M1 – Enttäuschung beim VfL Waiblingen

2. Juni 2015

Rückblick Handball-Württembergliga, Männer: Saisonziel Aufstieg verfehlt / Zufriedenheit bei SF Schwaikheim / Wenige Höhepunkte beim TV Bittenfeld II

[zvw] diesem starken Team muss man aufsteigen. Das dachten nicht nur die Konkurrenten in der Württembergliga, sondern auch die Handballer des VfL Waiblingen selbst. Doch sie verpassten ihr Saisonziel, zu viele Punkte gingen gegen vermeintliche Außenseiter verloren. Eine gute Saison war’s dagegen für die SF Schwaikheim, eine unspektakuläre für den TV Bittenfeld II.

Abschlusstabelle der Staffel Nord

1. TSV Schmiden 28 840:795 43:13
2. SG Bottwartal 28 909:820 40:16
3. TSV Weinsberg 28 863:736 39:17
4. VfL Waiblingen 28 865:768 37:19
5. TV Weilstetten 28 807:786 33:23
6. SF Schwaikheim 28 731:773 31:25
7. TV Bittenfeld II 28 749:741 28:28
8. SG BBM Bietigheim II 28 860:882 26:30
9. Neckarsulmer SU 28 842:839 26:30
10. TSV Altensteig 28 794:809 24:32
11. TV 1895 Flein 28 752:743 23:33
12. SKV Oberstenfeld 28 814:826 22:34
13. TSF Ditzingen 28 731:772 21:35
14. SV Fellbach 28 799:901 19:37
15. HSG Fridingen/Mühlheim 28 745:910 8:48

VfL Waiblingen (4. Platz, 37:19 Punkte). Verbandspokalsieger, baden-württembergischer Vizepokalsieger – und dennoch nicht zufrieden. So stellt sich die Situation bei den Waiblingern da. Denn Vorrang hatte der Aufstieg aus der Württembergliga. Daraus wurde nichts. Dafür gab es wie so oft Wechsel auf der Trainerbank.

Im Februar verlor das Team beim abstiegsgefährdeten SKV Oberstenfeld. Der VfL war noch Zweiter, doch der Verein sah das Aufstiegsziel in Gefahr. Michael Abele, kurz zuvor mit dem Team Pokalsieger geworden, musste gehen. Überraschend für eine Partie übernahm der langjährige Waiblinger Spieler Jochen Bayer. Auch das nutzte nichts, der VfL unterlag in Neckarsulm. Also übernahm, saisonübergreifend zum wiederholten Mal, Co-Trainer Wolfgang Hezel die Hauptverantwortung. Diesmal gleichberechtigt mit Spielertrainer Valentin Hörer. Am Ende stand Platz vier, genau wie im Vorjahr.

Wer den Aufstieg als Ziel formuliert, muss sich kritisieren lassen, wenn’s nicht klappt. Warum also ging der VfL so in die Offensive? „Wir hatten eine schlagkräftige Truppe zusammen“, erläutert Wolfgang Hezel. Tatsächlich hatte sich Waiblingen vor der Saison hochkarätig mit den Drittliga-Schützenkönigen Markus Schumacher und Valentin Hörer verstärkt, hinzu kam Auslandsrückkehrer Johannes Felden.

Die Saison begann trotz einer Niederlage im zweiten Spiel hervorragend. Acht Siege in Folge feierte der VfL, darunter auch einen gegen den späteren Meister Schmiden. Doch nach der Serie gab der Tabellenerste Waiblingen zum ersten Mal Punkte gegen einen Außenseiter ab. „Zu Hause gegen Flein durften wir nicht verlieren.“

Nach dem Pokaltriumph startete der VfL optimal ins neue Jahr: Das 26:19 beim Mitfavoriten in Weinsberg war sensationell. In der Folge aber ging die Souveränität verloren. Die Zusatzbelastung im Pokal lässt Hezel nicht als Ausrede gelten: „Wenn man was erreichen will, muss man da durch.“

Drei Auswärtsniederlagen nacheinander – in Schwaikheim, Oberstenfeld und Neckarsulm – warfen das Team zurück. Nach den verlorenen Schlüsselspielen in Schmiden und zu Hause gegen die SG Bottwartal war der Traum vom Aufstieg endgültig vorbei. Besonders das verlorene Heimspiel war ernüchternd: Der VfL verspielte eine 17:10-Halbzeitführung und verlor noch 30:34.

Am Ende siegte der VfL zum zweiten Mal über Weinsberg und bescherte Bottwartal damit den Relegationsplatz. Dass die SG in den Aufstiegsspielen scheiterte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. In der kommenden Saison will der VfL Waiblingen wieder angreifen. Es wird einen großen Umbruch und mit Dominik Schaudt einen neuen Trainer geben.

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Die Waiblinger schwächelten in dieser Saison ein paarmal zu oft. So wurde es nichts
mit dem Aufstieg. Jetzt wird es einen großen Umbruch geben, viele
Spieler gehen,
viele kommen. Valentin Hörer (mit Ball) etwa verlässt den
VfL Waiblingen nach
nur einer Saison wieder in Richtung 3. Liga. Foto(zvw)

Schwaikheim trotz Ausfällen besser als in der Vorsaison
SF Schwaikheim (6. Platz, 31:25 Punkte). Gegenüber der Vorsaison sind die Schwaikheimer um drei Plätze geklettert. In der Abschlusstabelle belegen sie Rang sechs. Damit ist der scheidende Trainer Tobias Mühlpointner sehr zufrieden: „Mit der Platzierung waren wir nah am Optimum.“ Denn für die SF war es aufgrund mehrerer monatelanger Ausfälle von verletzten Leistungsträgern eine schwierige Saison.

