F1 – Drei, vier Punkte zu wenig

23. Dezember 2014

Der Waiblinger Trainer Nadir Arif ist mit der Hinrunden-Bilanz nicht zufrieden / „Können in der Rückrunde einiges korrigieren“

Mit stattlichen neun Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze haben die Drittliga-Handballerinnen der SG VfL Waiblingen die Hinrunde beendet. „Drei, vier Punkte mehr hätten wir holen müssen“, sagt der Trainer Nadir Arif. „Wir möchten in der Rückrunde einiges korrigieren.“

Es war nicht ganz einfach, vor der Saison einen klaren Aufstiegsfavoriten auszumachen. Zur Halbzeit indes sieht’s so aus, als sei die TG Nürtingen konkurrenzlos: 13 Spiele, 13 Siege und 123 Tore im Plus – das ist die beeindruckende Bilanz, welche den Rest der Liga erblassen lässt. Auch die SG VfL Waiblingen, die bei der 23:35-Niederlage am vorletzten Hinrundenspieltag von der TG ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Auftritte wie jener lassen den Trainer relativ ratlos zurück. „Wir haben in der Woche vor diesem Spiel hart und gut trainiert, die Spielerinnen haben sich den Hintern aufgerissen“, sagt Nadir Arif. Auf dem Spielfeld schien die ganze Vorbereitung für die Katz’ gewesen zu sein. Die Stimmung sei hernach im Keller gewesen. „Es hat aber niemand die Schuld bei anderen gesucht, die Spielerinnen sind sehr selbstkritisch.“

Die Schlappe beim Liga-Primus wirkte offensichtlich nach. Im letzten Spiel der Hinrunde kassierte Waiblingen eine bittere 22:29-Heimniederlage gegen Regensburg und rutschte von Rang drei auf vier ab. Damit liegen die Waiblingerinnen zur Pause immer noch auf Kurs. Vorne mitspielen wollten sie, der Aufstieg in die 2. Liga sollte spätestens in der nächsten Spielzeit angepeilt werden.

Mit 8:0 Punkten kamen die Waiblingerinnen sehr gut aus den Startlöchern. Am fünften Spieltag gab’s den ersten Rückschlag: Bei der SG Nußloch setzte es eine 33:36-Niederlage – nach einer Neun-Tore-Führung. Besonders bitter: Ganze vier Zähler hat der Aufsteiger nach der Vorrunde auf dem Konto und ziert das Tabellenende. Nach zwei Siegen folgten die nächsten Tiefschläge beim 27:27 gegen Großbottwar und der 25:26-Niederlage in Ketsch. Bei der starken HCD Gröbenzell und gegen die SG Bietigheim II zeigte sich Waiblingen wieder von seiner besten Seite. Unterm Strich fehlte die Konstanz, bisweilen auch der letzte Biss. „Es schwächelte immer eine andere Spielerin“, sagt Arif.

Es hat nicht so geflutscht, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt hatten. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Mannschaft ein völlig anderes Gesicht hat.“ In Tanja Pfahl und Steffi Heinz seien Spielerinnen mit hoher Qualität verloren gegangen, die nicht adäquat ersetzt worden seien. Die vielen jungen Spielerinnen bräuchten Zeit. Auch von den beiden erstligaerfahrenen Spielerinnen Simona Pilekova und Zofia Fialekova dürften keine Wunderdinge erwartet werden. Pilekova musste sich umgewöhnen: In der ersten Liga spielte sie auf Linksaußen, in Waiblingen agiert sie im Rückraum. Und Fialekova kam mit wenig Spielpraxis. Zudem musste der VfL einige verletzungsbedingte Ausfälle verkraften, unter anderem fielen Außenspielerin Annika Bier und Spielgestalterin Sinah Hagen aus.

Bei neun Punkten Rückstand dürfte es ganz nach vorn nicht mehr reichen für den VfL. Nur drei Zähler indes fehlen bis zum Zweiten TSG Ketsch. „Wir geben keine Platzierungen vor für die Rückrunde“, sagt Arif. „Ich denke aber, sie kann noch viel Spaß machen. Außer Nürtingen sehe ich keine stärkere Mannschaft“ 20 Prozent, da ist sich Arif sicher, seien aus der Mannschaft noch herauszukitzeln.

Mit Nürtingen, Ketsch und Gröbenzell gastieren drei Top-Teams in der Rundsporthalle. „Da können wir zeigen, was wir können“, sagt Arif. „Wir haben die Chance, in der Rückrunde einiges zu korrigieren.“

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Quelle: ZVW.de vom 22.12.2014

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