova wurde etwas stärker und war mehrmals mit Einzelaktionen erfolgreich.

Doch nach der Verschnaufpause war Korb wieder da. Die quirlige Hanna Hojczyk erzielte in Hälfte zwei alle ihre vier Tore, ebenfalls besonders treffsicher war Vildana Halilovic. Und Caren Hammer brachte die VfL-Abwehr durch ihre wuchtigen Vorstöße regelmäßig in Verlegenheit. Vor allem aber blieb der Eindruck einer glänzenden Teamleistung.

Als die Partie beim 34:19 zu Ende war, hatten die Korber Fans längst ihre Stimmbänder ruiniert. Waiblinger Spielerinnen blieben nach der Blamage mit leerem Blick minutenlang regungslos auf der Bank hocken, während die SC-Mannschaft im Freudentaumel kollektiv über das Feld tänzelte. Mit 7:3 Punkten steht Korb als Aufsteiger in der Tabelle auf Rang vier, Waiblingen ist mit nunmehr 4:6 Zählern Siebter.

SC Korb: Wolf, Ege, Wachter; Staiger (1), Itterheim (3), Nagler (3), Krug (1), Halilovic (6/1), Gruber (3), Holder (8/1), Hammer (5/3), Stumpp, Hojczyk (4), Fenske. VfL Waiblingen: Fleischer, Nagy; Bier (4/4), Beyerle (2), Frick (3), Seitzer (3), Remsing (2), Pilekova (5), Kozar-Topalovic, Goldmann, Hagen, Leßig.

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So viel Freiraum wie hier Nina Beyerle (beim Wurf)
bekamen die Waiblingerinnen selten in Korb.
Der Aufsteiger um die starke Ex-VfL-Spielerin
Lana Holder (links) und Caren Hammer (rechts)
beherrschte das Derby nach Belieben. Foto: ZVW

Video  Zusammenfassung auf ZVW Online: bit.ly/1Rkvl9p
Bericht Gegner SC Korb: 
bit.ly/1PPFdcU

 

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