Auf Simon Bayha musste Schwaikheim fast die komplette Runde über verzichten, Chris Hellerich und Timo Wissmann fehlten nahezu in der gesamten Hinrunde. Mit Hellerich/Bayha fiel der gefürchtete Mittelblock in der sonst so kompakten 6:0-Deckung aus. „Damit haben wir schon zu kämpfen gehabt“, sagt Mühlpointner. „Man muss erstmal damit umgehen, wenn die komplette Abwehr auseinanderfällt.“ Die Schwaikheimer mussten auf offensivere Varianten umstellen. Das brauchte Zeit.

Die Folge waren teils fürchterliche Niederlagen. „Gegen Weinsberg haben wir zweimal mit 20 Toren verloren.“ An solchen Negativerlebnissen kann ein Team verzweifeln, besonders, wenn es den Abstiegsplätzen bedrohlich nahe kommt. Doch die Schwaikheimer blieben unerschütterlich. „Das rechne ich der Mannschaft sehr hoch an. Sie hat nie den Kopf in den Sand gesteckt. Das zeigt, dass sie gefestigt ist.“

Fast schon traditionell ließen die Sportfreunde im Saisonverlauf einige Favoriten stolpern. Gegen die SG Bottwartal gewannen sie beide Partien und gegen den VfL Waiblingen das Heimspiel. Und in heimischer Halle trotzten sie dem späteren Aufsteiger TSV Schmiden ein Unentschieden ab. Am Schluss gelang Schwaikheim sogar eine beeindruckende Serie mit neun Punkten aus den letzten fünf Spielen.

In der nächsten Saison wird es tiefgreifende Veränderungen geben. Besonders schwer wiegen die Abgänge von Chris Hellerich (TV Oppenweiler, 3. Liga), Timo Lorenz (SV Kornwestheim, 3. Liga) und Keeper Dennis Kellner (beruflich nach München). Auch Tom Hönig (TV Flein, Württembergliga) wird den Schwaikheimern fehlen. Neu im Kader sind Torhüter Joshua Gantner vom SV Oßweil (früher TV Bittenfeld II) sowie Wael Mamoka vom A-Jugendbundesligisten JSG Echatz-Erms. Thomas Breunig und Moritz Abelein rücken aus der zweiten Mannschaft der SF auf, Robin Mack kommt von der SV Winnenden.

Auch auf der Trainerbank gibt es nach drei Jahren einen Wechsel. Auf Mühlpointner, der eine Pause einlegen will, und Jochen Knauß folgen als Chef Heiko Burmeister, unter anderem bekannt aus seiner Zeit als Co-Trainer des TV Bittenfeld, und Jochen Kubach. „Das ist eine gute Lösung für den Verein“, sagt Mühlpointner. Der Umbruch im Team werde nicht leicht werden. „Aber er hat in den letzten Jahren immer funktioniert. Es kommen gute Junge nach.“

Bittenfeld II stark in der Abwehr, aber mit Problemen im Angriff
TV Bittenfeld II (7. Platz, 28:28 Punkte). Mit ausgeglichenem Punktekonto ist der TV Bittenfeld II wie in der Vorsaison Siebter geworden. „Eigentlich hatten wir uns eine Verbesserung gewünscht. Aber im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein“, sagt Trainer Roland Wissmann. Denn anders als in vorangegangenen Spielzeiten griffen die Bittenfelder diesmal so gut wie gar nicht auf Spieler aus dem Zweitligakader zurück. „Martin Kienzle und Michael Seiz waren nur zweimal im Einsatz. Und Daniel Sdunek stand im Tor, als Tobias Klemm verletzt war.“

Insgesamt war’s eine unspektakuläre Saison mit wenigen Höhepunkten – „wir haben nur zwei Derbys gewonnen“ –, aber auch wenigen Ausreißern nach unten. Auch der Trainerwechsel, Jens Baumbach verabschiedete sich im März berufsbedingt in die USA, verlief reibungslos. Denn in der Vorsaison war Wissmann Co-Trainer von Baumbach gewesen. „Man kennt die Leute, man kennt das System.“ Deshalb sei die Umstellung nicht so groß gewesen.

Das Prunkstück der Bittenfelder war ihre Abwehr. Das Team stellte, unterstützt vom sehr guten Torhütergespann, die zweitbeste Defensive der Liga. Allerdings heißt das auch, dass es in der Offensive nicht so gut lief. „Wir haben relativ kleine Schützen, auf die sich der Gegner gut einstellen kann“, erläutert Wissmann. Wenn das Tempogegenstoßspiel nicht funktioniere, erziele das Team deshalb kaum leichte Tore. Das Positionsspiel sei mit großem Kraftaufwand verbunden, „oft ist das ziemlich zäh“.

Was den Bittenfeldern in dieser Saison fehlte, war die Konstanz. Auf Siege folgten fast regelmäßig Niederlagen. Das könne daran liegen, das die Mannschaft relativ unerfahren ist, so der Coach. In der kommenden Saison will er mit dem Team an diesen Problemen arbeiten. Gleichberechtigter Partner auf der Trainerbank wird dann Thomas Randi sein, bisher Coach der A-Jugend.

Einige Jugendspieler sollen in den Kader für die kommende Saison eingebaut werden. Welche Feldspieler kommen oder gehen, steht laut Wissmann noch nicht fest. Eine Veränderung wird es sicher auf der Torhüterposition geben. Tobias Klemm wechselt zu seinem Heimatclub SV Remshalden, die nach dem Abstieg aus der Oberliga künftig wieder Ligakonkurrent des TV Bittenfeld II sein wird. Dafür kehrt aus Remshalden der Ur-Bittenfelder Steffen Lehle zurück.

Quelle: ZVW, vom 02.06.2015

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