F1 – Wenigstens noch einen Punkt gerettet

2. November 2014

SG VfL Waiblingen – TV Großbottwar 27:27

[fmo] 48 Minuten lang lagen die Handballerinnen des VfL Waiblingen gegen den TV Großbottwar fast ständig in Führung, in der Spitze mit fünf Toren Vorsprung. Doch am Ende musste der Drittligist sogar froh darüber sein, mit dem 27:27 (15:11) wenigstens noch einen Punkt gerettet zu haben. „Wir haben nach dem 22:18 einfach aufgehört, Handball zu spielen“, gab ein enttäuschter Waiblinger Coach Nadir Arif nach dem Schlusspfiff zu Protokoll.

Logo-tv-grossbottwar-180x100Der Gastgeber legte schnell ein 2:0 vor und war spielerisch und technisch die bessere Mannschaft. Torhüterin Katharina Blum spielte im ersten Durchgang mehrere zentimetergenaue schnelle Gegenstöße auf ihre Flügelstürmerinnen Mara Seitzer, Steffi Frick oder Annika Bier. Aus dem Rückraum trafen Simona Pilekova und Silke Heimburger mit guter Trefferquote. Doch dazwischen gab es auch immer wieder einige unnötig vertändelte Bälle und ausgelassene Torchancen. Großbottwar schaffte so bis zum 8:8 vier Mal den Ausgleich, obwohl die VfL-Abwehr die gefährlichste TV-Werferin Denise Geier zunächst weitgehend im Griff hatte. Die beste Phase spielte der VfL Waiblingen zwischen der 15. und 23. Minute. Mit viel Tempo und hie und da auch etwas Glück zog der VfL auf 14:9 davon. Beim 15:11-Halbzeitstand sah es positiv für die Waiblingerinnen aus, der mit dem Pausenpfiff verworfene Siebenmeter nur ein kleiner Wertmutstropfen zu sein.

Zumal Seitzer gleich nach Wiederbeginn auf 16:11 für den VfL erhöhte. Großbottwar gab jedoch nie auf und kämpfte sich wieder auf 15:17 heran. Waiblingen schien sich dadurch dennoch nicht weiter aus der Ruhe bringen zu lassen und gab in den Folgeminuten wieder mehr Gas. Sinah Hagen, Heimburger, Seitzer und Pilekova brachten ihr Team beim 20:16 wieder mit vier Toren in Front. Blum im VfL-Kasten machte einige gute TV-Chancen zunichte. Auch wenn im Angriff des Gastgebers nur wenig über Kreisläuferin Zofia Fialekova lief, machten sich die zahlreichen VfL-Anhänger beim Zwischenstand von 22:18 nach 41 Minuten weitherin wenig Sorgen. Doch das VfL-Team war dann doch zu sorglos und unterschätzte offensichtlich in der Schlussviertelstunde den Widerstand des TV Großbottwar. Die Gäste wirkten von der Körpersprache her deutlich motivierter und einsatzbereiter. Die Ex-Waiblingerin Rosalie Belz brachte ihr Team auf 21:22 heran. Und obwohl der VfL nochmals auf 24:21 erhöhte, fehlte der Heimmannschaft der letzte Biss, den vierten Heimsieg nach Hause bringen zu wollen. Die Abwehr der Gäste hatte sich immer besser auf den VfL-Angriff eingestellt, dem auch nicht mehr allzu viel Überraschendes einfiel. Mit einem 6:1-Lauf drehte Großbottwar die Partie und führte weniger als drei Minuten vor dem Spielende mit 27:25. Zum Glück aus Waiblinger Sicht waren die Gäste nicht clever genug, nun ihren schon eigentlich sicheren Sieg einzufahren. Nina Beyerle und Mara Seitzer bewahrten mit ihren beiden Toren den VfL wenigstens noch vor der ersten Heimniederlage der Saison.

Das schmälerte den Ärger und Frust von VfL-Coach Arif aber nur unwesentlich. Er war enttäuscht darüber, dass sein Team das Spiel nicht 60 Minuten durchgezogen hatte, den unbedingten Siegeswillen in der Schlussphase vermissen ließ. Da kommt das spielfreie Wochenende wohl genau richtig für Trainer und Mannschaft, um sich auf die heißeste Phase der Saison, die mit den beiden schweren Auswärtsspielen in Gröbenzell und Ketsch beginnt, nochmals konzentriert vorzubereiten.

VfL Waiblingen: Blum, Fleischer – Bier (1), Heimburger (4), Beyerle (1), Frick (3), Seitzer (5), Schenke, Fialekova (4/2), Pilekova (5) S. Hiller (1), Goldmannn, Hagen (3), A. Hiller.

Liveticker Frauen 3. Bundesliga

Sponsoren