F1 – Letztes Heimspiel für den Trainer Nadir Arif

23. Januar 2015

SG VfL Waiblingen erwartet am Sonntag den Tabellensiebten Pforzheim

Vor dem letzten Heimspiel unter ihrem Trainer Nadir Arif werden die Drittliga-Handballerinnen der SG VfL Waiblingen von Verletzungssorgen geplagt. „Wir sind gegen Pforzheim dennoch Favorit und werden Vollgas geben“, sagt Arif.

SG VfL Waiblingen (3. Platz, 21:9 Punkte) – HSG TB/TC Pforzheim (7. Platz, 16:14 Punkte/Sonntag, 17 Uhr). Den erwartet schweren Stand hatten die Waiblingerinnen im Derby beim TV Möglingen. „Wir haben ziemlich bescheiden angefangen“, sagt der Trainer Nadir Arif. „Möglingen hat gezeigt, dass es eine gute Mannschaft hat.“ Nach 19 Minuten lag die SG VfL mit 6:12 im Hintertreffen. In einer Auszeit stellte Arif die Deckung von 6:0 auf 3:2:1 um, was sich nach und nach auswirkte: In der 36. Minute lag Waiblingen beim 22:21 erstmals in Führung.

In der spannenden Schlussphase „zweier Mannschaften auf Augenhöhe“ (Arif) habe die überragende Torhüterin Lisa Fleischer den Ausschlag gegeben. Zudem hätten Cora Goldmann in der Abwehr, die elffache Torschützin Simona Pilekova und die Spielmacherin Sinah Hagen starke Leistungen abgeliefert. „Kämpferisch war’s von der gesamten Mannschaft eine klasse Leistung.“

Dabei war Waiblingen mit einigen angeschlagenen Spielerinnen angetreten. Zofia Fialekova wurde wegen Achillessehnenbeschwerden weitgehend geschont, Nina Beyerle kämpft immer noch mit einer Verhärtung im Oberschenkel. Nicht fit ist außerdem Pilekova, die einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hat.

Die Voraussetzungen vor dem Heimspiel gegen die HSG TG/TB Pforzheim sind also nicht allzu gut. Der Gegner spielte bislang eine wechselhafte Runde. So siegte Pforzheim beim Tabellenvierten HCD Gröbenzell und holte beim Sechsten HSG Freiburg einen Punkt. Es verlor jedoch auch gegen den Tabellenletzten SG Nußloch. Entscheidend sei, so Arif, dass sein Team Nastja Antonewitch und Katrin Seyfried ausschalte. Im Hinspiel hatten die Waiblingerinnen beim 29:26 den Gegner besser im Griff, als es das recht knappe Resultat vermuten lässt. „Trotz unserer angeschlagenen Spielerinnen sind wir Favorit.“

Unter diesen Voraussetzungen hätte den Waiblingerinnen eine Spielerin wie Silke Heimburger gut getan. Die Rückraumspielerin hat jedoch die SG VfL bereits zum 15. Januar um die Auslösung ihres Vertrags gebeten, weil sie zum 1. Februar eine neue Arbeitsstelle in Offenburg antritt. Umso erstaunlicher war, dass Heimburger am Sonntag im Trikot des abstiegsgefährdeten Baden-Württemberg-Oberligisten HC Wernau auflief. Die 20:22-Niederlage gegen den TV Lahr verhinderten auch fünf Tore der Ex-Waiblingerin nicht.

Der Vorsitzende ist überrascht

Steffen Leßig, Vorsitzender der SG VfL Waiblingen, zeigte sich „überrascht von dieser Geschichte“. Zwei Tage vor dem Spiel habe er vom Handballverband ein Schreiben bekommen, mit dem der HVW um die Bestätigung der Vertragsauflösung bat. Dass Heimburger jetzt wieder spielt, schmeckt Leßig nicht so recht. Auch wenn’s nicht bei der Konkurrenz ist. „Wir hätten sie schon brauchen können.“

Im Vorfeld sei darüber gesprochen worden, inwieweit Heimburger die Saison – auch nach dem Umzug – in Waiblingen hätte zu Ende spielen können. „Sie hätte aber nur einmal die Woche trainieren können“, sagt Leßig. In Absprache mit Dago Leukefeld sei beschlossen worden, dass dies zu wenig sei und nicht fair gegenüber jenen Spielerinnen, die regelmäßig im Training seien. „Wir wollten da keine Ausnahme machen“, so Leßig. „Schade ist es schon, weil nicht mit offenen Karten gespielt wurde. Aber so ist eben Handball.“

Ein bisschen wehmütig wird Nadir Arif am Sonntagabend nach Spielschluss sein: Für den Trainer, der aus beruflichen Gründen zum 1. Februar aufhört, wird es das letzte Heimspiel gewesen sein.

www.hsg-pforzheim.de
Quelle:  Foto: www.hsg-pforzheim.de   Text: zvw.de Thomas Wagner, vom 23.01.2015

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